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oder doppelt fiederteiligen Laubblättern, und S. trifoliätum L. (= S. ternätum Retz.) mit beblättertfroStengel, jedoch mit nicht verwachsenen, lanzettlichen bis länglich-eirunden, oft quirlständigen Laubblättern.Wegen ihrer majestätischen Haltung und der weithin leuchtenden Blütenköpfe sind die Silphien beliebte Herbst-staudenpflanzen, die aber nur für grosse Landschaftsgärten in Betracht kommen können. S. laciniatum und andereArten liefern ein dem Weihrauch ähnliches Harz. Das bei uns nicht selten kultivierte Silphium laciniatumL., engl.: Compass plant, pilot weed, polar plant, turpentine weed, ist das Prototyp der „Kompasspflanzen«.Die Laubblätter, die hier wechselständig angeordnet sind, stehen mit der Kante nach oben und unten, mitden Flächen nach den Seiten und sind überdies so orientiert, dass sie nach Norden und Süden weisen. Diesevertikale Blattstellung hat für die Pflanze den grossen Vorteil, dass die Blätter am kühlen Morgen und Abendvon den Sonnenstrahlen voll getroffen werden, ohne dabei allzu stark durchwärmt und zur Transpiration angeregtzu werden, während sie vor der zu starken Mittagssonne geschützt sind („dysphototrope Lichtstellung"). Diesein den weiten, menschenleeren Prärien von Nordamerika wachsende Komposite war den Jägern, die an ihrbei trübem Wetter die Himmelsrichtung erkennen konnten, schon längst als Kompasspflanze bekannt. GeneralAlvord stellte 1842 bei S. laciniatum die Nord-Südstellung der Blätter fest. Der Schriftsteller Longfellowwidmete ihr ein reizendes Gedicht. 1781 war sie bereits nach Europa gebracht worden. Eine ähnliche Vertikal-stellung zeigen die Laubblätter von Tofieldia calyculata (Bd. II, pag. 189), vieler Iris- und Eucalyptus-Arten,von Phormium tenax, Callistemon (Myrtaceae), Lactuca Scariola (siehe dort), Achillea filipendula, ebensodie Phyllodien (= blattähnlich ausgebildete Blattstiele) vieler australischer Akazien. Hingegen zählt S. per-foliatum trotz gegenteiliger Literaturangaben nicht zu den Kompasspflanzen.
450. Silphium perfoliätum L. (== S. connätum L., = S. scäbrum Moench). Durch-wachsene Kompasspflanze. Engl.: Cup-plant (= Tassenpflanze), Indian cup.
Fig. 249 e bis m.
Pflanze 1,25 bis 2,5 m hoch, ausdauernd. Wurzelstock ästig, kriechend. Stengelaufrecht, oberwärts ästig, kantig, glatt, kahl, bis zur Spitze beblättert. Laubblätter gegen-ständig, oberseits dunkelgrün, etwas rauh, unterseits blaugrün, flaumig-rauh, dreieckig-eiförmig, spitz, entfernt grob gezähnt; die unteren in den Stiel zugeschweift, bis über30 cm lang, die folgenden am Grunde plötzlich verschmälert, mit kurzem, breit-geflügeltemStiel (Flügel paarweise miteinander verwachsen), die obersten eilänglich, sitzend, amGrunde paarweise miteinander becherförmig verwachsen. Köpfe 5 bis 8 cm breit,ziemlich lang gestielt, traubig angeordnet. Hüllschuppen wenigreihig, dachig angeordnet,krautig, breit-eiförmig, abgerundet, an der Spitze zurückgebogen (Fig. 249 f). Blütendottergelb. Scheibenblüten zwitterig, röhrig. Griffel lang, fadenförmig, mit mehrzelligenFegehaaren versehen. Randblüten weiblich, zungenförmig (Fig. 249 i), mehrnervig, 4 mm breitund bis 3 cm lang, mehr als doppelt so lang als die Hülle. Blütenboden flach, mit Spreu-blättern. Früchte vom Rücken her zusammengedrückt, zweiflügelig (Fig. 249 i, m). Pappusaus randständigen Grannen bestehend. — VII bis X.
Stammt aus Nordamerika; hat sich in Mitteleuropa in neuester Zeit an Flussufernund in Auen stellenweise eingebürgert.
In Deutschland häufig am Rheinufer zwischen Braubach und Oberlahnstein (hier in Menge) undbei Pillnitz nächst Dresden. In Oesterreich bisher in Böhmen (Hoch-Vesely), in Niederösterreich (zwischenThernberg und Bromberg) und Steiermark (Murauen unter Graz) beobachtet. In der Schweiz bei Amlikonim Kanton Thurgau.
Allgemeine Verbreitung: Nordamerika; in Europa eingeschleppt.
Die paarweise verwachsenen Blattbasen bezw. „Flügel" oder „Tassen" der Blattstiele bilden becken-förmigen Vertiefungen, in denen sich das Regenvvasser ansammeln kann, ähnlich wie bei Dipsacus laciniatus(vgl. Bd. VI, pag. 284).
DCCXXXXVI. Ambrosia 1 ) L. (= Hemiambrösia Delp.).
Die Gattung mit ca. 20 Arten ist besonders in Amerika verbreitet. Einzig A. maritima L. undA. Senegalensis DC. (diese letztere ist vielleicht nur eine Unterart von A. maritima) ist im Mittelmeergebiet
') Nach der Götterspeise; ein für diese Gattung nicht gerade glücklich gewählter Name.