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3. Abschnitt: Chemie und Alchemie.
sogar die als Blüten des Mineralreiches angesehenen Krystalle und Edel-steine, wie denn z. B. bei Plinius und bei Pollux (2. Jahrhundert n. Chr.)der Diamant als äv&og %qvaov, auri nodus (= Blüte, Knospe desGoldes) gilt 1 ).
„Gefärbt" wurden jedoch nicht nur Pasern und Stoffe aller Art,sondern auch Glas- und Tonwaren, sowie Email.
Die Bearbeitung des Glases, valog (Hyalos, was bei Heeodot 2 )noch Bergkrystall bedeutet), vitrum (das Wort ist zufällig erst bei Cioebonachweisbar), hatte unter den Ptolemäern ganz außerordentliche Fort-schritte gemacht, und Glaswaren, die Abistophanes noch als orientalischeSeltenheit anführt, bildeten längst den Gegenstand eines Welthandels; großeÖfen, die xd/uivoi vaXovqyixai (Kamine der Hyalurgen) lieferten sie, ganzbesonders zu Alexandria, in höchster Vollkommenheit, gegossen, geblasen,gepreßt und (wie schon die Sage vom „unzerbrechlichen" Glase zeigt) 3 )von den mannigfaltigsten Eigenschaften *). Die Darstellung gefärbterGläser war in Ägypten, wie bereits weiter oben erwähnt, außerordentlichalt, und auch die „falschen Smaragde" (ipevöijg) des Theophbast 6 ), sowiedie „in irdischem Feuer gefärbten Chrysolithe" des Agathabchides 6 )(2. Jahrhundert v. Chr.) dürften nichts anderes als bunte ägyptische Glas-flüsse gewesen sein. Ihren Höhepunkt erreichte aber die Herstellungfalscher Edelsteine und Halbedelsteine gegen und seit Anfang unsererZeitrechnung 7 ); nach Plinius betrieben eigene Werkstätten (officinae)diese „lohnendste aller Betrügereien" und lieferten, nach den zum Teil„gewissen Vorschriften ägyptischer Könige entnommenen Anweisungen"des Demokbitos, Xenophanes, Zoboasteb und anderer „Magier", — aufdie näher einzugehen Plinius ausdrücklich ablehnt —, Steine aller nurdenkbaren Farben, die bald durch Beizen in Essig, bald durch Kochen inHonig, bald auch noch durch „Brennen" hervorgebracht wurden 8 ). Be-sonderer Beliebtheit scheint sich u. a. der kallainische Farbenton, das istder des Kaliais, erfreut zu haben; Kaliais oder Kallaina ist bei Pliniusund seinen Nachschreibern ein grüner, dem Smaragd ähnlicher, angeblichdem indischen Kaukasus entstammender Edelstein, vielleicht die grün-liche, oft sogar lebhaft grüne Abart des Türkises 9 ), die auch Alexandervon Tballes (6. Jahrhundert n. Chr.) xaXkäivog (Kallämos) benennt 10 ).Einen grünen Stein xaXMivog, aus dem man Gefäße und Vasen macht(ganz wie aus „Smaragd" = grünem Glas, — so noch bei Olympiodobos),erwähnen der „Papyrus Kenyon" des 3. Jahrhunderts n. Chr. u ), die
x ) Krause, „Pyrgoteles" (Halle 1856), 10, 29 ff.
2 ) lib. 2, cap. 69; Glas ist ihm Zl&og %vrf = verflüssigter Stein.
3 ) Lippmann, „Abh." 1, 74. 4 ) Blümnee 4, 383ff.; 402, 403, 407.
5 ) „Über die Steine", Nr. 45.
6 ) Nach Diodobs Bericht; s. Rossbach, PW. 7, 1104.') Rossbach, PW. 7, 1080.
8 ) Blümneb 3, 302 ff., 307, 332; 4, 391 ff., 410; Rossbach, PW. 7, 1112. Vgl.die Rezepte des „Stockholmer Papyrus".
9 ) Krause, „Pyrgoteles" 64, 104; Blümneb 3, 248; Bebthelot, „Mä." II,367 ff. Vgl. Ruska, „Enz. d. Islams" 2, 118. 10 ) ed. Puschmann 1, 570.
u ) Bebthelot, „Aren." 225.