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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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Pflanze 20 bis 60 cm hoch, ausdauernd. Wurzelstock walzenförmig, knotig, schief.Stengel aufrecht, einfach oder ästig, dicht anliegend seidig-behaart bis fast kahl. Laub-blätter oberseits spärlich, unterseits dichter angedrückt seidenhaarig bis fast kahl, eilänglichbis lanzettlich, stumpf oder etwas spitz, ganzrandig oder gezähnelt; die unteren in den

kurzen Stiel verschmälert, die oberen mitabgerundetem oder schwach herzförmigemGrunde sitzend. Köpfe 2 bis 5,5 cm breit,einzeln oder zu 2- bis 4-köpfigen Dolden-trauben vereinigt. Hülle fast halbkugelig. Hüll-schuppen ungefähr zweireihig (Fig. 245 b),nicht regelmässig dachig, lineal-lanzettlich,(Fig. 245 c, d), kaum 1 mm breit, krautig,grün, behaart und kurz drüsig, zurück-gekrümmt. Blüten goldgelb. Zungenblüten1,5 mm breit, fast doppelt so lang wiedie Hülle. Früchte 1,3 mm lang, an-gedrückt behaart, oben zuweilen etwasdrüsig (Fig. 245 f). VI bis IX.

Auf feuchten Wiesen, an Gräben,nassen, lehmigen Stellen, in feuchten Ge-büschen, an Ufern, auf Waldblössen ziemlichverbreitet; von der Ebene bis in die Alpen-täler und stellenweise häufig, fehlt jedochstellenweise (z. B. in Württemberg) gänzlich.Gelegentlich auch apophytisch auf Ruderal-steilen, an Strassen, Wegen, Eisenbahn-dämmen (vgl. Bd. III, pag. 423).

Allgemeine Verbreitung: Süd-liches Skandinavien, Dänemark, Niederlande,Deutschland, Oesterreich-Ungarn, Frank-reich, Schweiz, Mittel- und Südrussland,ganz Südeuropa; Syrien, Persien.

Die Haarbekleidung dieser Art ist sehr variabel und wird besonders im Süden und im Südosten vonEuropa auffallend dichter. Schwache Abänderungen sind: f. incisa Beck (= Inula serräta Gilib., = I. Bri-tannica L. var. serrata Aschers, et Graebner). Stengelblätter am Grunde herzförmig und gegen die Basis zueingeschnitten gesägt zugespitzt. f. ovalifölia Beck. Grundblätter eiförmig, stumpf, in einen deutlichenStiel verschmälert. f. angustifölia Marsson (? = var. uniflöra Gaud., = var. monocephala Opiz). Laub-blätter auffallend schmal-lanzettlich, 5 bis 10 mm breit, zuweilen gezähnt; die oberen mit etwas verschmälerterBasis sitzend. f. sen'ceo-lanugi nösa K. Domin. Laubblätter im jugendlichen Zustande beiderseits(ähnlich wie bei I. Oculi Christi) dicht seidig-wollhaarig. Stengel oberseits lang abstehend behaart (Böhmen). f. diminüta K. Domin. Stengel stets 1-köpfig. Laubblätter schmal länglich-lanzettlich, 8 bis 10 mmbreit; die unteren allmählich in einen kurzen Stiel verschmälert, kahl. Köpfe 3 bis 4mal kleiner als beimTypus. Aeussere Hüllblätter + zurückgekrümmt. f. viridis Ascherson et Graebner. Pflanze fast kahl.f. discofdea Tausch. Zungenblüten fehlend oder in der Hülle versteckt, nicht länger als die Scheibenblüten.Eine systematisch höher stehende Form scheint zu sein: var. Oetteliana 1 ) (Rchb.) Ascherson. Pflanze meistniedriger, sparriger, dunkler grün, weniger behaart. Laubblätter fast ganzrandig. Hüllschuppen breiter, längerals die Scheibenblüten (Selten). Von Missbildung wurden laubartig vergrösserte, die Blüten mehrmals über-ragende Hüllschuppen (I. comösa Lam.) in Westpreussen beobachtet.

Fig. 245. Inula Britannica L. a Habitus (^3 natürl. Grösse),b Köpfchen (von unten). c f d Hüllblätter. e Zunjrenblüte./ Frucht. Inula Oculus Christi L. g Habitus (*/a natürlGrösse), h Röhrenblüte (Kronröhre aufgeschnitten). * Röhren,blute, k Hüllblatt.

') Benannt nach Karl Christian Oettel, geb. 1742, gest. 1819, Verfasser eines Verzeichnisses (1799)der in der Oberlausitz wildwachsenden Pflanzen.