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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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In Deutschland zumeist nur zerstreut und unbeständig, so in der Rheinebene (bei Karlsruhe bereits1808), in Württemberg (an der Nagold bei Calw seit 1853, bei Ulm seit 1854), in Bayern (hier seit ca. 1850 erwähnt),in Nordwestdeutschland an der Mosel bei Trarbach (1849), Aachen (1850), bei Siegen (1852), Hattingen, Hameln,bei Kettwig an der Ruhr (hier kleine Dickichte bildend), bei Bremerhafen und Geestemünde, ferner bei Halle,Magdeburg (1866), Jena (1850), im Königreich Sachsen (1874), in Schlesien (hie und da; bei Schweidnitz bereitsvor 185"), in Posen (1853), Brandenburg (bei Frankfurt a. O., Neudamm 1853; bei Kottbus 1855, Berlin 1860),sowie in Ost- und Westpreussen (Marienburg 1861). — In Oesterreich zerstreut in Schlesien (1850 bei Troppau),in Böhmen (seit 1853), häufig und völlig eingebürgert in Südmähren (zuerst 1840 auf dem Spielberg bei Brunnbeobachtet) im östlichen Niederösterreith (besonders im Marchfeld) und in der südöstlichen Steiermark. In denübrigen Kronländern nur zerstreut und meist vorübergehend (bei Innsbruck 1852 [auf einem Maisacker], beiRovereto 1857 beobachtet); in Kärnten überhaupt noch nicht festgestellt. — In der Schweiz ebenfalls fast nurin der Nähe der grösseren Städte (Genf [1874], Basel, Solothurn [1869], Bern, Winterthur, Schaffhausen [1847],usw.) beobachtet; vereinzelt auch auf Aeckern bei Marthalen und bei der ehemaligen Baumwollspinnerei vonZangger im Wasserfels-Fischenthal (Kanton Zürich). Nähere Angaben bei E. Ihne und Koppen.

Allgemeine Verbreitung: Nord-, Mittel- und Südamerika; Südafrika; Süd-und Mitteleuropa (in Südfrankreich [Montpellier] seit 1695 bekannt); Australien, Neuseeland.

Auch diese Art erscheint an vielen Stellen als Ansiedler (Epökophyt), aber in der Regel nur vorüber-gehend und unbeständig, da die Scheinfrüchte zufolge der späten Reife auch in heissen Sommern in unseremKlima nicht zur Fortpflanzung dienen können, so dass die Pflanze immer neu eingeschleppt werden muss. DieseEinschleppung erfolgt sowohl durch ungarische, spanische, Cap- und australische Wolle als durch Schafe,Rindvieh, Schweine (so in Mähren durch ungarische Schweine), ferner durch fremdes Getreide, Sämereien,Schweinsborsten (Grünberg in Schlesien), durch Häute aus Buenos Aires (im nordwestlichen Deutschland).Mehrmals wurde die Pflanze auf Aeckern, die mit Rosshaar oder anderen Fabrikabfällen gedüngt wurden,beobachtet. In Niederösterreich fand Fenzl 1825 die Pflanze bei Wien in der Nähe des Botanischen Gartens.Im Jahre 1842 gelangte sie nach Hernais und nach Stockerau; 1846 erschien sie bei Klosterneuburg und Krems,sowie bei Simmering, Aspern und Kagran; 1858 erreichte sie Kirchberg am Wagram, 1859 Mautern im Donautale.Im Jahre 1866 wurde sie bei Wiener-Neustadt beobachtet; 1890 war sie im Hügel- und Tief lande verbreitet.In Ungarn hat sich die Pflanze seit 1839 sehr verbreitet, namentlich auf Weideplätzen. In die Walachei wurdesie 1828 durch russische Truppen gebracht. Die Schweife und Mähnenhaare der Kosakenpferde sollen von denstacheligen Scheinfrüchten dicht behangen gewesen sein. Im Jahre 1830 erschien sie zugleich mit der Cholera in derBukowina, weshalb sie das Landvolk „Choleradistel" nannte (vgl. Galinsogal), 1832 als „Serbische Distel" imBanat, 1840 bei Budapest. Seit ca. 1850 macht sich X. spinosum als „Pest der Schafzucht" besonders inAustralien stark bemerkbar und ist daselbst geradezu zur Landplage geworden. Nach Lendenfeld soll sieden Gesamtwert des Wollertrages um ca. 50% herabsetzen. Aus dem gleichen Grunde musste man in Südafrikamit gesetzlichen Massregeln einschreiten. Auch in Argentinien und Chile usw. erscheint X. spinosum als einelästige Wanderpflanze. — Das getrocknete, zur Blütezeit gesammelte Kraut war früher als Herba (fölia) Xänthiispinösi gegen Dysenterie, Diarrhoeen, Cholera (Bessarabien), bei Wechselfieber, als Speichel- und die Harn-sekretion förderndes Mittel im Gebrauch, ebenso gegen Hundswut. — Bastarde oder Zwischenformen zwischenX. strumarium L. und X. echinatum Murray werden mehrmals aus Nordostdeutschland (Branden-burg, Posen), aus Böhmen (als X. Kostalii bei Kralup), Holland usw. erwähnt (vgl. hierüber Thellung),während der Bastard X. Orientale L. X X. strumariu m L. künstlich erzeugt wurde (vgl. Bitter, pag. 501).

DCCXXXXVIII. Rudbeckia 1 ) L. Sonnenhut. Engl.: Cone flower.

Ausdauernde oder einjährige, krautige Pflanze mit meist hochwüchsigem, oft ästigem

Stengel, mit Wechsel- oder gegenständigen, ungeteilten oder fiederspaltigen Laubblättern.

Köpfe gross, lang gestielt, einzeln oder zu wenigen beieinander. Hülle schüsseiförmig bis

halbkugelig. Hüllschuppen krautig, dachig angeordnet (Fig. 255b, i). Blütenboden stark konvex

bis kegelförmig oder walzlich, gegen Ende der Blütezeit sich oft zylindrisch verlängernd

(daher zuletzt kolbenartig), mit ± starren, spitzen Spreuschuppen besetzt. Scheibenblüten

zwitterig, mit kurzer Röhre (Fig. 255g), braun oder purpurn. Zungenblüten lang zungen-

förmig (Fig. 255 f), geschlechtslos (Geschlechtsorgane verkümmert), gelb, orange oder rot,

zuweilen bald abfallend. Früchte prismatisch, ± vierkantig (Fig. 256 e), selten zylindrisch,

mitunter zusammengedrückt. Pappus fehlend oder kurz krönchenförmig (Fig. 255 g, h).

] ) Benannt nach dem Lehrer und Gönner Linne's, Olaus Rudbeck, Professor der Anatomie undBotanik an der Universität Upsala, geb. 1660 in Westeräs in Schweden, gest. 1740. Derselbe machte aufmedizinischem Gebiete die bedeutsame Entdeckung der Lymphgefässe im Gekröse.

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