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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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Allgemeine Verbreitung: Grossbritannien, Skandinavien (bis West vaagö in denLofoten 68° 9' n. Br.), Niederlande, Belgien, Westfrankreich, Norddeutschland, Dänemark,Westrussland (Livland, Witebsk).

Aendert ab: f. paniculäta Prahl. Traube im unteren Teile ästig (Selten).

Lobelia Dortmanna lebt vorzüglich in der Uferzone stehender Gewässer in 10 bis 30 cm tiefen Wasser(Fig. 201). Die grundständige Blattrosette bleibt untergetaucht, während der Blütenstengel meist aus demWasser herausragt. In tieferem Wasser bleibt die Pflanze steril oder treibt kleistogame Blüten. Sterile Blatt-rosetten sind von den ähnlichen, oft in ihrer Gesellschaft wachsenden Arten Isoetes lacustris, I. echinosporaund Litorella uniflora durch die Milchsaft führenden Blätter zu unterscheiden. Die Pflanze gehört in der nord-deutschen Tiefebene (z. B. in der Lüneburgerheide) zu den charakteristischen Erscheinungen der Heideseen underscheint daselbst auf dem meist klaren Sandboden ausser den bereits genannten Arten neben Sparganinum affine(Bd. I, pag. 118), Potamogeton lucens, alpinus, Zizii, rutilus und marinus. Aehnlich wie Sagina maritima (Bd. III,pag. 383), Lepturus incurvatus (Bd. I, pag. 381), Echinopsilon hirsutum (Bd. III, pag. 348), Corydalis claviculata,Cochlearia Anglica (Bd. IV, pag. 139) und C. Danica, Cornus Suecica etc. gehört auch Lobelia Dortmanna zu denVertretern derwestatlantischen Flora", die nach Osten hin immer seltener werden. Die zygomorphen Blütensind ausgesprochen proterandrisch und besitzen einen mit Fegehaaren besetzten Griffel, der durch die Antheren-rohre hindurchwächst (Annäherung an die Compositae!). Der Pollen wird bereits in der Knospe in den An-therenzylinder entleert und liegt dem Narbenkopf eng an. Beim Weiterwachsen des Griffels wird er von diesemaus dem Antherenzylinder hinausgebürstet und von den besuchenden Insekten (diese sind zwar bei dieser Art nochnicht genau festgestellt!) entfernt oder aber er fällt herunter. Die Pflanze enthält das giftige Alkaloid Lobelin.

Zu der Reihe der Camp anu lata e gehören ferner die ziemlich unbedeutenden Familien derGoode-niäceae (inkl. Brundnia) mit 250 meist australischen Arten (Selliera radfcans Cav. von Neuseeland und ausdem extratropischen Südamerika wird bei uns gelegentlich in Botanischen Gärten kultiviert), der Stylidiäceae(= Candolleäceae) mit ca. 110 gleichfalls meist australischen Arten (Candöllea adnata [R. Br.] Ferd.vi Müller besitzt eine reizbare Griffelsäule) und der Calyceräceae mit 32 meist auch südamerikanischen Arten.Von diesen schliesst sich die letztere Familie den Compositae am engsten an,

130. Fam. Compositae. Korbblütler.

Ein- oder zweijährige oder ausdauernde krautige Pflanzen, seltener Holzgewächse(selbst Bäume!) von sehr verschiedenartigem Habitus. Wurzeln zuweilen (Dählia, Othonna,Heliänthus tuberösus, Cirsium bulbosum) knollenförmig verdickt. Stengel einfach oderverzweigt, zuweilen geflügelt. Laubblätter Wechsel-, seltener gegenständig, ganz oderverschiedenartig geteilt bis zusammengesetzt. Nebenblätter fehlend. Blüten ± klein oderunscheinbar, zu mehreren (ausnahmsweise bei Echinops auch einzeln) in köpfchenförmigen, voneigenartigen Hüllblättern (involucrum") umgebenen Blütenständen (Blütenkorb" = capitulum),die den Eindruck einer Einzelblüte machen, vereinigt. Hüllblätter ein- bis mehrreihig, oft dach-ziegelig angeordnet (Taf. 261, Fig. 3 c), verschiedengestaltet, mitunter mit einem trocken-häutigen Saum oder Anhängsel (Taf. 273, Fig. lb, 2b) versehen oder in einen Dorn auslaufend,

von den Laubblättern meist stark verschieden, seltenallmählich in diese übergehend (Cnicüs Benedictus,Picris hieracioides). Blütenboden des Köpfchens ±scheibenförmig erweitert, walzenförmig oder kugeligbis schüsseiförmig (Taf. 259, Fig. 3 a), zuweilen hohl(Taf. 264, Fig. 6 a; Fig. 202b) oder durch Vertiefungen,in denen die einzelnen Blüten sitzen, oft deutlich bienen-wabenartig (Taf. 278, Fig. 2"f); die einzelnen Blüten zu-weilen ohne Tragblätter, der Blütenboden dannnackt"oder aber alle oder wenigstens die randständigen Blütenvon meist borsten- oder schuppenförmigen Tragblättern(Spreublättern") gestützt, selten die Tragblätter(Filägo) allmählich in die Hüllblätter übergehend.

Fig. 202. a Längsschnitt durch den Blüienkopfvon Achillea Millefolium L., s Spreublätter,c verdickte Blütenachse. b Längsschnitt durchden Blütenkopf von Matricar ia Chamo-milla L., ei hohle Blütenachse.