m
384
am breitesten, in den undeutlichen Stiel allmählich verschmälert oder sitzend, kahl, ent-fernt gezähnelt, matt. Blüten in einem kugeligen, endständigen Köpfchen. Blätter derHülle schmal-lineal, gezähnelt (Fig. 197g); die äussersten den oberen Stengelblättern ähnlich,meist doppelt so lang als das Köpfchen, zur Fruchtzeit zurückgeschlagen. Tragblätterschmal-lineal, zugespitzt, oft etwas gezähnt und behaart. Kelchzipfel borstenförmig, ge-wimpert, oft gleich den Tragblättern an der Spitze violett. Blüten dunkel violettblau, inder Knospe fast gerade. Narben 3 (Fig. 197 f). Samen langgestreckt, etwas krumm-spindelförmig, 1 mm lang, auf einer Seite mit durchscheinendem Rande. — VII bis IX.An Felsen und auf felsigen Matten (1800 bis 3100 m) der Alpen der östlichenSchweiz und des westlichen Tirol.
In Tirol nur in der Ortler- und Adamellogruppe, besonders im Val Genova, auf dem Monte Tonale,an der Vedretta di Venezia, auf dem Stilfserjoch, bei Rabbi und auf dem Monte Levi; angeblich auch im Gebieteder Dolomiten bei Villnöss, auf dem Schiern, dem Sellajoch und im Val Pradidali bei Primör. In der Schweizim Gebiete der Raetischen Alpen ziemlich verbreitet, am häufigsten in der Umgebung des Berninapasses(Val del Fain, Palü, auf dem Piz Languard, Lagalb, Sassalbo im Puschlav).
Allgemeine Verbreitung: Raetische Alpen, Bergamasker Alpen, Adamello-Gruppe, Nonsberg, Dolomiten.
P. hedraianthifolium unterscheidet sich von dem zunächst Verwandten P. humile vor allem durch dieschmal-linealen Hüllblätter und die am Grunde nicht verbreiterten oberen Stengelblätter. — Die Pflanze ändertnur wenig ab: f. graminif ölium R. Schulz. Laubblätter ganzrandig, nur 1 mm breit.
376. Phyteuma hümüe Schleich. (= P. Micheln Willd. nee All., = P. Carestiae Biroli,= P. linearifölium Coli.). Niedriger Rapunzel. Fig. 197i bis 1.
Ausdauernd, 1 bis 13 cm hoch. Wurzelstock kurz, schopfig. Stengel aufrecht,kantig, beblättert. Grundblätter zahlreich, lineal, nach der Spitze zu etwas verbreitert bisschmal-zungenförmig, 1 bis 6 cm lang und 2 bis 4 mm breit, gegen den Grund zu allmählichverschmälert, fast stets ganzrandig, zur Blütezeit mitunter schon vertrocknet. Stengelblätterschmal-lineal; die unteren gegen die Basis verschmälert, die oberen gegen den Grund ver-breitert und daselbst oft mit einzelnen scharfen Zähnen. Alle Laubblätter kahl, getrocknetglänzend; die Stengelblätter das Köpfchen meist überragend oder doch erreichend. Blütenin einem endständigen kugeligen Köpfchen. Aeussere Hüllblätter aus ± eiförmigem oftgezähntem Grunde (oft lang) zugespitzt (Fig. 1971), am Rande meist dicht und kurz ge-wimpert, so lang oder länger, selten kürzer als das Köpfchen, nach der Blütezeit aufrechtoder abstehend. Tragblätter sehr schmal, dicht, steif gewimpert. Kelchzipfel sehr schmal,4 bis 9 mm lang und 1 mm breit, oft wie die Tragblätter an der Spitze violett. Blumen-krone dunkel violettblau, in der Knospe gekrümmt (Fig. 197k). Narben drei. Frucht-knoten 3-fächerig, meist drüsig-behaart, 2,5 bis 3 mm lang. Samen langgestreckt, etwaskrummspindelförmig, auf einer Seite mit durchscheinendem braunem Rand. — VII, VIII.
Auf steinigen Alpenmatten, an Felsen in der alpinen Stufe (1800 bis 3200 m) derZentralalpen; nur in der Schweiz im Wallis in der Kette der penninischen Alpen, hier aber(z. B. um Zermatt, im Saas- und Nikolaital, Monte Rosa, Monte Moro, Weissthor) verbreitet;für Tessin und Graubünden (Albula) fraglich. Alle übrigen Angaben aus der Schweizund aus Oesterreich sind unrichtig. Fehlt in D eu ts chl an d und in O esterreich gänzlich.
Allgemeine Verbreitung: Penninische Alpen der Schweiz und von Oberitalien(Macugnaga, Gressoney, Val Sesia).
Aendert ab: f. typicum R. Schulz. Laubblätter schlaff. Grundblätter lineal, gegen die Spitze etwasverbreitert. Hüllblätter lang zugespitzt. — f. humillimum Gaud. Staubblätter steif aufrecht. Grundblätterschmal zungenförmig. Hüllblätter eiförmig, zugespitzt.