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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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E. acer sind die Zungen bei den zu äusserst stehenden Blüten schwach entwickelt. E. sophiaefölius undE. spathulätus zeigen überhaupt keine Zungenblüten. Bei E. alpinus sind die sog.Fadenblüten" deutlich aus-gebildet. Es sind weibliche Blüten mit engröhriger, kurzer Krone und infolgedessen mit frei vorragendem, fäd-lichem Griffel; sie finden sich in vielen Uebergängen zwischen dem Rande und der Mitte der Scheibe.

Wegen des Auftretens von engröhrigen, weiblichen Blüten (Fadenblüten"), die sonst bei keinerSektion vorkommen, und wegen ihres im Gegensatz zu der Mehrzahl der übrigen, grösstenteils amerikanischenErigeron-Arten fast ausschliesslich auf die alte Welt beschränkten Vorkommens werden von Vierhapper(Monographie der alpinen Erigeron-Arten Europas und Vorderasiens. Beihefte zum Botan. Centralblatt Bd. XIX,Abt. 2, 1906) die Arten der Sektion Trimorphaea den übrigen Erigeron-Arten als eigene Gattung Trimörphagegenübergestellt. Als Hauptgrund für diese, auf den ersten Blick hin unnatürlich erscheinende Abtrennungführt Vierhapper die verschiedenartige Entwicklungsgeschichte der beiden Gruppen an, indem die Arten derGattung Erigeron im engeren Sinne amerikanischen Ursprungs sein sollen und sich von hier aus erst in deralten Welt festgesetzt hätten, während Trimörpha sich aus Conyza-artigen Vorfahren in Asien, Europa und inAfrika direkt entwickelt haben soll.

Die Grenzen zwischen den Gattungen Trimörpha und Erigeron sollen mindestens ebenso scharfe seinwie zwischen Conyza und Trimörpha. Spekulativ-morphogenetische Erwägungen rechtfertigen im Zusammen-hang mit den pflanzengeographischen Tatsachen jedenfalls bis zu einem gewissen Grade eine Trennung in 3 phy-letisch ungleichwertige, auf verschiedener Höhe der Stammesentwicklung stehenden Gruppen. Vom homogamenUrtypus der Kompositen ausgehend (Conyza, Aster Linosyris) repräsentiert Trimörpha ein phylogenetisch älteresStadium. Vierhapper gliedert seine Gattung Trimörpha weiter in die beiden Sektionen B rachy glöss a e mitkleinen bis mittelgrossen Köpfen und mit kurzen Zungenblüten (hieher E. äcer, E. elongätus Ledebouraus Sibirien, E. ri'gidus Fries und E. poh'tus Fries aus Skandinavien) und Macrogldssae mit grösserenKöpfen und mit abstehenden, längeren Zungenblüten. Nach der Behaarung zerfällt die letztere Sektion weiterin die beiden Untersektionen Glandulösae (E. Atticus und E. glandulosus) und Hirsütae (E. alpinus).

Adventiv wurden beobachtet: Erigeron erfspus Pourret (= E. linifölius Willd., = Conyzaambfgua DC). Dem E. Canadensis sehr ähnlich, aber die Köpfe etwas dicker. Hülle meist rötlich überlaufen,stärker behaart. Strahlenblüten fast regelmässig, röhrig. Ursprünglich aus Amerika stammend, heute aberüberall in der wärmeren Zone verbreitet, so bereits im Mittelmeergebiet und hier viel verbreiteter als E. Canadensis.Verwildert bei Hamburg (Wollkämmerei am Reihersteg, 1888) und in der Schweiz (Kammgarnfabrik Derendingen;hier 1907 mit australischer Schafwolle eingeschleppt), ferner in Belgien und in Holland. E. KarwinskyänusDC. var. mucronätus (DC.) Aschers. (= Vittadmia trilöba hört, nee DC, = Erigeron heterophyllus Kunthet Bouche, = E. leucanthemifölius Schauer). Laubblätter meist nur 1 bis 2 (höchstens 4) cm lang und +l'/scrn breit, spitz, mit spitzen, allmählich in eine + 1mm lange Stachelspitze zusammengezogenen Lappenoder Zähnen. Stammt aus Mittelamerika (Mexiko bis Venezuela). In Südeuropa (ebenso auf Mauritius) häufigkultiviert, zuweilen an Gartenmauern, auf Felsen verwildert und eingebürgert, so am Langensee seit Jahren(jedoch nicht erst 1907 von Tischler [vgl. Allgemeine Botan. Zeitschr. 1907, pag. 70] entdeckt) um Pallanza undIntra, neuerdings auch bei Brissago auf Schweizerboden sowie am Comersee. Als Zierpflanzen werden in Gärtengelegentlich angetroffen: E. grandiflörus Hook, aus Nordamerika, E. pulchellus DC. aus Armenien,E. erioeephalus Regel et Schmalh. und E. aurantiacus Regel aus Turkestan, letztere Art mit prächtigorangefarbenen Blüten (vgl. auch die Gattung Stenactis, pag. 447).

1. Zungenblüten so lang oder wenig länger als die Scheibenblüten, aufrecht. Stengel traubig- bisrispig-ästig................................... 2.

1*. Zungenblüten fast doppelt so lang als die Scheibenblüten, pfirsichrot, lila bis weiss. Stengeloft 1- oder wenig-köpfig; wenn traubig-verzweigt, dann meist drüsig-behaart. Alpen, Voralpen, Jura . . 3.

2. Köpfe 3 bis 5 mm breit, meist sehr zahlreich (Rispe bis über 100-köpfig). Blüten schmutzig-weiss.Adventiv- und Ruderalpflanze.....................E. Canadensis nr. 415.

2*. Köpfe grösser. Zungenblüten lila oder bläulich............E. acer nr. 408.

3. Laubblätter, Spross und Hüllen + drüsig behaart (Fig. 224 b, f, h).......... 4.

3*. Pflanze drüsenlos (Fig. 223 o und 225 h) .................... 5.

4. Stengel kräftig, aufrecht. Aeste 1- bis 3-köpfig. Grundblätter zur Blütezeit meist fehlend.Zungenblüten purpurrot........................E. Atti cus nr. 411.

4*. Stengel schlank, aufsteigend, mit mehreren verlängerten, 1-köpfigen Aesten. Grundblätter stetsvorhanden. Fast nur in den Zentralalpen...............E. glandulosus nr. 412.

5. Zwischen die zwitterig-röhrigen Scheibenblüten und die weiblichen Zungenblüten weibliche Blütenmit engröhriger, fast fädlicher Blumenkrone (Fadenblüten") eingeschaltet (Fig. 223 r)........ 6.

5*. Fadenblüten zwischen den zwitterigen, röhrigen Scheibenblüten und den weiblichen Randblütenfehlend..................................... 7.