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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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dickliche Flüssigkeit darstellt, und einen gewürzhaften Geruch und einen scharfen, tabakähnlichen Geschmackbesitzt. Es ist in der Pflanze an die krystallisierbare Lobeliasäure gebunden und stellt ein Respirationsgift dar,das sich jedoch erst in grösseren Dosen als wirksam erweist. Dem Kraute wird überdies eine auswurfbeförderndeund schweisstreibende Wirkung zugeschrieben; es wird jetzt nur mehr selten bei asthmatischen Zuständen ver-ordnet. Früher galt es, ebenso das Kraut von der gleichfalls nordamerikanischen L. syphilitica L. mitvioletten, ziemlich dichten Blütenähren, als wichtiges Heilmittel gegen Syphilis. Lobelia inflata wurde auchadventiv bei Hannover (Apeldoorn, 1901) gefunden.

385. Lobelia Dortmänna 1 ) L. Deutsche Lobelie. Taf. 255, Fig. 4 und Fig. 201.Pflanze 40 bis 70 cm hoch, ausdauernd. Wurzelstock abgebissen, faserig. Stengelmeist einfach, schlank, kahl, nur im unteren Teile mit entfernten, verkleinerten Laubblätternbesetzt, oberwärts fast blatt-los. Grundständige Laub-blätter zahlreich, in einergrundständigen, dichtenRo-sette, lineal, 2 bis 4 mm breit,stumpf, von zwei Längs-höhlen durchzogen, meistuntergetaucht und zur Blüte-zeit schon zerstört (deshalbsteht der Stengel neben derurnenförmigen Blattrosettedes Erneuerungssprosses).Stengelblätter lineal, nur 5bis 10 mm lang. Blüten zu3bis lOin einer sehr lockeren,endständigenTraube an 5 bis10 mm langen Stielen zuerstaufrecht, dann wagrecht ab-stehend, zuletzt nickend.

Tragblätter lineal-zungenförmig, viel kürzer als der Blütenstiel. Kelch kreiseiförmig mit5 dreieckig-lanzettlichen, 2 mm langen, aufrechten Zähnen. Blumenkrone weiss mit 7 bis8 mm langer und P/s bis 2 mm breiter, engzylindrischer, unten bis zum Grunde geschlitzter,bläulicher Röhre und mit einem etwa ebenso langen, weissen, fünfspaltigen Saum; diebeiden oberen Zipfel lanzettlich, aufrecht, die drei unteren eilanzettlich, doppelt so gross,gerade abstehend. Staubblätter fünf, nahe dem Grunde der Kronröhre eingefügt, mit zueiner Röhre verwachsenen Antheren (Taf. 255, Fig. 4 b). Fruchtknoten unterständig, zwei-fächerig, mit dicken Samenträgern und zahlreichen Samenanlagen. Frucht eine an derSpitze fachspaltig aufspringende Kapsel. Samen sehr klein. - VIT, VIII.

Im seichten Wasser, in stehenden Gewässern, Heideseen, Teichen, Sümpfen; auchim Brackwasser. Nur in Norddeuts chland; fehlt in Oe sterreich und in der Schweizgänzlich.

Ziemlich verbreitet durch das nördliche Westfalen und Hannover, in Schleswig-Holstein, Oldenburg,Mecklenburg (selten: Gardensee bei Ziethen, Klocksdorfer See), Pommern (früher bei Wollin; sonst nur vomBomstrinerSee bei Schivelbein und von Tempelburg an ostwärts) und Westpreussen; östlich der Weichsel fehlend.Ausserdem in der nördlichen Rheinprovinz im Schwarzwasser bei Wesel (Fig. 201) und Afferdenheide zwischenBaal und Bergen, sowie bei Hommersum. Für Ostfriesland noch nicht nachgewiesen.

l ) BeiRudbeck der Name für Lobelia; nach dem Apotheker Dortmann in Groningen (Holland)benannt, der die Pflanze entdeckte und an Clusius sandte, der dieselbe als Gladiolus stagnalis Dortmanni beschrieb.

Fig-,201. Lobelia Dortmanna L. Schwarzes Wasser bei Wesel (Rheinprovin2).Phot. Prof. M eigen, Dresden.