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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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fachen Aesten. Laubblätter ± angedrückt-kraushaarig bis wollig, unregelmässig doppelt-fiederspaltig mit dreieckig-lanzettlichen, spitzen, 0,5 bis 1 mm breiten Zipfeln. Köpfeeinzeln, lang gestielt, 2 bis 3,5 cm breit; Stiele nicht verdickt. Hülle fast halbkugelig,krauswollig-behaart. Hüllschuppen bleich,breit braunhäutig berandet (Fig. 276b); dieäusseren spitz, die inneren länglich, stumpf.Blütenboden kegelförmig, auf der ganzenOberfläche mit keilförmigen oder verkehrt-eiförmig-länglichen, an der Spitze ge-zähnelten und starr stachelspitzen Spreu-schuppen (Fig. 276 c) besetzt. Scheiben-blüten goldgelb, mit an der Basis verdickterRöhre. Zungenblüten weiblich, weiss, 1 bis1,5 cm lang. Früchtchen verkehrt-kegel-förmig, glatt; die äusseren tief kantig-gefurcht (Fig. 276 d), alle an der Spitzeabgestutzt und schmal scharf berandet, oftmit einem schief abgestutzten, halbiertenKrönchen versehen. VI bis IX.

Vereinzelt an trockenen, sonnigenStellen, steinigen Abhängen, Rainen,Bahndämmen, auf wüsten Plätzen, mitunterauch auf Aeckern, bei Mühlen und Bahn-höfen. Im östlichen Deutschland und inOesterreich; in der Schweiz nuradventiv.

In Deutschland nur in Posen (Wre-schen, Jarocin, Schrimm, Posen, Tharlang beiLissa, Fraustadt, Bomst, Borzykowa, SokolawaerWald), Brandenburg (Frankfurt a. O., Lieberose),Schlesien (Grünberg, Guhrau, Kontopp, Schlawa,Neusalz, Beuthen, Glogau, Trachenberg) undSachsen (Elbeufer bei Dresden und Meissen);ausserdem hie und da eingeschleppt (z. B. bei

Hoyer im Kreis Tondern, Köpenik bei Berlin, Erfurt [1863], an der Leine bei Alfeld in Hannover, Mannheim,Karlsruhe 1900 bis 1917). In Oesterreich im nördlichen Böhmen (um Prag, Raudnitz, Jungbunzlau), imsüdlichen Mähren (Dubrawawald, Znaim, Grussbach, Neu-Prerau, Eisgrub, Themenau, Czeitsch, Scharditz,Wlkosch bei Gaya, von Göding bis Brisenz) und in Niederösterreich (nicht selten um Wien und im Marchfeld);adventiv auch in Kärnten. In der Schweiz nur selten adventiv (Brunnen [1907], Birsfelden-Basel, Nieder-schöntal, Liestal, Bahnhof Etzwilen, Bruggen-St. Gallen, Bahnhof Buchs-Rheintal, Arosa [1840 m], Chur).

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Allgemeine Verbreitung: Südostdeutschland, Böhmen, Mähren, Niederöster-reich, Ungarn, Südrussland, Krim, nördliche Balkanhalbinsel; Kaukasusländer.

Anthemis Ruthenica gehört dem pontischen Steppengebiet an; doch dürfte das Vorkommen der Pflanzein den angeführten Gebieten von Ostdeutschland und von Oesterreich wohl ursprünglich sein. Häufig erscheint dieArt auf den Sandfluren von Mittelböhmen sowie in der'Knäuelflur" des südlichen Mähren sowie des March-feldes. Im südlichen Mähren vertritt sie auf dem Sandboden der Dubrawa Anthemis arvensis, von welcherArt sie sich durch die stärkere Behaarung und den aromatischen Geruch unterscheidet. Im Bezirk Göding (beiRohatez) beobachtete sie Laus in Lupinenfelder (Lupinus luteus und L. angustifolius) neben Panicum ciliare,Setaria glauca, Salsola Kali, Amarantus retroflexus, Chenopodium album, Sisymbrium Sophia, Berteroa incana,Oenothera biennis, Plantago arenaria, Engeron Canadensis etc.

Fig%276. Anthemis Ruthenica Bieb. a Habitus (V* natürl. Grösse).b Hüllblatt, c Spreublatt. ä< Frucht. Anthemis Cotula L.e Habitus. / Hüllblatt, g Spreublatt, h Köpfchenachse mit Spreu-blättern, i Zungenblüte, k Frucht.