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Lasch war der erste Autor, der in Deutschland im Jahre 1856 X. echinatum — in eingebürgertemZustande — von X. strumarium unterschied. Später identifizierte es A. Th eilung (vgl. dessen Arbeiten in denVerhandlungen des Botan. Vereins der Provinz Brandenburg, Bd. L [1908] und Bd. LV1 [1914]) mit X. Italicum
Moretti und zahlreichen ameri-kanischen Arten und Varie-täten. Bitter hebt 1908 her-vor, es habe den Anschein,dass X. echinatum sich gegen-wärtig in eine grosse Zahl vonRassen oder Varietäten spalte,die von den amerikanischenAutoren vorläufig nach Jor-dan'scher Methode binär be-nannt werden. 1732 wird diePflanze unter „X. Carolinensemedium" als englische Garten-pflanze beschrieben; 1783wurde sie im Göttinger Gartenaus Saat von New-York ge-zogen. Seit 1820 ist sie inItalien, seit ca. 1830 in Nord-und Nordost-Deutschland be-kannt. Uebrigens scheint X.echinatum, das sich in Eng-land nur mit Mühe kultivierenlässt und sich auch in Süd-frankreich (Montpellier) nichtgehalten hat, ein mehr konti-nentales Klima zu verlangen,im Gegensatz zu X. Orientale,das in Europa besonders dasatlantische Gebiet bewohnt. Heute hat X. echinatum in Deutschland stellenweise (vor allem in den Stromtälern)festen Fuss gefasst, so dass die Pflanze ein dauerndes Glied — ähnlich wie Solidago serotina und S. Canadensis(pag. 411), Aster lanceolatus (pag. 433), Erigeron Canadensis (pag. 445), Rudbeckia laciniata (pag. 507) usw.— zu werden verspricht. Im Maintal dagegen reifen die Samen nicht aus, so dass Neueinschleppung angenommenwerden muss (Dr. Hegi).
454. Xanthium spinösum L. Dornige Spitzklette, Moskowiterdorn. Engl.: Spinyoder Thorny clotbur, clotweed, burweed; ital.: Spina d'asino, lappolina. Fig. 254f bis i.
Pflanze einjährig, 15 bis 80 cm hoch. Wurzel spindelförmig. Stengel aufrecht, sehrästig, gelblich, kahl oder kurzhaarig, unter jedem Blattstiel mit einem kräftigen, 3-teiligen,hellgelben Stachel besetzt. Laubblätter zweifarbig, gestielt, länglich-rhombisch, 3-lappig(seltener ungeteilt), mit längerem, länglich - lanzettlichem Mittellappen, am Grunde keil-förmig, meist grob gezähnt, oberseits dunkelgrün, anliegend behaart, an den Hauptnervenweissfilzig, unterseits dicht angedrückt-graufilzig, auf den Nerven kahler. Männliche Köpfekugelig, 4 bis 5 mm lang. Blüten gelblich, flaumig. Fruchthüllen (Scheinfrüchte) oft einzeln,ellipsoidisch, 8 bis 12 mm lang, mit 2 kurzen, aufrechten, geraden Schnäbeln (Fig. 254 h),massig dicht mit dünnen, geraden, an der Spitze widerhakigen Stacheln (Fig. 254 i) besetzt,dazwischen spärlich flaumig, braungelb. — VII bis X.
Vereinzelt an Zäunen, auf wüsten Plätzen, in Dörfern, an Strassenrändern,auf Angern,Weiden, an Ufern. Ueber Südeuropa und Südrussland (hier seit 1769 festgestellt und „pestisTauriae" geheissen) aus Südamerika eingeschleppt und besonders im Osten sowie im Flachlandehäufig, stellenweise als lästiges Ackerunkraut eingebürgert. Gern in der Nähe von mensch-lichen Wohnungen (besonders der Manufakturstädte), bei Mühlen, Gerbereien und Hafenanlagen.
Fig. 254. Xanthium echinatum Murray. a Fruchtendes Exemplar (*/a natürl. Grösse).b Scheinfrucht, c Querschnitt durch dieselbe, d Frucht. — Xanthium Orientale L.e Scheinfrucht. — Xanthium spinösum L. / Habitus ( l /i natürl. Grösse), g Junge, männ-liche Blüte, k Scheinfrucht. * Stachel.