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Wie die meisten Inula-Arten besitzt auch I. Britannica einen aromatischen, etwas knoblauchartigenGeruch. Sie wird zuweilen mit Arnica montana L. verwechselt (wie übrigens die meisten grossblütigen Com-positen mit gelben Zungenblüten, z. B. Buphthalmum salicifolium L.) und wird bei den Wenden, ebenso inMähren und Böhmen, unter dem Namen „ Arnica" auf den Markt gebracht. — Auf den Wurzeln entstehen zu-weilen Adventivknospen.
442. Inula Öculus Christi 1 ) L. (= I. lanuginosa Gilib., «=> I. campestris Bess., = I. mon-
tana Vis. nee L., = I. sericea Kit.). Christus-Auge. Fig. 245g bis k.
Pflanze 20 bis 60 cm hoch, ausdauernd. Wurzelstock walzlich, kriechend, ästig.Stengel aufrecht, oben doldentraubig-ästig, selten einfach, angedrückt weiss seidenhaarig-wollig. Laubblätter beiderseits ziemlich dicht seidig-wollig; die grundständigen zur Blüte-zeit noch frisch, verkehrt-eilanzettlich, in den etwa gleichlangen Stiel zugeschweift, gezähnelt,spitz, die unteren Stengelblätter den grundständigen ähnlich, allmählich kürzer gestielt, dieoberen lanzettlich, aufrecht, mit herzförmiger Basis halbstengelumfassend sitzend, spitz,ganzrandig oder gezähnelt. Köpfe 25 bis 50 mm breit, einzeln oder zu 2 bis 9 ziemlich langgestielt in einer endständigen Doldentraube. Hülle fast halbkugelig. Hüllschuppen zahl-reich, mehrreihig, nicht] deutlich dachig; die äusseren am Grunde lederig, mit lineal-lanzettlicher, krautiger, dicht seidig behaarter Spitze, die inneren mit allmählich an Längezunehmendem, lederigem Anteil, die innersten lineal, lederig-häutig, an der Spitze oftrötlich, gewimpert (Fig. 245k) und meist feindrüsig behaart. Blüten gold- bis orangegelb.Zungenblüten 1 mm breit, doppelt so lang als die Hülle. Früchte 2 bis 2,5 mm lang,spärlich angedrückt behaart (Fig. 245i). — VI bis VIII.
An sonnigen, grasigen Abhängen, auf Steppenwiesen, an buschigen, felsigen Stellen.Selten in Oesterreich und zwar einzig in Mähren und in Niederösterreich. Fehlt inDeutschland (nur adventiv) und in der Schweiz.
In Mähren bei Nikolsburg, Tasswitz, Znaim, im Thayatale, bei Brunn, Seelowitz, Nusslau, Eibenschitz,Auspitz, Czeitsch, Ungarisch-Hradisch, Tischnowitz, Ochos, Sokolnitz, Oslawan. In Niederösterreich an denOstabhängen des Wiener Waldes, ferner bei Göttweih, Mautern, Herzogenburg, Förthof bei Stein, Retz, Hardegg,Goggendorf bei Eggenburg, bei Unterwaltersdorf und im Rosaliengebirge. In Deutschland adventiv am Deichbei Eckwerder Speicher und bei Heidelberg (1883) beobachtet.
Allgemeine Verbreitung: Oesterreich-Ungarn, Balkanhalbinsel, Mittel- undSüdrussland; Kaukasien, Armenien, Kleinasien.
I. Oculi Christi ist von allen mitteleuropäischen Arten die am meisten xerophil gebaute Pflanze. Imnordöstlichen Niederösterreich und in Mähren bildet sie wie I. Germanica, I. hirta und I. ensifolia einen Bestand-teil der „Pannonischen Triftformation'', welch' letztere durch das starke Ueberwiegen der dikotylen Staudenund Halbsträucher (tonangebend ist Cytisus Kitaibelii, daneben Cytisus supinus, C. nigricans, C. albus, Genistapilosa, Rosa Gallica und R. spinosissima) sich von den Grasnurformationen abhebt.
443. Inula Conyza 2 ) DC. (= Conyza squarrosa L., = Conyza vulgaris Lam., = Erigeronsquarrosum Clairville, = Inula vulgaris Trevisan, = I. squarrosa Bernh. nee L.). Dürr-wurz. Franz.: Herbe aux mouches, herbe aux moucherons, oeil de chien, herbe aux puces,inule fausse Conyze; engl.: Gloughman's spikenard, great fleabane, spreading; ital.: Stra-
montana. Taf. 262, Fig. 3.
Pflanze 20 bis 70 (90) cm hoch, zweijährig oder ausdauernd. Wurzelstock lang-faserig, walzenförmig, knotig verdickt, schief. Stengel aufrecht oder am Grunde auf-
*) Lat. dculus = Auge.
3 ) Name griech., vielleicht von y.övvfa [könyza] oder v.vv'CfX [knyza] = Jucken, Krätze (die Pflanzesoll früher gegen Krätze gebraucht worden sein) oder von rxivaip [könops] = Mücke, Floh, Ungeziefer, da diePflanze Ungeziefer vertreiben soll. Die jetzige Gattung Conyza ist Vertreterin einer eigenen Gruppe derAstereen.