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zygomorph (Fig. 200 c, d), fast stets zweigeschlechtlich. Kelch regelmässig oder zwei-lippig, fünfspaltig. Blumenkrone meist vereintblätterig, mit oben oft geschlitzter Röhreund fünfspaltigem, + deutlich zweilippigem Saum; die Oberlippe aus zwei, die Unterlippeaus drei Abschnitten gebildet. Staubblätter fünf, dem Blütenboden eingefügt, seltener mitder Blumenkrone verwachsen, mit stets zu einer Röhre verwachsenen Antheren (Taf. 255,Fig. 4b) und mit oft zu einer Röhre vereinigten Staubfäden; drei der Antheren gewöhnlichgrösser als die beiden anderen. Fruchtknoten unterständig, aus 2 oder 3 Fruchtblätterngebildet, mit zahlreichen, an zentralwinkelständigen Samenleisten angehefteten Samenknospen.Griffel 1, mit einem Kranz von Fegehaaren und zwei Narben. Frucht eine 2- bis 3- (seltener 1-)fächerige Kapsel (Taf. 255, Fig. 4 a), die sich meist an der Spitze fachspaltig oder mitseitlichen Rissen öffnet, oder aber eine Beere.
Die Familie der Lobeliaceen unterscheidet sich von den Campanulaceen hauptsächlich durch diezygomorphen Blüten. Neuerdings wird sie oft mit der letzteren als Unterfamilie vereinigt. Sie umfasst gegen300 Arten, die sich auf 26 Gattungen verteilen. Diese sind grösstenteils in den Tropen und in der südlichen ge-mässigten Zone verbreitet. Von den drei grösseren Gattungen ist Cyphia in Afrika, Siph ono cämpy los inSüdamerika, Lobelia hauptsächlich in Amerika, Australien und im tropischen Afrika zu Hause. In Europakommen nur zwei Arten der Gattung Lobelia (L. ürens L. und L. Dortmänna L.) und zwei Arten derGattung Laurentia (L. Michelii DC. und L. tenella DC,) vor.
Als Zierpflanzen kommt ausser mehreren Lobelia-Arten noch Siphonocämpylus micröstomaHook, aus Neugranada mit hochroten, in einer endständigen Scheindolde stehenden, langröhrigen Blüten alsWarmhauspflanze in Betracht, seltener Heterötoma lobelioides Zucc. aus Mexico und Isötoma sene-cioides DC. aus Australien. Aus dem Milchsaft von Siphonocämpylus Caoutschouk G. Don soll inPeru Kautschuk gewonnen werden.
DCCXXVII. Lobelia 1 )L. Lobelie.
Die Gattung umfasst gegen 250 Arten, diein den gemässigten und warmen Gebieten fast derganzen Erde (nicht aber in Mittel- und Osteuropasowie in Westasien) vorkommen. In Europa ausserunserer Art nur noch L. ürens L. in Westeuropa.Mehrere Lobelia-Arten sind seit langem beliebteZierpflanzen in unseren Gärten, so vor allem dieniedliche, tiefblaue, meist 1-jährig gezogene Lo-be lia Eri'nus L. (Fig. 200b bis d) aus Südafrika,die besonders zur Einfassung von Blumenbeeten undals Topfpflanze gezogen wird (wurde wiederholt alsGartenflüchtling beobachtet); ferner die hoch-wüchsigen mexikanischen Arten L. splendensWilld., L. fulgens Willd. und L. cardinäl i s L.(Fig. 200a) mit leuchtend roten Blüten („Kolibri-b'.umen"). Seltener siehtmanL, laxif löra FI. B. etKth. (bei den Gärtnern unter dem Namen Sipho-cämpylos bi'color G. Don bekannt); adventiv beiHannover beobachtet. In ihrer Heimat werdenmehrere Lobelia-Arten als Heilmittel gerühmt. Beiuns steht nur das getrocknete Kraut der nordost-amerikanischen Lobelia infläta L. („Indiantabacco") mit weisslichen oder hellbläulichen Blütensowie die daraus bereitete Ti nct üra Lobeliae(Pharm. Germ, et Austr.) in Verwendung. DasKraut enthält das leicht zersetzliche AlkaloidLobelin (Cia H23 NO2), welches eine hellgelbe,
*) Benannt nach dem Botaniker und Arzt Mathias von L'Obel (latinisiert „Lobelius"), geb. 1538zu Ryssel in Flandern, gest. 2. März 1616 zu Highgate in England, Hofbotaniker des Königs Jakob I. vonEngland. Er gab 1576 zu Antwerpen seine Historia Plantarum heraus.
Fig. 200. Lobelia cardinalis L. a Blütcnspross. — LobeliaErinus L. * Habitus ( a /5 natiirl. Grösse), c, d Blüte.