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Tafel 259.
Erklärung der Figuren.
Fig. 1. Aster Bellidiastrum (nr. 398). Habitus.
1 a. Zungenblüte.Ib. Röhrenblüte.
2. Aster Linosyris (nr. 395). Habitus.
2 a. Röhrenblüte.2 b. Frucht mit Pappus.2 c. Griifel.
3. Aster Amellas (nr. 400). Blütenspross.3a. Längsschnitt durch den Blütenkopf.
Fig. 3 b. Zungenblüte.
„ 3c. Achaene mit Pappus.
„ 4. Aster Tripolium (nr. 397). Blütenspross.
„ 4 a. Zungenblüte.
„ 4 b. Fruchtköpfchen.
„ 4 c. Achaene mit Pappus.
„ 5. Stenactis annua (nr. 416). Habitus.
,, 5 a. Röhrenblüte
„ 5b. Achaene mit Pappus.
Entweder alle Blüten des Köpfchens gleichgestaltet oder aber die randständigen von denen
des Mittelfeldes verschieden. Blüten stets zvvitterig oder weiblich (wenn männlich mit stets
vorhandenem, fehlschlagendem Fruchtknoten), mit dem unterständigen Fruchtknoten im
Blütenboden sitzend (Fig. 206o). Anheftungsstelle („Hilum") des Fruchtknotens am Grunde
oder seitlich über dem Grunde desselben. Kelch („Pappus") fehlend
oder vorhanden, aber nie blattartig, sondern aus Schüppchen oder
einfachen bezw. federigen Haaren oder Borsten bestehend, zur Zeit
der Fruchtreife meist bleibend und als Flugorgan für die reife Frucht
dienend, mitunter auf einem dünnen Stiele emporgehoben (Taf. 275,
Fig. 2 a). Blumenkrone mit fädlicher bis trichteriger Röhre, entweder
mit regelmässig 5-spaltigem Saum (Taf. 259, Fig. 2a) oder aber
„zungenförmig" (Taf. 262, Fig. 4a), d. h. der Saum einseitig in eine ±
lineale, an der Spitze normal 5-zähnige Zunge vorgezogen, die aus
den 5 vereinten Kronzipfeln gebildet wird, selten der Saum schief
trichterig und 5-spaltig (Randblüten von Centaurea) oder zwei-
lippig. Staubblätter 5 ; ihre Fäden der Kronröhre eingefügt (Taf. 272,
Fig. 4 c). Antheren zweifächerig, nach innen aufspringend, miteinander
zu einer den Griffel umgebenden Röhre verwachsen, am Grunde oft
pfeilförmig (Taf. 262, Fig. 4 b) oder geschwänzt. Pollenkörner mit
öliger, oft mit eigenartigen Verdickungen, Falten oder Stacheln
(Fig. 204b bis e) versehener Oberhaut (Exine). Fruchtknoten unterständig, durch Verwachsung
von zwei Fruchtblättern gebildet, mit einer einzigen, grundständigen, anatropen, mit nur einem In-
tegument versehenen Samenanlage (Fig. 203b). Griffel stets ausgebildet, an der Spitze in zwei
Schenkel gespalten; letztere an der Innenfläche die Narbenpapillen tragend, aussen und
an der Spitze aber meist mit dicht stehenden, anfangs nach oben anliegenden, später
aufrecht abstehenden, kurzen Borsten, den „Fegehaaren", besetzt (Fig. 206a bis f). Frucht
eine einsamige, meist vom Pappus gekrönte (Taf. 259, Fig. 4 c), trockene, nur selten etwas
fleischige Schliessfrucht („Achaene"). Fruchtwand (Perikarp) und Samenhülle (Testa) eng an-
einandergepresst (Fig. 206 m), jedoch nicht vollkommen verwachsen. Nährgewebe fehlend.
Die Familie ist die artenreichste der Phanerogamen; sie weist über 14 400 verschiedene Artenauf, welche durch alle Klimate und über alle Höhenstufen der ganzen Erde verbreitet sind. Fast überall machendie Kompositen einen beträchtlichen Prozentsatz der Phanerogamenflora aus; nur in den feuchtwarmen Tropen-gebieten treten sie etwas zurück. Die grösste Arten- und Individuenzahl aber erreichen sie wohl in den nord-und südamerikanischen Steppengebieten. Infolge ihres Vorkommens unter den verschiedenartigsten klimatischenVerhältnissen ist auch der Habitus der Kompositen ein äusserst mannigfacher; vom zarten, einjährigen Krautbis zur dornigen Staude, zum Kletter- (Muti'sia) oder Rutenstrauch, hochwüchsigen Baum, ja bis zur Polster-(Häastia, Raoülia, Erigeron-Arten) und Fettpflanze (Klei'nia, Othönna) sind fast alle Vegetationsformen in derFamilie vertreten. Nur eigentliche Saprophyten und Parasiten sowie Wasserpflanzen (Bfdens Beckii Torr, in
Fig. 203. Röhrenblüte von Ar-
nic a montana L., a von aussen,
b im Längsschnitt.