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[1] (1919) Ein Beitrag zur Kulturgeschichte, mit einem Anhang: Zur älteren Geschichte der Metalle
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mit Vorderasien, deren Umfang u. a. die damalige Aufnahme des babylo-nischen sexagesimalen Rechnungssystems beweist 1 ), gelangten aber zweifel-los schon seit altersher auch andere als diese roten Farben nach Ägypten;fraglich ist, seit wann zu ihnen der indische Indigo gehörte, da dieser bisherim Westen mit Sicherheit nicht vor 700 V. Chr., und zwar in phrygischenGräbern, nachgewiesen ist 2 ), Pflanzen aber, die Indigo ergeben (wennauch in kleinerer Menge und von geringerer Güte) auch in Ägypten heimischsind, ja als Namen des Indigos ursprünglich „n-tinkon", also em ägyptischer,angegeben wird, der anscheinend erst in klassischer Zeit, infolge einerirrtümlichen Deutung, mit Indien in Verbindung gebracht worden sei 3 ).Die allgemeine Bezeichnung der Farbstoffe war cpagpaKov (Phar-makon = medicamen, medicamentum, Medizin), worunter man aber auchFärbemittel anderer Bestimmung verstand, z. B. Anstrichfarben, Schminkenund Malerfarben 4 ), die auf der Palette (deren früher angezweifelter Ge-brauch durch bildliche Darstellung gesichert ist) 6 ) teils für sich, teils miterweichtem oder geschmolzenem Wachs angerieben und zurechtgemischtwurden 6 ). Die Überlieferung, daß man ursprünglich nur ganz wenigeFarben gekannt habe, trifft für Ägypten schon hinsichtlich des alten Reichesnicht zu, aber auch für Griechenland, woselbst als die vier klassischenFarben weiß (Erde von Melos), schwarz (Atrament, meist = Rußkohle),gelb (Oker aus Attika) und rot (Rötel aus Sinope) aufgeführt werden, hatsie Rhousopoulos durch seine Untersuchungen 7 ) von Fundstücken wider-legt: diesen gemäß benützte man schon vor 2500 (also noch zur Steinzeit)allerlei rote und braune Eisen- und Mangan-Oxyde, um 2000 (vormykenisch)weißes Calcium-Phosphat und Calcium-Magnesium-Silikat (das man auchzu Perlen formte), sowie blaues Kupfer-Silikat, um 1600 (mykenisch) dienämlichen Silikate m verschiedenen Tönen, um 600 (voipersisch) außerdemnoch Gips, schwarzes Mangan-Oxyd, Zinnober, Bergblau, Kupferlasur undgrünes Kupferoxydhydrat, und in der Folgezeit auch Bleiweiß. In spätererund besonders in hellenistischer Zeit, lernte man eine außerordentlich großeZahl mineralischer und pflanzlicher Farbstoffe verschiedenster Beschaffen-heit und Verwendungsmöglichkeit kennen, u. a. die reinsten und sorgfältigaufbereiteten Arten Zinnober, armenisches (Kupfer-) Blau, Kupfer-Grün,Drachenblut, Indigo, Purpurissum u. dgl., die, wie Plinitjs erzählt, wegenihrer Kostspieligkeit seitens der Auftraggeber beigestellt werden mußten 8 )und av&7] (Anthe, Blüten, Blumen der Farben; colores floridi) hießen 9 );doch bezeichnete äv&og (Anthos, flos) nicht nur die Blüte (= das Beste)des Purpurs, Safflors u. dgl., sowie den Schimmer und Glanz der gefärbten.Stoffe 10 ), sondern auch das Feinste des Mehles 11 ), des Öles und Wachses 12 ),der (natürlichen) Soda 13 ), der (als Farbe dienenden) Rußkohle 14 ) usf., ja

x ) Bbugsch, „Aeg." 42, 383,3 ) Lippmann, „Abb.." 1, 93.

481. 2 ) Kobebt, M. G.M. I, 277.

4 ) Blümneb 1, 228, 229, 232

., 2, 230; 4, 426, 439, 454, 466., ebd. 4, 430, 458 ff. «) ebd. 4, 450.') „KAHLBAUM-Gedenkschrift", ed. Diebgabt (Leipzig 1909), 172.s ) Blümneb 4, 465 ff., 497 ff. 9 ) ebd. 4, 427, 467.* 10 ) Blümneb 1, 239; 231.W) ebd. 1, 53, 324. ") ebd. 4, 449. 13 ^") ebd. 4, 517: flos niger.

3 )' ebd.' 4, 500: flos nitri.