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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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und südlichen Waldpfalz, Bienwald [ob noch?], Donnersberg auf Porphyr), auf dem Hardt-Plateau über Ehingen,im Gebiet der Schwäbischen Alb und auch noch südlich der Donau bei Saulgau und Messkirch, ferner (ob abernoch vorhanden?) bei Halle a. S. im Winkeischen Forst und in der Wüste zwischen Lodersieben und Allstedt.

Allgemeine Verbreitung: Belgien, Luxemburg, Frankreich mit Korsika, West-deutschland, Pyrenäen, Spanien.

384. Jasione montäna L. Berg-Sandglöckchen. Franz.: Herbe ä midi; engl.:Sheep's-bit; ital.: Vedovelle celesti. Tat. 255, Fig. 3.

Die Pflanze führt nach ihren blauen Blütenköpfen folgende Volksnamen: Kneefchen, Juden-knefchen [vgl. Knautia arvensis Bd. IV, pag. 292] (Ostpreussen), Blauköpfl (Egerland), Blauer Hasen-kopf [ Hosenknopf?] (Anhalt).

Pflanze zweijährig, 10 bis 80 cm hoch. Wurzel einfach, spindelig, meist viel-stengelig, weder Blattsprosse noch Ausläufer treibend. Stengel in der Regel aufrecht,einfach oder ästig, oberwärts nackt, unten beblättert und + behaart. Laubblätter kahl odersteifhaarig; die grundständigen keilig-länglich, gekerbt, zur Blütezeit bereits vertrocknet,die untersten Stengelblätter den grundständigen gleichgestaltet, die mittleren und oberenlanzettlich sitzend, wellig kurzzähnig. Blüten in einem 15 bis 25 mm breiten, endständigen,kugeligen Köpfchen. Hüllblätter eiförmig, kurz kraus behaart, seltener kahl, grob gezähntbis ganzrandig. Kelchzipfel lineal, kahl. Blüten 6 bis 15 mm lang, hell violettblau (aus-nahmsweise weiss), mit weit herausragendem Griffel (Taf. 255, Fig. 30). Kapsel keulig,fünfkantig. VI bis VIII.

Auf sandigen Heiden, schlechten Wiesen, Brachfeldern, steinigen, schotterigenStellen, an Felsen, in Nadelwäldern, an buschigen Hängen (zwischen Vaccinien), an Rainen;nur auf kalkfreiem Boden, hier aber fast überall häufig bis in die Alpentäler (im Wallisbis 1700 m hinaufsteigend).

Allgemeine Verbreitung: Ganz Europa (nordwärts bis 60° 30' n. Br., nurin der südlichen Balkanhalbinsel fehlend); Nordafrika; Kleinasien.

Aendert ab: f. gläbra Peterm. Hüllblätter kahl. Laubblätter und unterer Teil des Stengels zerstreutbehaart. f. glaberrima Podp. Ganze Pflanze auch im unteren Teil samt den Laubblättern voll-ständig kahl, robust, vielstengelig. Köpfe gross. f. hispida Beck. Stengel und Laubblätter sowie die Hüllereichlich steifhaarig-zottig. Wichtigere Abänderungen sind: var. mäior Koch. Pflanze vielstengelig, bis 60 cmhoch. Köpfchen 20 bis 25 mm breit (In Felsspalten der Porphyrberge bei Kronenburg an der Nahe und amHohenstein bei Weilmünster). var. litoralis Fr. Stengel nur bis 15 cm lang, zahlreich, niederliegend, nuran der Spitze aufsteigend (Am Sandstrande der Nord- und Ostsee, seltener im Binnenland).

Jasione montana ist eine typisch kalkfeindliche Pflanze, die besonders auf trockenen, sandigen Bödenstellenweise sehr häufig ist. In der norddeutschen Ebene tritt sie mit Vorliebe im Kiefernwalde auf, fernerauf Sandfluren, hier in Gesellschaft von Weingaertneria canescens, Aira caryophyllea (Bd. II, pag. 241), Scleranthusperennis (Bd. III, pag. 435), Spergula Morisonii, üianthus deltoides (Bd. III, pag. 328), Teesdalea nudicaulis,Astragalus arenarius, Armeria elongata, Thymus angustifolius, Hyoseris glabra u. s. w. Ebenso findet mansie im sächsischen Elbhügelland auf trockenem Heidesand mit Dianthus deltoides, Eryngium campestre, Hy-pericum humifusum, Peucedanum Oreoselinum, Armeria elongata, Scabiosa ochroleuca (Bd. VI, pag. 311) u. a.;auch im zentralen Böhmen ist sie besonders im Elbegebiet allenthalben häufig anzutreffen. Im Alpengebiet istdie Pflanze im allgemeinen seltener und meidet das Kalkgebiet völlig; auch in die höheren Täler der Zentral-alpen tritt sie nicht ein. Hingegen ist sie in den Südalpen, besonders im Tessin, auf Porphyrboden eincharakteristisches Glied des Niederwuchses im Kastanienwald, gleichwie Vulpia myuros (vgl. Band I, pag. 326),Brachypodium pinnatum, Molinia coerulea var. arundinacea (vgl. Band 1, pag. 277), Festuca capillata, DianthusSeguieri, Sarothamnus scoparius, Orobanche.Rapum Genistae, Campanula Rapunculus und Pteridium aquilinum.

129. Fam. Lobeliäceae. Lobeliengewächse.Milchsaft führende, krautige Pflanzen oder Holzgewächse (Rhynchopetalum imtropischen Afrika) mit wechselständigen, meist ungeteilten, seltener fiederspaltigen Laub-blättern. Nebenblätter fehlend. Blüten meist traubig angeordnet, seltener einzeln, deutlich