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fast 2 mm breit, die inneren lanzettlich, schmäler, alle lederig, gegen die Spitze zu krautigund etwas kurzhaarig-flaumig, an der Spitze zurückgebogen. Blüten goldgelb; die Zungen-blüten sehr schmal (1 mm breit) und die Hülle um nur 1 bis 3 mm überragend. Früchte1,5 mm lang, längsrippig, braun, 1,5 mm lang, kahl. — VII, VIII.
Zerstreut an sonnigen, buschigen Abhängen, grasigen Stellen, auf Heidewiesen, anWald- und Weingartenrändern; nur im Hügellande. Zerstreut in Mitteldeutschlandund in Oesterreich (Böhmen, Mähren, Niederösterreich, Krain); fehlt in der Schweiz.
Im mittleren Deutschland in Bayern bei Rothenburg o. T. und südlich von Grettstadt (früher auch beiWürzburg, Schweinfurt und angeblich am Natternberg bei Plattling im Donautal sowie bei Neudorf im Altmühltal),im Mainzer Becken am Rhein zwischen Dürkheim, Mainz und Bingen, in der Rheinpfalz bei Grünstadt, Zell,am Hohfels bei Asselheim (hier geschützt!), Tiefenthal, Leistadt, im Nahetal bei Kreuznach und bei Mons-heim, im Werratal bei Eschwege (früher), bei Wannfried, Isopberg bei Jestädt; in Thüringen bei Martinroda,Gotha (Seeberg und Talmersche Höhe), bei Erfurt, Tennstädt, Sond'ershausen, Burgwenden, bei Eisleben, umHalle a. S., bei Röglitz nächst Leipzig, am Unterharz (Börnecke, Westerhausen, Bodra), bei Bernburg, Stass-furt, Aderstedt, Hecklingen (früher), an den Gipshütten bei Mesteregeln, am Silberberg bei Magdeburg (obnoch?), am hohen linken Beverufer bei Neuhaldensleben, am Glindower See und Baumgartenbrück bei Potsdam,am Ostufer des Paarsteiner Sees bei Oderberg (ehemals), in Bockhorst am Hümmling (hier als Rest früherer An-pflanzung!). Fehlt im grössten Teil von Süd- und Westdeutschland, ebenso gänzlich im Nordwesten, in Schleswig-Holstein, Mecklenburg, Pommern, Ost- und Westpreussen, Posen sowie in Schlesien. In Oesterreich in Böhmen(mehrfach im Launer Mittelgebirge, bei Teplitz, Bilin, Saaz, Schiesselitz, Leitmeritz, Raudnitz, Schüttenitz,in der Umgebung von Prag [Moldaufelsen bei Podbaba, bei Pelz, Laurenzberg und St. Prokop] usw.), in Mähren(Seelowitzer und Nusslauer Hügel bei Brunn, Schober bei Baunöl, Pollau, Tasswitz, Znaim, Pausram, Nikolsdorf),in Niederösterreich (Hochleiten bei Wolkersdorf, Bisamberg, Leopoldsberg, Laaerberg, St. Veit und Lanzendorfbei Wien, Eichkogel bei Mödling, Baden), in Oberösterreich angeblich bei Harrachstal und Viechtensteinund in Krain (Dr. Hegi).
Allgemeine Verbreitung: Mittel- und Süddeutschland, Oesterreich-Ungarn,M.ittel- und Südrussland, nördliche Balkanhalbinsel; Kaukasien, Kleinasien, Syrien.
Aendert wenig ab: f. normälis Beck. Stengelblätter länglich, erst im oberen Drittel zugespitzt,7 bis 12 cm lang und 10 bis 27 mm breit. — f. latifdlia Schur. Stengelblätter eilänglich, länger zugespitzt,unter der Mitte am breitesten, 70 bis 80 mm lang und 25 bis 28 mm breit.
Diese Pflanze ist in allen Teilen mit sehr kleinen Drüsen besetzt und deshalb stark aromatisch riechend.Früher wurde das Kraut als Herba Inulae Germänicae s. Palatinae medizinisch verwendet. Weidetierelassen die Pflanze wegen des scharfen Geruches unberührt; auch die pflügenden Bauern meiden das überaus zähe undwiderspenstige Wurzelwerk und hacken es weg. — Inula Germanica, welche Art in Deutschland ihre absoluteOstgrenze erreicht, ist wie I. ensifolia und I. Oculus Christi eine ausgesprochene politische Steppenpflanze.In Deutschland ist sie fast ausschliesslich auf das warme Hügelland von Thüringen, des Saalegebietes,sowie des mittleren Rheingebietes beschränkt (Fig. 238). Demgemäss dürfte die Pflanze von Osten her in denSaalebezirk gelangt sein und sich von dort aus weiter nach dem Main- und Rheingebiet hin ausgebreitethaben. Ob die Pflanze wie August Schulz anzunehmen geneigt ist, früher wie Lactuca quercina und Melicapicta auch das obere Donautal bewohnte und von dort aus nach dem Mittelrheingebiete wanderte, ist schwerzu entscheiden. Für die Annahme von Schulz würden allerdings die zweifelhaften Standorte in Oberösterreich,im Bayer. Donautal am Natternberg ob Deggendorf, sowie im Altmühltal (bei Neudorf) sprechen. In Thüringenzählt Inula Germanica zu den Charakterpflanzen der Hügelformation ähnlich wie Prunus Chamaecerasus, GageaBohemica, Allium rotundum, Iris nudicaulis, Erysimum crepidifolium und E. odoratum, Trifolium parviflorum,Astragalus exscapus und A. Danicus, Potentilla Thurirgiaca, Seseli Hippomarathrum, Peucedanum Alsaticum,Artemisia Pontica, Achillea nobilis, Jurinea cyanoides, Lactuca saligna und L. quercina, Lavatera Thuringiacaetc. — Aus zahlreichen in den letzten Jahrzehnten erloschenen Standorten darf wohl auf eine frühere grössereVerbreitung dieser Art geschlossen werden (Dr. Hegi).
437. Inula salfcina 1 ) L. (= Aster salicinus Scop., = Aster rigidus Moench, = Pulicäria
salicina Presl, = Inula hetnisca Moretti, = I. Pseudo-Bubönium Schur, = I. glabra Gilib.,
= Conyza salicina Rupr., = I. salicina L. var. genuina Beck). W ei den - AI ant. Franz.:
Inula ä feuilles de saule; ital.: Spraginella. Taf. 262, Fig. 1 und Fig. 243.
') Vom lat. Salix = Weide; wegen der Aehnlichkeit der Laubblätter mit denen vieler Weiden.