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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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NordamerikaundCötulacoronopif ölia L. aus Südafrika) sind in der Familie sehr selten anzutreffen. BaumartigeFormen treten besonders im tropischen Südamerika auf, so die Gattungen Vanillo sm öpsis Schultz Bip., Ly chnö-phora Mart, Eremänthus Less., in den südamerikanischen Anden (Paramo-Vegetation) die sonderbaren Formender Gattungen Espeletia Humb. et Bonpl. (= Libanothämnus Ernst) und Culcitium H. B. et Kth. auf derInsel Juan Fernandez die eigenartige, grossblätterige und grossköpfige Gattung Dendröseris Don. AuchSüdafrika besitzt baumförmige Gattungen (Tarchonänthus L.); am Kilimandscharo wächst das baumartigeSenecio Johnstöni (Oliv.). Für die südamerikanischen Pampas und Llanos sind vor allem die GattungenEupatörium undBäccharis (mit über 200 Arten) charakteristisch; für die nordamerikanischen Praeriensind vorzüglich Arten von Vernönia, Senecio und Artemfsia bezeichnend. Im nordamerikanischenWaldgebiet sind die Astereae mit den Gattungen Aster, Solidago und Erfgeron, sowie die Helian-theae in grosser Artenzahl vertreten. Am Kap ist die Gattung Helichrysum sehr artenreich; auf denafrikanischen Hochgebirgen findet man Senecio- Arten von eigenartigem Habitus (näheres bei dieser Gattung).Für das afrikanische Wüstengebiet sind gewisse Formen vonPulicäria und Odontosp er mum bezeichnend,von welch' letzteren eine Art, O. pygrasum (Coss. et Dur.) O. Hoffmann, wegen der bei Befeuchtung sichöffnenden Blütenköpfe (neben der Crucifere Anastätica hierochüntica L.; vgl. Bd. IV, pag. 69) alsRosevon Jericho" bekannt ist. Im Mediterrangebiete sind besonders die Gattungen Anthemis und Centaureain grosser Artenzahl vertreten, auch gewisse Disteln (Onopordon, Sflybum) und die gelbblühenden Chry-santhemum-Arten (Ch. segetum, coronärium, Mycönis) sind für das Landschaftsbild sehr charakteristisch ;auf den Hochgebirgen des Mittelmeergebietes sind vor allem gewisse reizende Achi 11 e a-Arten zu finden.Auf den Salzsteppen von Spanien, Südrussland und von Zentralasien sind zahlreiche Art emi'si a- Arten zuHause. In den Hochgebirgen Asiens und Europas sind die Gattungen Gnaphälium und Saussürea reichentwickelt; europäisch-vorderasiatisch ist die Gattung Inula. Im mittleren und nördlichen Europa hat es dieGattung Hieräcium zu einem ungeheuren Formenreichtum gebracht.

Der Habitus der meisten Kompositen ist ein äusserst charakteristischer. Aehnliche kopfige Blüten-stände treten bei den Dipsaceen (Knautia, Scabiosa, Succisa) auf; doch existiert zwischen beiden Familien trotzder ebenfalls bestehenden, allerdings nur äusserlichen Aehnlichkeit im Fruchtbau, der sich auch bei den Valeri-anaceen vorfindet, keine nähere Verwandtschaft (vgl. Bd. VI, pag. 2/9). Wirklich verwandt sind die Kompositennur mit den Campanulaceen und Lobeliaceae, von denen die Gattungen Phyteuma und Jasione im Bau derInfloreszenz ja auch schon eine Annäherung zeigen, sowie mit den hauptsächlich australischen Familien derGoodeniaceae und Stylidiaceae. Diese drei Familien zeichnen sich wie die Kompositen durch einen Gehaltvon Inulin aus (vgl. unten) und besitzen wie Lobelia Dortmanna (Bd. VI, pag. 393) eine deutliche Neigungzur Verwachsung der Antheren zu einer den Griffel umgebenden Röhre. Viele Mutisieae, die einenUebergangzu den extrem zygomorphen Zungenblüten bilden und hauptsächlich in Amerika verbreitet sind, erinnern mit ihrenzwitterigen Lippenblüten an die Lobeliaceen, Dipsaceen und an die zygomorphen Caprifoliaceen.

Die an und für sich meist unscheinbaren Blüten der Kompositen sind fast ausnahmslos zu mehreren,oft bis zu einigen Hunderten in einen Blütenstand, dem Köpfchen oderBlütenkorb" (capi'tulum) vereinigt.Ebenso ist die Grösse der Einzelblüten und der Blütenköpfe sehr verschieden. Das winzigste Köpfchen dürfteFilago minima aufweisen, dessen Durchmesser im aufgeblühten Zustande nur etwa 2 mm beträgt. Das Gegen-stück dazu liefert die Sonnenblume mit bis 30 cm breiten Blütenköpfen. Die Augenfälligkeit der an und fürsich kleinen Köpfchen wird nicht selten dadurch erhöht, dass diese sich zu grossen Gesamtblütenständen(Petasites, Solidago, Antennäria, Achillea, Senecio Fuchsii etc.) zusammenschliessen, oder aber, dass der Kopfvon Hüllblättern (Leontopödium alpmum, Carlina, Helichrysum) umgeben wird (extrafloraler Schauapparat").Diese letzteren, die den unteren Teil der verdickten Blütenstandachse einnehmen, haben in erster Linie dieAufgabe, die Einzelblüten des Kopfes im Knospenzustande zu schützen, zweitens sollen sie dieselben währenddes Blühens in einer bestimmter Lage zusammenhalten. Schliesslich fällt ihnen zuweilen die Rolle von Schutz-organen gegen von unten ankriechende Tiere zu oder sie dienen wie bei den Kletten zum Festhacken der ganzenKöpfe. Im wesentlichen haben die Hüllblätter also die Funktionen des Kelches von gewöhnlichen Blüten über-nommen. Die Form der Einzelblüten ist jedoch höchst mannigfach. Relativ selten sind alle Blüten einesKöpfchens völlig gleichgestaltet (homogam) und entweder zwitterig, röhrenförmig und regelmässig, z. B. Eupa-törium (vgl.Taf. 258, Fig. la und lb), oder aber zwitterig und unregelmässig zungenförmig(z. B.Leöntodon, Hieräcium).Nicht selten sind die Blüten der Scheibe röhrig und die Randblüten zungenförmig, das Köpfchen also heterogam;oft aber sind die Blüten eines Köpfchens nicht alle gleichen Geschlechtes. So sind z. B. die Blüten der Scheibezwitterig, die Randblüten aber weiblich oder geschlechtslos. Diese Verhältnisse waren schon Linne bekannt, derseine Klasse 19 der Syngenesia polygamia, die unserer Familie der Kompositen entspricht, in folgende vier Gruppenteilte: a) Polygamia aequälis. Sämtliche Blüten eines Köpfchens zwitterig (z. B. Tragopögon, Hieräcium,Carduus, Eupatörium). b) Polygamia superflu a. Die Scheibenblüten zwitterig, die Randblüten weiblich, alsogynomonoecisch (z. B. Artemisia, Gnaphälium, Senecio, Aster).Supernua" = überflüssig deshalb, weil das Vor-