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Rande sehr schmal häutig und etwas gezähnelt. Blüten in jedem Köpfchen etwa 10 bis 15(Fig. 251c), blassgelb; Krone röhrig mit spitzen Zipfeln. Blütenboden mit Spreublättern (Fig. 251 e).Weibliche Blüten einzeln in einer dem Fruchtknoten dicht anliegenden, grünen, behaarten undmit einem Kranz von 6 Zähnen oder Stacheln versehenen Hülle (Cupula) eingeschlossen,einzeln oder zu 2 bis 3 in den Achseln der obersten Laubblätter. Tragblatt schnabelförmig.Frucht (Scheinfrucht!) in der erhärtenden Hülle eingeschlossen bleibend. — VIII bis X.Vereinzelt auf Brachen, an Wegrändern, auf Schutt, in Kleefeldern, auf Aeckern,unbebauten Plätzen. Stammt aus Nordamerika. Tritt seit etwa 50 Jahren in Europa immerhäufiger adventiv (mit amerikanischem Rotklee, mit Getreide, Kartoffeln eingeschleppt)auf und ist jetzt in Deutschland nicht gerade selten anzutreffen, wenn auch meistens ohnebleibenden Standort, zumal die Früchte nur selten zur Reife gelangen.
Die Pflanze wurde erstmals im Jahre 1863 bti Pfaffendorf nächst Beeskow in Brandenburg beobachtet,dann ebenda 1865. In den Jahren 1873 bis 1875 erschien sie an mehreren Orten der Provinzen Brandenburg (Ruppin,Vetschau), Schlesien (Szczepanovitz bei Oppeln, 1873) und Sachsen (Uhna bei Bautzen, 1873/74), später auch inanderen Gebieten, so bei Hameln, Hannover, bei Bassum (1889), Hamburg (1886), Bochum, Lübeck, Haders-leben, Kiel, Stettin, Danzig (hier nur vorübergehend), Treptow, Nore, Thorn, Memel (1894), Forst in derNiederlausitz (1886) etc. In Süddeutschland ist die Art seltener; doch wurde sie schon in Baden (Karthausbei Freiburg, Altenheim, Schwarzach bei Bühl), Württemberg (Balingen 1877, Biberach 1880, Hagenbach,Hohenheim 1883, Jagstfeid. Wimpfen) und in Bayern (München 1883, Zirndorf bei Nürnberg 1884. Murnau), beiHanau usw. beobachtet. In O esterreich bisher nur in Böhmen (Pilsen, Wittingau) und in Tirol konstatiert. In derSchweiz bei Basel, Uerzlikon bei Kappel, Meyrin bei Genf, Zürich, Bern usw. beobachtet. — Die Vertreter derGattung Ambrosia, ebenso diejenigen der systematisch nahestehenden Gattungen Iva, Frans eria, Hym enö-clea und Xänthium (siehe dortl) sowie die Gattung Artemisia sind durch Windblütigkeit ausgezeichnetund erzeugen in den kleinen Köpfchen reichlich Pollen. In Nordamerika zählt A. artemisiifolia, die dort imMai und Juni massenhaft blüht, mit dem Jakobskraut zusammen zu den schädlichen, das „Heuneber" ver-ursachenden Pflanzen, ähnlich wie bei uns der Roggen und Anthoxanthum odoratum. Es werden daselbstzurzeit gesetzliche Massnahmen getroffen, um der Pflanze den Garaus zu machen. Die Pflanze erzeugt nachNeehau bei dichtem Stand fast ausschliesslich männliche Blüten, während bei isoliertem Stande auf gutemBoden die weiblichen Blüten überwiegen. Sie liefert auch ein Surrogat für Chinin. Im nordöstlichen Deutschland(Weichselgebiet) gelangen nach Preuss die Früchte nicht zur Reife (Dr. Hegi).
DCCXXXXVII. Xänthium 1 ) L. Spitzklette, Steinklette. Franz.: Lampourde,petit bardane; engl.: Burweed, cocklebur, clotbur; ital.: Xanthio, lappola.
Einjährige, krautige Pflanzen mit wechselständigen, ungeteilten, dreieckigen bisrhombischen, am Grunde zuw T eilen mit Stacheln versehenen Laubblättern. Blütenköpfe unvoll-kommen eingeschlechtig (die männlichen Blüten mit Griffel und Fruchtknotenrudiment), ein-häusig (Fig. 252b), einzeln oder in den Blattachseln geknäuelt; die männlichen Köpfe im oberenTeile, die weiblichen tiefer stehend. Kelch stets fehlend. Männliche Köpfe vielblütig, mitfreier, wenigblätteriger Hülle (Fig. 251 e, f) und mit walzlichem, spreublätterigem Blüten-boden; männliche Blüten mit Fruchtknotenrudiment und 2-spaltigem Griffel. Blumenkroneder männlichen Blüten röhrig-walzlich, kurz fünfzähnig. Staubblätter miteinander zu einerRöhre verbunden (Fig. 252d); letztere den Griffel einschliessend (Fig. 252g). WeiblicheKöpfe blattwinkelständig, oft zu mehreren gehäuft, zweiblütig. Hülle der weiblichen Köpfeam Grunde von wenigen, krautartigen Hochblättern umgeben (Fig. 252 k), die Blüten völligumschliessend, verwachsenblätterig, an der Spitze mit 2 von den Griffeln durchbohrtenHörnern versehen, aussen widerhackig-stachelig (Fig. 252 i). Früchte (Schein- bezw. Klett-früchte) flach, zusammengedrückt (Fig. 254 d), von der Flülle fest eingeschlossen bleibendund mit dieser abfallend (Fig. 252k; Fig. 254 b, h, e).
Die mit einer stacheligen Hülle umgebenen „Scheinfrüchte" gehören zu der Gruppe der Häkel- oderKlettfrüchte, die ein Anhäkeln an Tieren, an der Wolle, an Häuten, Schweinsborsten, Rosshaarabfällen etc.
') ^ävdwv [Xänthion], bei Dioscorides Name einer zum Blondfärben der Haare verwendeten Pflanze,vermutlich X. strumarium. Griech. £ävdög [xanthös] = gelb.