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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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leicht ermöglichen. Aehnlichezoochore" Ausrüstungen finden wir bei der Gattung Lappa, bei Centaureasolstitialis und C. Calcitrapa. bei der Gattung Bidens (pag. 514), bei Circaea, bei verschiedenen Umbellif eren (Caucalis,Daucus Orlaya, Sanicula) und Borraginaceen (Cynoglossum, Echinospermum), beim Waldmeister, beimKleb-kraut" (Galium Aparine), beim Odermennig (Agrimonia Eupatoria), bei Medicago-Arten, Ranunculus falcatus undR. arvensis. bei verschiedenen Gräsern (Tragus racemosus, Cenchrus tribuloides) usw. Das weibliche Blütenköpfchenist zweifächerig (Fig. 252 i) und enthält in jedem Fach eine einzige kelch- und kronblattlose, nackte, weiblicheBlüte, von welcher aus einer engen Oeffnung einzig der Griffel herausragt. Nach Emil K.o ehne (Blütenentwick-lung bei den Compositen (Berlin 1869, pag. 27) entspricht diese Hülle den beiden miteinander verbundenen Trag-blättern der beiden Blüten nebst der sie tragenden Achsencupula. Die Stacheln sind ursprünglich an der Blüten-standachse inseriert, rücken aber später durch Verschiebung auf die beiden Tragblätter hinauf (Fig. 2521), sodass diese dann den Eindruck erwecken, als ob sie dem Rücken der Tragblätter entspringen würden. Tat-sächlich stellen aber dieseStacheln" Blätter derHülle" (involucrum) dar, von denen die obersten eine Streckeweit mit den Tragblättern verwachsen sind. Da sie auch Leitbündel enthalten, dürften diese in den meisten Floren-werken alsStacheln" bezeichneten umgewandelten Blattgebilde vielleicht besser alsDornen" (genauerBlatt-dornen" i bezeichnet werden. Immerhin ist die Blattnatur ähnlich wie bei denStacheln" der Cupula von Fagus,Castanea und Quercus nicht über alle Zweifel erhaben, zumal nach Baillon (Adansonia, Bd. I, Paris 1861,pag. 119) die Zahl derselben anfänglich geringer sein soll und sich erst im Laufe der EntWickelung der Schein-frucht durch interkalares Wachstum vermehren soll (vgl. neuerdings Farr. Bot. Gazette LIX). Dagegen gehörendie beiden gerade abstehenden oder + gekrümmtenSchnäbel" (Fig. 254 b, h, e). die von den beiden langen, faden-förmigen Griffelästen durchzogen werden, den Tragblättern an. Während die Kelch- und die Staubblätter in denweiblichen Blüten gänzlich fehlen, gelangt die Krone nicht über das Stadium der Anlage hinaus. Das Perikarpder Achaenen zeigt nach Hanausek eineKohleschicht", die von 2 Entwickelungsherden ausgeht, so dassam reifen Perikarp zwei Lagen der Kohleschicht zu erkennen sind. Die Xanthium-Arten gehören zu denwenigenanemophilen" Formen der Compositen. Die weiblichen Blüten entfalten sich bedeutend früher alsdie männlichen. Camus beobachtete einmal ein zweigeschlechtiges Köpfchen bei X. strumarium (also eineAnnäherung an die verwandte Gattung Iva) Wydler 3 weibliche Blüten in einem Köpfchen. Alle nach-benannten Arten, ebenso X. Indicum Roxb. aus Cochinchina dienten früher zum Gelbfärben, besonders bei denRömern zum Blondfärben der Kopfhaare (Dr. Hegi).

Die Gattung umfasst etwa 5 Arten, die in den wärmeren und gemässigten Zonen fast der ganzenErde vorkommen. In Mitteleuropa werden ausser den 3 folgenden näher beschriebenen Arten gelegentlichadventiv beobachtet: X. Orientale L. (= X. Canadense Mill., = H. macrocärpum DC, = H. echinätum Mill.nee Murray,, = X. Canadense Mill. var. echinätum Hoeck). Aehnlich dem X. echinätum Murray. Stengel(ob stets?) ungefleckt. Pflanze gleichfalls aromatisch riechend. Scheinfrucht (Fig. 254e) länglich, etwa 3 bis3'/2mal solang als dick (ohne die Schnäbel!). Stacheln etwas entfernt stehend, kräftig, kürzer als der Durch-messer der Scheinfrucht, fast von der Mitte an allmählich stärker gebogen, an der Spitze hakig. Schnäbel inder Regel stark nach einwärts gekrümmt. Stammt wohl aus Amerika. Eingebürgert im südwestlichen atlan-tischen Europa (um Madrid 1811, in Südfrankreich 1815 beobachtet) bis Belgien (?), in Mittel- und Südfrankreich.In Deutschland nur vorübergehend als Flüchtling aus Botanischen Gärten bei Frankfurt a. O., bei Wrietzen,Lippstadt in Westfalen, in Niederösterreich bei Wiener-Neustadt, 230 m ü. M. (seit ca. 50 Jahren), bei Trient inSüdtirol und angeblich in Kärnten beobachtet. X. cathärticum H. B. et Kth. aus Südamerika, verwandtmit X. spinosum. Bei Döhren in Hannover beobachtet.H. ambrosioi'des Hook, et Arnold aus Argentinien.Bei Ludwigshafen am Rhein konstatiert.

1. Blattstiele am Grunde mit 1 bis 2 kräftigen, 3-teiligen Stacheln. Laubblätter zweifarbig.

X. spinosum nr. 454.1*. Pflanze am Grunde der Blattstiele ohne Stacheln................ 2.

2. Schnabel der Fruchthülle gerade (Fig. 252 k). Stacheln massig dicht stehend. Scheinfrüchte grau-grün. Pflanze nicht aromatisch riechend, nicht oder nur schwach rauhhaarig ... X. strumarium nr. 452.

2*. Schnabel der Fruchthülle an der Spitze hackig (Fig. 254 b). Stacheln sehr dicht stehend. Schein-früchte gelb- bis dunkelbraun. Pflanze aromatisch riechend, sehr rauh..... X. echinätum nr. 453.

452. Xanthium strumarium 1 ) L. Gemeine Spitzklette. Franz.: Glouteron, grateron,

grapelles, herbe aux ecrouelles; engl.: Broad cocklebur, burweed. ditch-, sheep- oder

clot-bur, button bur, sea burdock, bur-thistle; ital.: Lappola. Fig. 252.

Pflanze einjährig, 16 bis 120 cm hoch, nicht aromatisch riechend, graugrün. Wurzel

spindelförmig. Stengel, Blattstiele und Blattfläche mit pfriemlichen, ziemlich weichen, beim

') Vom lat. striima = Kropf. Die Wurzel wurde ehedem gegen Drüsenanschwellungen (strüma) benützt.

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