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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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Zerstreut auf Wiesen, Weiden, Wildheuplanken, an steinigen Stellen, an Felsen, inlichten Wäldern der alpinen Stufe von ca. 1500 bis 2500 m, vereinzelt noch höher (Gorner-grat im Wallis 2900 m) steigend oder tiefer hinabsteigend (Verzascatal im Tessin 730 m,am Walensee 435 m, Garnitzenberg bei Modern in Kärnten 580 m).

In Deutschland bisher nur auf dem Fellhorn, Nebelhorn, Aggenstein im Allgäu sowie am Schneib-stein und Kahlersberg in den Salzburger Alpen beobachtet. In Oest erreich in Vorarlberg (Krummbach,Fellhorn, Freschen) und in Nordtirol (Zirler Mähder, Steinjoch bei Imst, Holzgau im Lechtal, Kitzbühler Alpen),in Mittel- und Südtirol ziemlich verbreitet, ferner in Salzburg (Hohe und Niedere Tauern, Lungau, in Kärnten(Hohe Tauern, Stangalpen, Saualpe, Lessachtaler und Gailtaler Alpen) und in Steiermark (nur in den MurauerAlpen). Fehlt in Ober- und Niederösterreich und wahrscheinlich auch in Krain. In der Schweiz in der Alpen-kette ziemlich verbreitet und zerstreut im Jura (Dole, Noirmont, Mont Tendre, Creux du Van, Passwang).

Allgemeine Verbreitung: Serrama und Cuenca, Pyrenäen, Gebirge der Au-vergne, Alpen (von den Seealpen bis Salzburg und Kärnten), Jura, Apennin, Ostkarpaten,Parnass; Kaukasus, Gebirge von Turkestan und Afghanistan, Tianschan (Himalaya?); jedochnicht in Südamerika.

Viele Autoren (neuerdings auch Rikli, sowie Schinz und Keller) halten Erigeron alpinus und E. poly-morphus (vgl. pag. 442) nicht auseinander. Daher erklärt es sich auch, dass E. alpinus für viel verbreiteter undhäufiger gehalten wurde als er tatsächlich ist. Die Standortsangaben für Erigeron alpinus aus Bayern, Ober-und Niederösterreich, aus den nördlichen Kalkalpen von Salzburg und Steiermark etc. beziehen sich alle oder dochgrösstenteils auf den allerdings ähnlichen, jedoch meist zarteren und kleineren E. polymorphus, der sich vonE. alpinus durch die stets fehlenden engröhrigen weiblichen Blüten (Fadenblüten) scharf unterscheidet. In denOstalpen ist die Art vorwiegend kalkfeindlich, in den Westalp.en bodenvag.

Erigeron alpinus ist in bezug auf Grösse, Grad der Verzweigung, Blattform, Grösse der Köpfe, Be-haarung etc. ziemlich veränderlich. Man kann unterscheiden: var. gräcilis Tavel. Pflanze meist niedrig (8 bis15 cm hoch), meist 1- und kleinköpfig (Köpfe 1,2 bis 1,6 cm breit). Stengel zart, schlank. Grundständige Blätterschmal, länglich-lanzettlich, in einen auffallend dünnen Blattstiel zusammengezogen. Obere Stengelblätter klein,meist kürzer als die Stengelglieder; zuweilen fast schuppenförmig. Laubblätter beiderseits behaart (Verbreitet). var. calcäreus (Vierh.) Hayek ( = E. Präntlii Dalla Torre). Wie vorige, doch die Laubblätter kahl oderfast kahl (Auf Kalkboden in Südtirol, Engadin, Savoyen). var. compäctus (Vierh.) Hayek (= var. hirsütusGaudin nee Briquet). Pflanze kleiner. Stengel dick, einfach. Stengelblätter gross, meist länger als die Stengel-glieder, dicht-, fast zottig-behaart. Hülle reich behaart (Besonders in den Alpen am Genfersee). var. inter-medius (Schleicher) Gremli (= E. intermedius Schleicher, = E. Schleicher! Moritzi nee Gremli = E. Hegetsch-weileri Brügger). Pflanze kräftig, hochwüchsig (15 bis 40 cm hoch), ästig, reich behaart, meist mehr- (3- bis15-)köpfig. Köpfe gross, 2,3 bis 3 cm breit (Vorarlberg, Aggenstein im Allgäu, Kahlersberg in Bayern,Schweiz). Diese Form, die in ihrem Habitus stark an E. Atticus erinnert, ist mit der var. compaeta und gräcilisdurch alle möglichen Zwischenstufen verbunden. Hieher gehört wohl auch var. pleiocephalus (Willk.) Fiorimit 3 bis 12 Köpfen. var. strigösus Fiori et Paoletti. Behaarung wie bei der var. intermedius, aber Pflanzeschmächtig (10 bis 20 cm hoch). Grundständige Blätter stark entwickelt. Stengel meist 1-köpfig (In den See-alpen und im Apennin vorherrschend; in der Schweiz fehlend). var. grandiflörus (Hoppe) .Briquet. Stengel1-bis 3-köpfig. Köpfe sehr gross (mit den Strahlblüten bis 3 '/s cm breit). Tessin. var. Pyrenaicus (Pourret)Rouy. Pflanze meist niedrig. Stengel einfach und 1-köpfig, seltener ästig. Grundblätter schmal-lanzettlich,schmäler als bei den übrigen Formen, oft spitz. Stengel und Blattfläche ziemlich kahl. Hülle spärlich rauh-haarig. Köpfe klein oder mittelgross (Für die Schweiz zu streichen!). Rikli unterscheidet als weitereFormen f. elongätus, macrocapitätus, robüstus, uniflorofdes (erinnert durch die dicke Behaarung derHülle an E. uniflorus) und maximus.Von Monstrositäten werden Exemplare ohne Scheibenblüten, sowie vonRubel solche mit verkümmerten Strahlblüten und mit breiten, verlängerten, fast laubblattartigen Hüllblättern undmit grossen Laubblättern (f. involuerösus Rikli) erwähnt.

410. Erigeron neglectus A. Kerner (= Erigeron alpinus L. var. neglectus Briquet,= Trimörpha neglecta Vierh.). Uebersehenes Berufskraut. Fig. 223 n bis u.

Pflanze (5) 15 bis 20 (30) cm hoch, ausdauernd. Wurzelstock walzenförmig,knotig. Stengel in der Regel steif aufrecht (ausnahmsweise gekrümmt), kräftig, einfach,fast 1-köpfig, sehr selten 2- (oder bis 4-) köpfig (f. üb er ans Huter), rauhhaarig,drüsenlos (Fig. 223 o), rötlich angelaufen. Laubblätter gewimpert, auf der Fläche ± kahl oder