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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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377. Phyteuma confüsum') Kern. (= Rapünculus pauciflorus Scop. ?, = P. hemi-sphaericum Baumg., Koch z. T., R. Schulz nee Sternb. et Hoppe., = P. globulariifölium

Rchb. nee Sternb. et Hoppe). Zungenblätteriger Rapunzel. Fig. 197m, n.

Pflanze ausdauernd, 1 bis 15 cm hoch. Wurzelstock kurz walzlich, schopfig. Stengelaufrecht oder etwas gekrümmt, kahl, 1- bis 2-blätterig. Grundständige Laubblätter linealbis länglich-spatelförmig, 2 bis 4 mm breit, stumpf, im vorderen Drittel am breitesten, inden geflügelten Stiel allmählich verschmälert, kahl oder am Rande kurz gewimpert. Stengel-blätter ähnlich gestaltet, die unteren kürzer gestielt, die oberen mit breiter Basis sitzend;alle Laubblätter ziemlich derb. Blüten in einem endständigen, 5- bis viel-blütigen, kugeligenKöpfchen. Hüllblätter rundlich bis eiförmig, kurz zugespitzt mit abgerundeter Spitze(Fig. 197n), kürzer als das Köpfchen, am Rande kraus behaart. Tragblätter lanzettlich bisschmal-lanzettlich, am Rande oft behaart. Kelchzipfel schmal - dreieckig. Blumenkronedunkel blauviolett, sehr selten weisslich, in der Knospe gekrümmt. Narben drei.VII bis IX.

Auf Alpenmatten, an steinigen Stellen, Felsen; in der alpinen Stufe (von 1700bis 2S00 m). Nur in den östlichen Zentralalpen von Oesterreich.

In Tirol angeblich im südlichen Teile der Hohen Tauern (aber daselbst nicht wieder gefunden), sowieauf der Plose (Ackerbodenalpe) bei Brixen, welche an und für sich sehr unwahrscheinliche Angabe kürzlichdurch v. Klebelsberg (Oesterr. Bot. Zeitfchr. Bd. LIX 1909, pag. 214) widerlegt wurde. Verbreitet im Gebietder Stangalpe, der südlichen und östlichen Niederen Tauern, auf der Sau-Alpe, den Seetaler Alpen, auf der Kor-Stub- und Gleinalpe durch Salzburg (nur im Lungaul), Steiermark und Kärnten. Die Westgrenze dieser Artdürfte durch die Linie Radstätter Tauern-Katschberg gegeben sein, und nicht wie R. Schulz (Monographieder Gattung Phyteuma, pag. 159) annimmt, durch das Tauern- und Felbertal. Ueber die Begleitpflanzen vgl.Bd. H[, pag. 34/ (Saponaria pumila Janchen).

Allgemeine Verbreitung: Oestliche Zentralalpen, östliche Karpaten, Vranica-planina in Bosnien, Schar-Dagh, Rumelisch-bulgarische Gebirge.

Phyteuma confüsum gehört gleichwie Ranunculus crenatus (Bd. 111, pag. 569), Cirsium pauciflorum,Anthemis Carpatica und Scorzonera rosea zu jenen Arten, deren Verbreitung sich von den Ostkarpaten überdie Schiefergebirge der nördlichen Balkanhalbinsel bis in die Ostalpen erstreckt, die aber in den Westkarpatenfehlen. Von allen den genannten Arten besitzt Phyteuma confüsum in den Alpen das grösste Verbreitungsgebiet.

378. Phyteuma Pedemontänum R. Schulz (= P. pauciflorum L. z. T., A. DC,

Hegetschw. et Heer, Gremli). Piemont-Rapunzel. Fig. 197r.

Ausdauernd, 1 bis 5 cm hoch. Wurzelstock reich-ästig, mehrköpfig. Stengel auf-recht, blattlos oder beblättert, kahl. Grundblätter meist zahlreich, eine deutliche Rosettebildend, zungenförmig, verkehrt-eiförmig bis länglich-verkehrteiförmig, seltener elliptisch(wenn lineal, so doch nach vorn deutlich verbreitert), in den kurzen Stiel allmählich zuge-schweift oder ungestielt und gegen den Grund verschmälert, meist spitz, ganzrandig oderan der Spitze mit 3 bis 5 stumpfen Zähnchen versehen, von denen der mittlere gros?er istals die seitlichen. Stengelblätter fehlend oder schmal zungenförmig, spitz; die obersten°tt tragblattartig. Laubblätter an der Spitze oft kapuzenförmig zusammengezogen, kahl,"lüten in einem kugeligen, 4- bis 12-blütigen Köpfchen. Aeussere Hüllblätter lanzettlichoder breit eiförmig bis rundlich, deutlich kurz zugespitzt, meist länger als das Köpfchen,a m Rande behaart, am Grunde oft mit vereinzelten Sägezähnen, an der Spitze meist grün.Aeussere Tragblätter der Blüten breit, rundlich; die inneren schmäler, gewimpert. Kelch-zipfel schmal-dreieckig. Blüten tief blauviolett, in der Knospe gekrümmt. Narben drei. VII, VIII.

') Lat. confüsus = verwechselt; weil die Pflanze früher teils für P. hemisphaericum, teils für P.globulariifölium gehalten wurde.

Ueg-i, Flora Bd. VI. 25