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Pflanze 20 bis 60 cm hoch, ausdauernd. Wurzelstock walzenförmig, knotig, schief.Stengel aufrecht, einfach oder ästig, dicht anliegend seidig-behaart bis fast kahl. Laub-blätter oberseits spärlich, unterseits dichter angedrückt seidenhaarig bis fast kahl, eilänglichbis lanzettlich, stumpf oder etwas spitz, ganzrandig oder gezähnelt; die unteren in den
kurzen Stiel verschmälert, die oberen mitabgerundetem oder schwach herzförmigemGrunde sitzend. Köpfe 2 bis 5,5 cm breit,einzeln oder zu 2- bis 4-köpfigen Dolden-trauben vereinigt. Hülle fast halbkugelig. Hüll-schuppen ungefähr zweireihig (Fig. 245 b),nicht regelmässig dachig, lineal-lanzettlich,(Fig. 245 c, d), kaum 1 mm breit, krautig,grün, behaart und kurz drüsig, zurück-gekrümmt. Blüten goldgelb. Zungenblüten1,5 mm breit, fast doppelt so lang wiedie Hülle. Früchte 1,3 mm lang, an-gedrückt behaart, oben zuweilen etwasdrüsig (Fig. 245 f). — VI bis IX.
Auf feuchten Wiesen, an Gräben,nassen, lehmigen Stellen, in feuchten Ge-büschen, an Ufern, auf Waldblössen ziemlichverbreitet; von der Ebene bis in die Alpen-täler und stellenweise häufig, fehlt jedochstellenweise (z. B. in Württemberg) gänzlich.Gelegentlich auch apophytisch auf Ruderal-steilen, an Strassen, Wegen, Eisenbahn-dämmen (vgl. Bd. III, pag. 423).
Allgemeine Verbreitung: Süd-liches Skandinavien, Dänemark, Niederlande,Deutschland, Oesterreich-Ungarn, Frank-reich, Schweiz, Mittel- und Südrussland,ganz Südeuropa; Syrien, Persien.
Die Haarbekleidung dieser Art ist sehr variabel und wird besonders im Süden und im Südosten vonEuropa auffallend dichter. Schwache Abänderungen sind: f. incisa Beck (= Inula serräta Gilib., = I. Bri-tannica L. var. serrata Aschers, et Graebner). Stengelblätter am Grunde herzförmig und gegen die Basis zueingeschnitten gesägt zugespitzt. — f. ovalifölia Beck. Grundblätter eiförmig, stumpf, in einen deutlichenStiel verschmälert. — f. angustifölia Marsson (? = var. uniflöra Gaud., = var. monocephala Opiz). Laub-blätter auffallend schmal-lanzettlich, 5 bis 10 mm breit, zuweilen gezähnt; die oberen mit etwas verschmälerterBasis sitzend. —■ f. sen'ceo-lanugi nösa K. Domin. Laubblätter im jugendlichen Zustande beiderseits(ähnlich wie bei I. Oculi Christi) dicht seidig-wollhaarig. Stengel oberseits lang abstehend behaart (Böhmen).— f. diminüta K. Domin. Stengel stets 1-köpfig. Laubblätter schmal länglich-lanzettlich, 8 bis 10 mmbreit; die unteren allmählich in einen kurzen Stiel verschmälert, kahl. Köpfe 3 bis 4mal kleiner als beimTypus. Aeussere Hüllblätter + zurückgekrümmt. — f. viridis Ascherson et Graebner. Pflanze fast kahl. —f. discofdea Tausch. Zungenblüten fehlend oder in der Hülle versteckt, nicht länger als die Scheibenblüten.—Eine systematisch höher stehende Form scheint zu sein: var. Oetteliana 1 ) (Rchb.) Ascherson. Pflanze meistniedriger, sparriger, dunkler grün, weniger behaart. Laubblätter fast ganzrandig. Hüllschuppen breiter, längerals die Scheibenblüten (Selten). — Von Missbildung wurden laubartig vergrösserte, die Blüten mehrmals über-ragende Hüllschuppen (I. comösa Lam.) in Westpreussen beobachtet.
Fig. 245. Inula Britannica L. a Habitus (^3 natürl. Grösse),b Köpfchen (von unten). c f d Hüllblätter. e Zunjrenblüte./ Frucht. — Inula Oculus Christi L. g Habitus (*/a natürlGrösse), h Röhrenblüte (Kronröhre aufgeschnitten). * Röhren,blute, k Hüllblatt.
') Benannt nach Karl Christian Oettel, geb. 1742, gest. 1819, Verfasser eines Verzeichnisses (1799)der in der Oberlausitz wildwachsenden Pflanzen.