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und die unteren Stengelblätter gestielt, im Umriss breit eiförmig, doppelt fiederteilig, mitmeist 2 Paaren von Abschnitten erster Ordnung und ungleich langen, verkehrt-eilanzettlichenstachelspitzen Zipfeln. Obere Stengelblätter allmählich einfacher geteilt, ihr Stiel nahe derBasis jederseits mit 1 bis 2 Fiederlappen. Köpfe einzeln, endständig, ziemlich lang gestielt,gross, 3 bis 4,5 cm breit. Hülle halbkugelig, zerstreut behaart. Hüllschuppen grün, mitbreitem, braunschwarzem, am Rande zerschlitzt - gezähntem Hautrande (Fig. 274 k); dieäusseren spitz, die inneren stumpf. Scheibenblüten gelb. Zungenblüten breit-lineal, 1 bis1,5 cm lang, weiss. Blütenboden halbkugelig, auf der ganzen Fläche mit lanzettlichen,spitzen, eingerissen-gezähnelten, an der Spitze oft schwärzlichen Spreuschuppen besetzt(Fig. 2741). Früchtchen 2 mm lang, schmal verkehrt-kegelförmig, 4-kantig, an den Seitenglatt, mit ganz kurzem, etwas gelapptem Krönchen. — VII, VIII.
An steinigen Stellen und im Felsschutt der Urgebirgsalpen. Einzig in O est er-reich und zwar nur in Steiermark auf dem Zinken bei Seckau (im Gerolle unter demMitterplan in 1800 bis 2100 m Meereshöhe). Fehlt in D eutschlan d und in der Schweizgänzlich.
Allgemeine Verbreitung: Alpen von Steiermark, Ostkarpaten, Gebirge dernördlichen Balkanhalbinsel, Bithynischer Olymp.
Anthemis Carpatica gehört zu einer in pflanzengeographischer Beziehung sehr interessanten Gruppevon Arten, die in den ostlichen Karpaten und in den Gebirgen der nördlichen Balkanhalbinsel zu Hause sind,ausserdem in den östlichsten Alpen meist nur zerstreute Standorte aufweisen und den westlichen Alpen voll-ständig fehlen. Solche Arten sind: a) in der subalpinen Stufe: Waldsteinia ternata (nur im Gebiete der Kor-alpe), Cirsium pauciflorum (in den östlichen Zentralalpen von Steiermark, Kärnten, Krain und dem Küstenlandan mehreren Standorten), Hieracium Transilvanicum (in den Südostalpen bis Mittelsteiermark); b) in der alpinenStufe: Ranunculus bilobus (Bd. III, pag. 570; nur in der Bösensteingruppe), Phyteuma confusum (vgl. Bd. VI,pag. 385) und Scorzonera rosea (östliche Südalpen bis Südtirol). Auch Centaurea nervosa kann dieser Gruppebeigezählt werden. Eine andere Gruppe von Karpatenpflanzen wiederum ist den Westkarpaten und in den östlichenAlpen gemeinsam, so Ranunculus pygmaeus (Bd. III, pag. 553), Viola alpina (nordöstliche Kalkalpen; auch inden Ostkarpaten), Viola lutea subsp. Sudetica (nur in der Bösensteingruppe in Steiermark), Cochlearia officinalissubsp. Pyrenaica var. excelsa (vgl. Bd. IV, pag. 138), Saxifraga hieracifolia (zerstreut in den Zentralalpen vonSteiermark, Kärnten und Salzburg; auch in den Ostkarpaten), Astragalus oroboides (Zentralalpen von Tirol bisSteiermark sehr zerstreut; ist gleichwie Ranunculus pygmaeus im borealen und arktischen Gebiet verbreitet),Gentiana frigida (Niedere Tauern und Zeiritzkampel in Steiermark; auch in den Ostkarpaten), Alectorolophusalpinus (vgl. Bd. VI, pag. 109).
Früher wurde Anthemis Carpatica vielfach mit A. montana vereinigt; doch scheinen beide Arten, dieim Habitus von einander sehr abweichen, durch die anders gestalteten Laubblätter, Hüllschuppen und Früchtegut verschieden zu sein (vgl. hierüber Grisebach und Schenk. Iter Hungaricum pag. 329).
471. Anthemis arvensis L. (= A. agrestis Wahr.). Acker-Hundskamille. Franz.:
Fausse camomille, oeil de vache; engl.: Com camomile, field camomile; ital.: Camomilla
senza odore. Taf. 263, Fig. 4, Fig. 2721 und 275.
Die Pflanze heisst zum Unterschied von der echten Kamille Wilde Kamille (z. B. Gotha, Riesen-gebirge, Egerland), Feldkamillen (Kärnten), Taube Kamillen (Gotha), Hundskamille (vielfach). Viel-leicht weil die fein zerteilten Blätter entfernt an die des Dills (Anethum graveolens) erinnern, wird die Pflanzein Göttingen Rödendil, in Nordböhmen Hundsdille genannt. Verächtliche Bezeichnungen für die häufigeund lästige Pflanze sind ferner Hundsblume (nieder- und mitteldeutsch), Rüenblaume [= Hunde-) (West-falen), Kretengrosch (Künzelsau), Chrotechrut (Aargau), Ge(n)sstöck (Schwäbische Alb), Stink-potsch (Nahegebiet). Auf der rauhen Alb heisst die Pflanze auch Korngöckala.
Pflanze einjährig (im Süden zuweilen mehrjährig), 10 bis 50 cm hoch. Wurzeldünn, spindelförmig. Stengel aufrecht, meist ziemlich reich ästig mit verlängerten, einköpfigenAesten, flaumig-wollig bis fast kahl. Laubblätter kahl oder etwas flaumig-wollig, unregel-mässig doppelt-fiederspaltig, mit lanzettlichen spitzen, 0,5 bis 1 mm breiten Zipfeln und