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bräunlich, fast kahl. Blüten gelblichweiss. Scheibenblüten (Taf. 260, Fig. 1 a), zwitterig,röhrig. Randblüten zungenförmig, weiblich, weiss oder rötlich, sehr kurz, nicht oder kaumlänger als die Hülle und die Scheibenblüten kaum überragend. Früchte 1 mm lang, fastkahl. Pappus schmutzig-weiss, fast dreimal so lang als die Frucht. — VI bis X.
Stammt ursprünglich aus Nordamerika, ist aber bereits im 17- Jahrhundert nachEuropa gewandert und erscheint jetzt fast überall (im schwäbischen Jura nur von Geisingenerwähnt), stellenweise sogar massenhaft, auf wüstem und bebautem Boden, auf kiesig-sandigenStellen, in Holzschlägen, Schonungen, auf Brachen, Aeckern, in Gärten, an Bahndämmen,Rainen, in Weinbergen, Steinbrüchen, zwischen den Ritzen der Pflastersteine, auf Schotter-bänken, an Mauern von der Ebene bis in die Voralpen (bei Klobenstein ob Bozen nochbei 1150 m, im Pustertal bei Niederdorf bei 1158 m).
Allgemeine Verbreitung: Ursprünglich in Nordamerika einheimisch; jetzt alsNeophyt fast auf der ganzen Welt (auch in Australien) eingebürgert (Kosmopolit).
Aendert wenig ab: f. perramdsus Schur (== f. pusi'Uus Uechtritz). 4 bis 20cm hohe, meist vomGrunde an ästige, dicht beblätterte, aber wenigköpfige Zwergform. Köpfchen entfernt, mehr trugdoldig. —f. linosyroi'des Murr. Stengel einfach, bis zum Blütenstand hinauf dicht schopfig beblättert. Blüten sehrdicht gedrängt, in fast doldiger Rispe (Auf heissem, trockenem Porphyrboden bei Bozen).
Erigeron Canadensis wird zum erstenmale im Katalog des Botanischen Gartens von Blois (Depait.Loire et Cher) im Jahre 165S erwähnt. Im Jahre 1674 teilt Boccone mit, dass er sich der Ansicht derPariser Gelehrten, die die Pflanze für aus Kreta oder Kanada eingeschleppt halten, anschliesse, und schon imJahre 1715 erwähnt Morison. dass es Leute gebe, die behaupten, diese amerikanische Pflanze wachse inWäldern und auf Aeckern von Europa. Linne gibt im Jahre 1753 für Erigeron Canadense folgende Ver-breitung an: Canada, Virginien; jetzt im südlichen Europa. 1703 war die Pflanze in Preussen noch unbekannt;am Ende des 18. Jahrhunderts war sie aber in ganz Mitteleuropa bereits häufig. So war nach Jacquin 1762um Wien auf Schutt, Mauern und Kulturland häufig anzutreffen und in Oesterreich bereits eingebürgert. 1/78führt sieLamarck für Frankreich an und bemerkt dazu, man halte die Pflanze für ausländisch und neuerdings alsin Europa eingebürgert. Im Jahre 1768 wird sie in der Schweiz als nicht selten, 1777 für Schlesien und für diePfalz, 1790 für Schlesien als „häufig", 1805 für Innsbruck, 1814 für die Karpaten als häufig angeführt. Dochscheint sie am Ende des 18. Jahrhunderts erst um die grösseren Verkehrszentren häufiger gewesen zu sein;denn 1775 war bei Herborn in Hessen-Nassau erst ein Exemplar gefunden worden. Nach den NordseeinselnBorkum, Spiekeroog und Wangeroog ist E. Canadenis erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundertsgekommen.
E. Canadensis hat sich von allen „Amerikanern" bei uns am meisten eingebürgert und ist zu einemallgemein verbreiteten Neophyten der Kulturzone geworden. Vielerorts hat sich die Pflanze auch den natür-lichen einheimischen Pflanzenvergesellschaftungen angegliedert. In den Waldschlägen gehört sie wie Senecioviscosus und S. silvaticus zu jenen Arten, welche der jungen Waldsaat in den ersten Jahren Schutz gewährenAuf Kulturland kann E. Canadensis bei starkem Ueberhandnehmen lästig werden. Graebner macht auf diegrosse Widerstandsfähigkeit dieser Art bei Grasbränden aufmerksam. Während auf einem abgebrannten Brach-acker bei Berlin-Friedenau alle anderen Pflanzen durch das Feuer verzehrt wurden, überstand E. Canadensisden Brand anscheinend ohne jede Schädigung. Hinsichtlich der Bodenart ist E. Canadensis wenig wählerisch;bei Bremen gedeiht die Pflanze in den Hafenanlagen sogar auf dem sterilen Baggersand. Wegen der unge-heuren Menge von Früchten und der grossen Transportfähigkeit derselben kann sie binnen kurzer Zeit neueGebiete erobern. — Ueber die Bestäubungsverhältnisse von Erigeron Canadensis ist noch wenig bekannt. Nachdembisher nur ein einziger Besucher (Hallictus pauxttlus Schck.) beobachtet worden ist, die Pflanze aber ausser-ordentlich zahlreiche Früchte hervorbringt, dürfte wohl Selbstbestäubung die Regel sein, welche durch Ver-schränkung der Griffeläste und Berührung mit dem Pollen derselben Blüte möglich wäre. — Von Missbildungenist Stengelfasziation wiederholt beobachtet worden; auch Vergrünung der Blütenköpfchen kommt vor. — DasKraut enthält ein ätherisches, hautreizendes Oel.
Von Bastarden sind aus der Gattung Erigeron bekannt geworden: 1. Erigeron acer L. var.angulosus Gaud. X E. Atticus Vill. (= E. gla reösus Brügger). Habitus des E. acer, doch die Köpfe kleinerund die Pflanze drüsig behaart (Zermatt). — 2. Erigeron acer L. X E. Canadensis L. (= E. HülseniiVatke). Pflanze dem E. acer ähnlich, aber reicher ästig, die Köpfe kleiner, die Strahlblüten kürzer, lila(Posen, Berlin, Niederlausitz, Böhmen). — 3. E. alpinus L. X E. glandulosus Hegetschw. Im Habitusbald der einen, bald der anderen Stammart ähnlich, reichlich behaart wie E. alpinus und gleich E. glandulosus
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