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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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(Jagdhäusler Weiher, Siegelbach, Papiermühle, Hirschsprung, Edenkoben und ausgepflanzt auf dem Arenberg°ei Zweibrücken), in der Rheinprovinz im Nahetale bei Oberstein und Kirchenbollenbach, im Blies-Saartale,'m Hohen Venn bei Malmedy, in Hessen (zwischen Darmstadt und dem Main an mehreren Stellen), in Olden-burg mehrfach bei Neuenburg (Naturschutzgebiet!) und Varel, ferner im Kreis Neuhaus a. d. Oste, bei Oppelnmi Regierungsbezirk Ratzeburg etc.; aber nicht auf Sylt und Föhr und nicht bei Frankfurt a. O.

Allgemeine Verbreitung: England, Niederlande, Belgien, Westdeutschland,Frankreich, Spanien, Portugal.

Wahlenbergia hederacea gehört gleichwie Myrica Gale, Genista Anglica, Ulex Europaeus, Erica cinereaund E. tetralix, Scutellaria minor, Tripentas helodes, Cicendia filiformis, Pilularia globulifera etc. zu den nord-atlantischen Heide- und Moorpflanzen, die in Deutschland nur im Westen und Nordwesten einen oft sehrbeschränkten Verbreitungsbezirk innehaben.

DCCXXV. Edraiätlthus 1 ) A. DC. (= Hedraeanthus A. DC). Becherglocke.

Die Gattung umfasst 8 Arten, die auf den Gebirgen der Balkanhalbinsel bis in den Karst und bism die Südostkarpaten verbreitet sind; eine Art kommt auch in Mittel- und Süditalien vor (.Vgl. Wettstein,Monographie der Gattung Hedraeanthus in Denkschriften der Kais.-Akad. der Wissensch. in Wien, Band L1II,Reck, Die Gattung Hedraeanthus in Wiener Hl. Gartenzeitung 1893, und Janchen, Die Edraianthus-Arten derBalkanländer in Mitt. des Naturw. Ver. an der Universität Wien VIII. , Jahrg. 1910). Alle Arten (besonders E.pumilio DC. und E. tenuifölius DC.) eignen sich gut als Felsenpflanze für alpine Pflanzenanlagen.

382. Edraianthus graminifölius (L.) DC. (= Wahlenbergia graminifolia DC, = Cam-panöpsis graminifolia O. Kuntze, = Wahlenbergia Kitaibelii DC, = Edraianthus KitaibeliiDC, = Edraianthus caricinus Schott, Nym. et Kotschy, = E. Croäticus Kerner). Gras-blätterige Becherglocke. Fig. 199e bis g.

Pflanze ausdauernd, 5 bis 20 cm hoch. Wurzelstock absteigend, von Blattrestenbedeckt, mehrköpfig. Stengel meist mehrere, aufrecht oder aufsteigend, + kraus behaart,bis zur Spitze beblättert. Laubblätter lineal bis schmal lineal-lanzettlich, 0,5 bis 4 m breitund 1 bis 16 cm lang, ganzrandig oder vorn kerbzähnig, am Grunde, seltener bis zurSpitze mit weichen, platten, oft etwas gekräuselten Haaren bewimpert und oft auch aufder Fläche von solchen Haaren besetzt. Blüten einzeln oder in einem 2- bis 6-blütigenKöpfchen endständig, von aus scheidig erweitertem Grunde lanzettlichen, spitzen, ab-stehenden, die Blüten oft überragenden, am Rande krausgewimperten Hüllblättern (Fig. 199 g)umgeben. Tragblätter meist fehlend. Kelch glockig (Fig. 199 f), mit lanzettlichen, von derBasis gegen die Spitze zu gleichmässig verschmälerten, die Röhre an Länge beträchtlich über-treffenden, am Rande weich gewimperten Zipfeln, in den Buchten zwischen den Zipfelnmeist ohne ein Anhängsel. Blumenkrone blau oder violett (selten schneeweiss), 1 bis 3,5 cmlang, glockig, bis zu 1 /s ihrer Länge in 5 eiförmige, etwas zurückgebogene Zipfel gespalten,kraus gewimpert, aussen meist kahl oder an den Nerven behaart, hell blaulila. Staub-blätter 5, mit freien Antheren. Fruchtknoten 2-, selten 3-fächerig. Griffel einfach, an derSpitze 2-lappig. Frucht eine an der Spitze unregelmässig zerreissende Kapsel. VI, VII.

An Felsen und auf steinigen Alpenmatten, zwischen 1500 und 1800 m; nur inOesterreich auf dem Krainer Schneeberge und auf der Göttenitzer Alpe in Krain.

Allgemeine Verbreitung: Gebirge der nordwestlichen Balkanhalbinsel, Südost-karpaten, mittlerer und südlicher Apennin, Sizilien.

Unsere Pflanze entspricht der subsp. caeruleus Janch. mit hellvioletten Blüten. Auf dem KrainerSchneeberge wächst die Pflanze (nach Ginzberger) in Gesellschaft von Pinus montana, Carex firma,C. mucronata, Juncus monanthus, Tofieldia calyculata, Salix Arbuscula, Heliosperma quadrifidum var. pusillum,Arabis Scopoliana, A. Vochinensis, Biscutella levigata, Dryas octopetala, Anthyllis affinis, Lotus corniculatus,Einum julicum, Polygala Croatica, Helianthemum alpestre, Viola biflora, Erica carnea, Rhododendron hirsutum,

l ) Vom griech. tdga [edra] = Sitz und avdo?, [änthos] = Blüte; wegen der sitzenden Blüten.