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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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unterseits sehr häufig, oberseits nicht selten zerstreut behaart, am Rande bewimpert(Fig. 223p), etwas fleischig-dicklich; die grundständigen länglich-spatelig-verkehrteiförmig,an der Spitze abgerundet (Fig. 223p). Stengelblätter 6 bis 10 (12), breit lanzettlich, spitz,meist etwa so lang wie die Stengelglieder. Köpfchen gross, 2,2 bis 2,8 cm breit, fasthalbkugelig. Hüllschuppen lineal-lanzettlich, 1 bis 1,5 mm breit, spitz, aufrecht, meistdunkelpurpurrot, dicht weisswollig-zottig (Fig. 223 q). Scheibenblüten gelb, an der Spitzemeist purpurn; zwischen den letzteren und den Zungenblüten engröhrige weibliche Blüten(Fig. 223r). Zungenblüten schmal-lineal, 0,8 bis 1 mm lang, etwas länger als die Hülle, pfirsich-bis weinrot (die inneren zuweilen mit ± verkümmerter Zunge), ausnahmsweise auch weiss.Frucht 2 mm lang, behaart. Pappus 3,5 bis 4,5 mm lang. VII, VIII.

Zerstreut auf flachgründigem, felsigem Boden, auf Rasenbändern, kurzgrasigenFelsköpfen, steinigen Weiden der alpinen Stufe, von ca. 1900 bis 2600 m, selten tieferhinabsteigend (im Wallis bei Champery und im Val d'IUiers bis ca. 1600 m). Mit Vorliebeauf Kalk und Schiefer, in Tirol auch auf Urgestein.

In Deutschland einzig im Algäu (Nebelhorn, Fellhorn). In Oesterreich vereinzelt in Tirol(Fimbertal, Pfitschtal, Brenner, Sterzing, Grödnerjoch, Virgen, Fedajapass-Padon etc.), in Kärnten (MallnitzerTauern); für Salzburg (Pinzgau) unsicher. In der Schweiz am häufigsten in Graubünden (Raetikon, Plessureralpen,Davos, Bergün, Münstertaler Alpen, Ofenberg, Bernina, Avers), selten im Tessin (Val Onsernone), im Wallis(Turtmanntal, Südseite der Berneralpen, Lemanische Alpen) und in der Waadt (Anzeindaz). Oefter wohl übersehen !

Allgemeine Verbreitung: Alpen (von den Westalpen bis Tirol). In derArktis und in Schottland wird die Art durch eine sehr nahestehende Pflanze (E. boreälis[Vierhapper]) ersetzt.

Diese erst im Jahre 1872 von A. Kerner für Tirol, dann 1895 von Tavel für die Schweiz nach-gewiesene Art ist eine ausgesprochene Hochgebirgspflanze, die der windgepeitschten Gipfel- und Gratfloraangehört. Hinsichtlich der morphologischen Merkmale hält E. neglectus zwischen E. alpinus und uniflorusvollständig die Mitte. Vierhapper erblickt demzufolge in E. neglectus einen Abkömmling von Bastardendieser beiden Arten, während Rikli denselben als eine edaphische (Kalk-) Form von E. alpinus zu deutensucht. Ohne Zweifel steht er dem letzteren sehr nahe, so dass er neuerdings von Voll mann nicht mit Unrechtals Unterart von E. alpinus aufgefasst wird. Experimentelle Versuche in einem Alpengarten würden wohl zurKlärung dieser Frage beitragen. Die habituelle Aehnlichkeit mit E. uniflorus hat früher die meisten Autorenveranlasst, diese Pflanze neben E. uniflorus zu stellen (Dr. Hegi).

411. EHgeron ÄtticUS 1 ) Vill. (= E. Villärsii Beil., = E. Carpäticus Grisebach et Schenk,= E. glandulosus Cariot, = Trimorpha Attica Vierh.). Drüsiges Berufskraut.

Fig. 224 a bis d.

Pflanze kräftig, (15) 25 bis 60 cm hoch, ausdauernd. Wurzelstock walzenförmig,knotig. Stengel steif aufrecht, kräftig, dick, meist grün, oben oder schon von der Mittean trugdoldig-ästig, besonders oberwärts reichlich kurz drüsenhaarig (Fig. 224 b und über-dies mit zerstreuten längeren Drüsenhaaren besetzt. Laubbiätter grün oder dunkelgrün,schlaff, beiderseits ziemlich reichlich drüsenhaarig, ausserdem oft von einfachen, längerenPiaaren gewimpert; die unteren länglich-lanzettlich, in den geflügelten Stiel allmählich ver-schmälert, die mittleren und oberen lanzettlich bis ei-lanzettlich, mit abgerundetem oder etwasstengelumfassendem Grunde sitzend. Alle Laubblätter ziemlich stumpf, mit kurzer Faltspitze.Köpfchen 1 bis 40, meist aber 3 bis 8, in einer endständigen, rispigen Trugdolde. Köpfchen-stiele ziemlich lang, dicht drüsenhaarig. Köpfchen ziemlich gross, 2,2 bis 3,5 cm breit. Hüll-schuppen fast gleich lang, lanzettlich, 1 bis 1,5 mm lang, grün oder violett überlaufen, dicht-drüsenhaarig (Fig. 224c). Scheibenblüten gelb; zwischen denselben und den Zungenblüten zahl-

') Irrtümliche Bezeichnung, da die Pflanze in Attika nicht vorkommt.