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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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Fig. 198. Phyteuma comosum L. (kultiviert).Phot. f B. Othmer, München.

blassrotlila bis fast weisslich, gegen den tief-blauvioletten Schnabel zu allmählich dunklerwerdend. Kapsel meist 2-fächerig (Fig. 199 d). Narben 2 (Fig. 199 c). -- VII, VIII.

In Felsspalten der südlichen Kalkvoralpenvon Südtirol und Kärnten (1000 bis 1J00 m); nurauf Kalk und Dolomit. Fehlt in Deutschlandund in der Schweiz gänzlich.

In Tirol im ganzen Gebiet der Dolomiten, vornehm-lich in der Waldregion, verbreitet am Padaunerkogel, Brenner,Peitlerkofel, bei Neu- und Altprags, im Höhlensteinertal (bis1700 m), im Ampezzotal, ferner am Spinale, auf allen Alpenum Stenico, im Val Daone, Val Dorina, Val d'Ampola, ValVestino (bis 1800 m), Zepello bei Bondone, Turano, in derBrentagruppe, im Val Sugana, in den Alpen um Trient, beiEevico, Ospedaletto, im Val di Ledro (an der Ponalestrassebis 60 m herab), bei Riva, in Vallarsa, im Val Prigioni undüberall im Gebiete des Monte Baldo. In Kärnten im Vogel-bachgraben bei Pontafel, an den Felswänden der KühwegerAlpe, auf dem Luschariberg, Königsberg, Wischberg, im Seetalbei RaibI, bei Tarvis und auf dem Gartnerkofel (2000 m).

Allgemeine Verbreitung: SüdlicheKalkalpen von Tirol, Kärnten und Oberitalien(auch an der Grigna am Comersee).

Aendert ab: var. pubescens Facch. Stengel undEaubblätter kurzhaarig (bei Grigno und Tezze in Tirol).

Phyteuma comosum ist keineswegs eine Hochalpen-pllanze, sondern wächst an etwas feuchten Felsen, besonders in Schluchten der Alpentäler und steigt nur aus-nahmsweise bis in die alpine Stufe hinauf. So wächst es im Val Vestino in Südtirol in Gesellschaft von Festucaspectabilis, Carex glauca, C. Baldensis (vgl. Band II, pag. 59), Aquilegia thalictrifolia (vgl. Band III, pag. 484),Genista radiata, Viola heterophylla, Daphne striata, Laserpitum peucedanoides, Horminum Pyrenaicum, Scrophu-laria Hoppei, Euphrasia tricuspidata, Plantago serpentina, Scabiosa graminifolia, Knautia Baldensis, CentaureaRhaetica etc. Bei Schluderbach erscheint die Art mit Asplenium Seelosii (Band I, pag. 29), Festuca spectabilis,Moehringia glaucovirens (Band III, pag. 415), und Artemisia nitida. Sonstige häufige Begleitpflanzen sind inSüdtirol Potentilla caulescens, Saxifraga incrustata, Veronica Bonarota und Campanula linifolia (Bd. VI, pag. 355).Im Gebiete des Kanaltales in Kärnten sind Aquilegia Einseieana, Spiraea decumbens, Scabiosa graminifolia,Veronica lutea, V. Bonarota, Campanula caespitosa und C. linifolia die wichtigsten Begleitpflanzen. Von hierwurde die Pflanze alsbotanisches Fragezeichen" unter dem Namen Phyteuma Schellanderia oderSchellanderia Carinthiaca durch Fr ancisci als grossartige Rarität ausposaunt, was Ende der Siebziger-und Anfang der Achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts eine heitere Kontroverse in der KlagenfurterZeitung, an der sich insbesondere Schellander und G. A. Zwanziger beteiligten, zur Folge hatte. Heutezählt die Art in Tirol zu den geschützten Pflanzen.

Die duftlosen Blüten von Phyteuma comosum sind zu 8 bis 20 zu einer augenfälligen, kugeligenScheindolde vereint. Die 16 mm lange, unten bauchig erweiterte Blumenkrone bleibt bis zum Verwelken immerröhrenförmig geschlossen; sie ist hell-lila, an der Spitze schwarzviolett. Die Antheren sind schwärzlich undbleiben stets aufrecht; der schwarzviolette Griffel ragt lang (bis 16 mm) aus der Blumenkrone heraus. DerHonig ist nur für lang- und dünnrüsselige Insekten, also Tagfalter und Schwebfliegen, zugänglich.

Phyteuma comosum bildet die auch als eigene Gattung angesehene Sektion Synötoma Don.( Physoplexis Endl.) mit kurz gestielten Blüten.

Von Bastarden sind in der Gattung Phyteuma beobachtet worden: 1. P. Halleri AH. X P. spi-catum L. (= P. Hegets ch w eileri Brügg.). Grundblätter spitzer und länger als bei P. spicatum, regel-mässiger gezähnt als bei P. Halleri. Aehre mehr eiförmig. Blüten blauviolett oder blau. Tirol (Afling), Vor-arlberger (Triesenerberg), Krain (Strug), Schweiz (Kandersteg). 2. P. nigrum Schm. X spicatum L. ( P.ädulteri'num Wallr.). Grundblätter kleiner, schmäler und weniger tief gekerbt als bei P. spicatum. Blütenweiss bis violett (Bayern [zwischen Lichtenstein und Eschenfelden], Thüringen, Oberösterreich; Tiergarten bei"erlin?). 3. P. betonicifolium Vill. X P. spicatum L. (Schweiz: Mendrisio). 4. P. betonicifoliumVill. X P. Halleri All. (= P. Murriänum Borb., = P. Aflingense Murr, = P. Huteri Murr). Tirol, Schweiz.

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