Die Technik in Ägypten.
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„Pistis Sophia" 1 ) und manche andere Quellen dieses Zeitalters 2 ); den NamenxeQa/xog xaXMivog führen ferner ägyptische, schön grün glasierte Ton-waren, denen man im 2. und 3. Jahrhundert häufig begegnet 3 ), und auchdie xalaiva dyysla, ßvooia xaUdiva xal veXiva der Zauberpapyri 4 ) sindGefäße und Büchschen aus grünem (wohl undurchsichtigem) Glase, derensich die Magier bei ihren Vorführungen zu bedienen pflegten. Schließlichwurde Kallais zu einer bloßen Parbenbezeichnung 5 ), so daß, wenn z. B.Pseitdo-Moses (2. Jahrhundert) des %alxov xalaivov gedenkt, dies ver-mutlich nur mit Grünspan bedecktes oder grün angelaufenes Kupfer be-deutet und nicht Kupfer aus Kallais, das einige am Sinai suchen, anderein Persien, noch andere in Spanien 6 ). — Irrtümlich ist die Angabe, dasKallais-Grün sei das nämliche wie das sog. Prasinum; dieses wird vielmehrneben dem Venetum genannten Blau, nicht vor der Mitte des 1. Jahr-hunderts n. Ohr. erwähnt, während die als „Grünen und Blauen" bekanntenZirkus-Parteien sich mit jenen Namen erst auf den sog. Kontorniatenbezeichnet finden, d. s. eine Art größerer Bronze-Medaillen, deren Her-stellung frühestens unter Constantin dem Grossen beginnt 7 ).
Die Kunst, Tonwaren (u.a. Ziegel) zu „färben", d. h. sie mit buntenGlasuren zu versehen, reicht mit ihren Anfängen fast bis in die des ägypti-schen Staates zurück, zur Vollendung gedieh sie aber, wohl unter Einflußorientalischer Vorbilder, erst in hellenistischer Zeit, wobei es jedoch unsicherund bestritten bleibt, ob sie sich auch in bewußter Weise bereits bleihaltigerGlasuren zu bedienen wußte. Pragwürdig ist ferner die Natur des buntenStucks, den Plinius 8 ) im Sinne zu haben scheint, wenn er vom „Färbender Steine" (lapides tingere) und vom „Malen der Steine und Mauern"(lapidem, parietem pingere) spricht 9 ); wo er indessen erwähnt 10 ), daß manin Ägypten das Silber färbt (tingit) und malt (pingit), z. B. um den Antjbisabzubilden, meint er Silber, das mit teils durchsichtigem, teils opakemEmail überfangen ist, in dessen Herstellung und Anwendung die Ägypterzu seiner Zeit tatsächlich höchste Meisterschaft erreicht hatten u ).
Was schließlich die Metall-Arbeiten der Techniten anbelangt, sozeigt sich auf diesem ganzen Gebiete schon frühzeitig eine erstaunlichweitgehende Spezialisierung 12 ). Gold- und Silber-Schmiede waren schonvor der macedonischen Eroberung äußerst zahlreich und bewohnten z. B.in Memphis ganze Straßen, aus denen vielerlei Pundstücke, Gußformenaus Gips und Stein, Gipsmodelle usf. zutage getreten sind 13 ); in ptolemaischerZeit gewann das Gewerbe noch an Ausdehnung, und in hellenistischer,namentlich in römischer, fand man Leute, die die „Goldgießerei" (xßvaoxoixtj
x ) ed. Schmidt 136: Metall, Glas und der Stein . . . Mivov.2 ) Reil 30. 3 ) ebd. 41 ff. «) Wessely, „Wiener Akad. Denksehr." 36, 154(178); Dieterich, „Abraxas" 205; „Mithras" 17. 5 ) Reil 43.
6 ) Bei Martial (Hb. 4, 39; üb. 14, 95) bedeutet Calläcia oder Galläcia die heutigespanische Provinz Galizien oder auch Spanien überhaupt.
7 ) Pollack, PW. 6, 1954; Pick, PW. 4, 1157.
8 ) lib. 12, cap. 3; lib. 35, cap. 1. 9 ) Sempeb, „Der Styl" 1, 447.10 ) lib. 33, cap. 9.
u ) Sempee a. a. O. 1, 397; echtes Email weist schon ein Armband der KöniginAah-Hotep um 1500 auf (Feldhaus, „Technik der Vorzeit", 265).12 ) Reil 50 ff, ") Reil, ebd.v. Lippmanu, Alchemie. 18