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handensein weiblicher Randblüten zur Erzeugung reifer Samen nicht notwendig ist. c) Polygamia frustränea.Scheibenblüten zwitterig, Randblüten geschlechtslos, unfruchtbar (Agamomonoecie) (z. B. Centaurea). Das Vor-handensein der Randblüten ist zwecklos („frustränea"). d) Polygamia necessäria. Blüten eines Köpfchensteils weiblich, teils männlich, dabei oft scheinzwitterig, aber nie reife Früchte hervorbringend (z. B. Filägo).Das Vorhandensein von beiderlei Blüten im Köpfchen ist also zur Fruchtbildung notwendig („necessäria").
Diese vier Gruppen genügen aber keineswegs, um der Mannigfaltigkeit in der Verteilung der Blüten-formen und der Geschlechter in einem Köpfchen gerecht zu werden. Tatsächlich sind in der Natur nach-folgende 13 Fälle realisiert:
I. Alle Blüten eines Köpfchens zwitterig, regelmässig (aktinomorph), röhrenförmig (Vernönia, Eupa-torium, Adenostyles, Helichrysum z. T., u. a.). 2. Alle Blüten eines Köpfchens zwitterig, zweilippig. Ober-lippe 2-zipfelig; Unterlippe aus 3 Zipfeln verwachsen (hieher die tropische Gruppe der Mutisieae). 3. AlleBlüten eines Köpfchens zwitterig und zungenförmig (Cichorium, Hypochoeris, Picris, Leontodon, Crepis,Hieracium). 4. Scheibenblüten zwitterig, röhrenförmig, Randblüten weiblich (Gynomonoecie), mit engröhriger,oft nur 3-zipfeliger (Gnaphalium) oder selbst reduzierter Blumenkrone (Häastia), oder die inneren Randblütenmit röhriger, die äusseren mit zungenförmiger Blumenkrone (Engeron alpi'nus). 5. Alle Blüten des Köpfchensmit normaler röhrenförmiger Blumenkrone, aber teils zwitterig, teils weiblich (hieher die Kapensische GattungBrachylina). 6. Scheibenblüten röhrenförmig, zwitterig, die Randblüten zungenförmig, teils weiblich, teilsgeschlechtslos (Anthemis Cotula, A. nobilis, Senecio Carniolicus, S. cordatus, Doronicum Clusii). 7. Blüteneines Köpfchens teils männlich, teils weiblich und zwar alle röhrenförmig (Arten von Conyza), oder dieScheibenblüten röhrenförmig und männlich, die Randblüten weiblich und zungenförmig (Silphium ternätum).8. Alle Blüten eines Köpfchens röhrenförmig und männlich oder röhrenförmig und weiblich, die Pflanze demnachzweihäusig (Antennaria). 9. Blüten alle röhrig, bezüglich der Geschlechtsverteilung aber alle möglichen Kombi-nationen bei derselben Art vertreten, doch nie rein zweihäusig (Leontopödium alpinum). 10. Alle Blüten zwitterig,röhrenförmig; alle Zwischenformen von rein zwitterigen bis zu rein eingeschlechtlichen Blüten vorhanden (Anäphalis
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Fig. 204. Pollenkörner. b und c von Taraxacum officinale Weber, d und e von Achillea Millefolium L. (a Folien-korn von Malva),
margaritäcea). 11. Blüten teils zwitterig und röhrenförmig, teils zweilippig, zwitterig und weiblich, teils zungenförmigund weiblich (die altweltlich-tropische Gattung Gerbera aus der Gruppe der Mutisieae). 12. Alle Blütenröhrenförmig, zwitterig oder eingeschlechtlich oder teils weiblich, teils geschlechtslos, oder teils männlich undscheinzwitterig, teils weiblich (Petasftes). 13. Scheibenblüten röhrenförmig, zwitterig; die Randblüten röhren-förmig, vergrössert, geschlechtslos, mitunter auch weiblich (Centaurea). — Innerhalb der letztgenannten4 Gruppen kommen gelegentlich noch andere Abweichungen vor. Als die ursprünglichste Blütenform ist jeden-falls die röhrenförmige Zwitterblüte anzusehen, aus welcher alle anderen Blütenformen zwanglos abgeleitetwerden können. Wir betrachten auch jene Gattungen, welche Köpfe mit durchwegs zwitterigen Röhrenblütenbesitzen, wie z. B, Eupatorium, als die ursprünglichsten. Die grosse Mannigfaltigkeit in der Blütenverteilungist gewiss zum Teile auf blütenbiologische Momente, so auf die Vergrösserung der Randblüten zwecks Aus-bildung eines Schauapparates zurückzuführen (Näheres hierüber bei v. Uexküll-Gyllenband, Margarete,Phvlogenie der Blütenformen und der Geschlechterverteilung bei den Compositen. Bibliotheca botanica, Heft 52,Stuttgart 1901).
Trotz dieser Mannigfaltigkeit in der Verteilung der Blütenformen und der Geschlechter innerhalbeines Köpfchens verhalten sich die Kompositen in blütenbiologischer Beziehung doch ziemlich einheitlich. Diean und für sich kleinen Blüten sind meist zu augenfälligen Köpfchen vereinigt, die zuweilen durch die ver-grösserten Randblüten — diese sind entweder zungenförmig oder wie bei Centaurea ebenfalls röhrenförmig —noch auffallender erscheinen. Nicht selten sind auch die Zungenblüten anders gefärbt als die Scheibenblüten(Aster, Bellis, Chrysanthemum, Rudbeckia), was die Augenfälligkeit der Köpfe noch erhöht. Selten fungieren stattder Randblüten die strahlig ausgebreiteten innersten Hüllschuppen, die dabei lebhaft gefärbt sein können, an