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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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geflügelter, ungezähnter Blattspindel. Köpfchen einzeln an langen Stielen, 21 bis 32 mm breit.Hülle fast halbkugelig. Hüllschuppen länglich, wollig-flaumig, bleich, an der Spitze braunhäutigberandet. Blütenboden verlängert-kegelförmig, auf der ganzen Fläche mit lanzettlichen,

ganzrandigen, in eine starre Spitzezugespitzten Spreuschuppen be-setzt. Scheibenblüten goldgelbmit am Grunde verdickter Röhre.Scheibe 5 bis 7 mm breit. Zungen-blüten wenig zahlreich (5, 8oder 13), lineal-länglich, 0,6 bis12 mm lang, weiss. Frucht 2,5bis 3 mm lang, kreiseiförmig,furchig - längsriefig X^ig- 272 1),oben mit einem wulstigen, an deninneren Blüten oft häutigen, einkreisförmiges Höfchen einschlies-senden Ring. VI bis IX.

Verbreitet und meist häufigauf Aeckern, Brachen, an Rainen,Wegrändern, Mauern, auf wüstenund bebauten Plätzen, in Gärten,Weinbergen; von der Ebene bisin die Alpentäler (bei Canazei imFassatal [Südtirol] nochbei 1460m,im Wallis selbst bis 1950 m).

Allgemeine Verbrei-tung: Fast ganz Europa (nörd-lich bis Südnorwegen, Mittelschweden, Süd-Oesterbotten, Onegakarelen, zufällig verschlepptauch weiter nördlich); Armenien, Kleinasien; Nordafrika; eingeschleppt in Nord- undSüdamerika, Australien und Neu-Seeland.

Aendert wenig ab: f. incrassäta (Loisel.) Boissier. Köpfchenstiele kräftig, keulenförmig, röhrig (Südtirol).

Anthemis arvensis gehört zweifellos ursprünglich der Mediterrannora an, ist aber in Mitteleuropaschon seit undenklichen Zeiten verbreitet. Die Art gehört demnach zu denArchaeophyten", gleichwie AperaSpica venti, Agrostemma Githago, Ranunculus arvensis, Delphinium Consolida, Papaver Rhoeas, Anagallisarvensis, Stachys annuus, Centaurea Cyanus etc., alles Arten zweifellos fremden Ursprunges, von denen aber dieZeit der Einwanderung in Mitteleuropa nicht näher bekannt ist. Besonders in Gegenden mit ausgedehnt be-triebener Dreifelderwirtschaft ist Anthemis arvensis als schädliches Unkraut sehr verbreitet. Dagegen kann diePflanze in einer guten Fruchtwechselwirtschaft nicht aufkommen, ebensowenig in der Koppelwirtschaft. Sommer-brache, Anbau von Wurzelgewächsen, Klee und Grünfutter können das Unkraut vertilgen. Da die Früchte imallgemeinen im Frühjahr keimen, treten sie besonders im Sommergetreide und zwar oft massenhaft auf. DasKraut von Anthemis arvensis hat einen aromatischen, jedoch nicht sehr feinen Geruch, der auf den Gehalt anätherischem Oel (gleichwie bei den übrigen Arten der Gattung) zurückzuführen ist. Die Blüten werden haupt-sächlich von Fliegen und Hymenopteren, seltener auch von Coleopteren besucht. Kohl gibt für Tirol alsBesucher besonders die Siebwespe (Crabro ciibrärius L.) an. Ausserdem ist spontane Selbstbestäubung möglich.Von Missbildungen werden Stengelverbänderungen und proliferierende Köpfchen erwähnt.

472. Anthemis Ruthenica Bieb. (= A. Neilreichii Ortmann). Ruthenische Hunds-kamille. Fig. 276a bis d.

Pflanze einjährig, 10 bis 40 cm hoch. Wurzel dünn spindelförmig. Stengel auf-recht, angedrückt-wollig, meist vom Grunde an reichästig mit aufrecht-abstehenden ein-

Figr. 2~,i. Anthemis arvensis L., auf einem Stoppelfeld.Phot. B. Haldy, Mainz.