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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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Allgemeine Verbreitung: Fast ganz Europa (nördlich bis 60° 30' nördl.Breite); Armenien, Sibirien.

Aendert nur wenig ab: var. hfspida (Lej.) Beck. Unterer Teil des Stengels und die Laubblätterreichlich kurzhaarig. f. var. dasycärpa Kit. (= var. eriocärpa Koch). Kelchröhre mit weisslichen Schuppen-haaren besetzt. f. minor Beck. Blüten kleiner, 10 bis 25 cm lang. Diese schönste unter den heimischenGlockenblumen wird auch, besonders in Formen mit blassblauen, weissen oder gefüllten Blüten, gern in Gärtenkultiviert. Exemplare mit doppelter blauer oder weisser Krone (metamorphosierter Kelch) können gelegentlichauch im Freien beobachtet werden. Diese Art erscheint mit Vorliebe auf trockenem, sandigem Boden gern inGesellschaft von Deschampsia flexuosa (Bd. II, pag. 245), Koeleria pyramidata, Brachypodium pinnatum, Genistatinctoria, Verbascum Lychnitis und thapsiforme, Jasione montana, Digitalis ambigua, Campanula Trachelium,Calamintha Clinopodium, Dianthus Carthusianorum, Viscaria vulgaris, Artemisia campestris, Trifolium arvense,Sedum mite, Turritis glabra etc. Ueber die Begleitpflanzen in den Dünentälern der Frischen Nehrung vgl.Bd. III, pag. 355. (Dr. Hegi).

353. Campanula pätula L. Wiesen-Glockenblume. Tai 256, Fig. 3.

Nach der Blütenform heisst die Pflanze Sternblum (Salzburg), Wiesenglöckl an (Kärnten).Wilde Glocken (Oberösterreich); im übrigen hat sie dieselben Namen wie C. rotundifolia (vgl. pag. 352).

Pflanze zweijährig, 25 bis 60 cm hoch. Wurzel spindelförmig, keine Ausläufertreibend. Stengel aufrecht oder aufsteigend, kantig, kahl oder (seltener) unten kurzhaarig.Laubblätter kahl, seltener kurzhaarig, gekerbt; die untersten elliptisch oder verkehrt-eilänglich, in den kurzen Stiel verschmälert, die folgenden zungenförmig oder länglich,gegen den Grund zu keilig verschmälert, sitzend, die oberen lanzettlich, mit verschmälertemGrunde sitzend, spitz. Seitliche Blütenstände über der Mitte mit 2 Hochblättern. Blütenlang gestielt, in einer lockeren, rispigen Doldentraube, bei Sonnenschein aufrecht, in derNacht und bei Regen nickend. Kelch kahl, warzig oder behaart. Kelchzipfel pfriemlich-lanzettlich, spitz, aufrecht (Taf. 256, Fig. 3 a), kaum halb so lang wie die Blumenkrone,am Grunde bisweilen mit 1 bis 2 Zähnchen. Blumenkrone weit trichterförmig, 15 bis25 mm lang, bis zur Mitte in fünf eilängliche, zugespitzte, kahle Zipfel gespalten, blau-violett, im Grunde weisslich, sehr selten blass-blau oder weiss. Kapsel aufrecht, naheder Spitze mit 3 Löchern sich öffnend. V bis VII.

Auf Wiesen, an Rainen, Waldrändern, in Grasgärten, Auenwäldern; von derEbene bis in die Voralpen häufig und ausnahmsweise selbst bis in die alpine Stufe (ver-einzelt bis ca. 1600 m) ansteigend, in den Südalpen im allgemeinen seltener und im Inner-krainer Karstgebiete ganz fehlend. Fehlt auch im grössten Teil von Elsass-Lothringen,der Pfalz (einzig in der Vorderpfalz bei Speyer, Iggelheim, Roxheim, Rheinzabern, Wörth,Kandel), der Rheinprovinz (links des Rheines) und der nordwestdeutschen Tiefebene.Selten auch verwildert (z. B. Kirchhof zu Bassum in Hannover).

Allgemeine Verbreitung: Ganz Europa mit Ausnahme des arktischen Gebietesund des äussersten Südens.

Diese Art ist sehr wenig veränderlich. Nach der Behaarung kann man unterscheiden: f. stn'ctaaar - (= f. hirsuta Beck). Unterer Teil des Stengels und der Laubblätter reichlich kurzhaarig. Blüteneiner. f. xesto caülos Beck. Stengel und Laubblätter kahl oder etwas wimperig. f. punctata Wallr.

Kelch

mit weissen Papillen besetzt. f. eriocärpa Spenner (== f. dasycärpa Koch). Kelchröhre behaart

J- lede rösterreich, Eibwiesen bei Schönebeck etc.). -- Bemerkenswerter scheint die var. fläccida Wallr.

Var . umbrösa Beck, = C. fläccida Dalla Torre und Sarnth.). Pflanze schlaff mit sehr lockerem Blüten-

Stengel und Laubblätter behaart. Kelchzähne so lang oder nur wenig kürzer als die Blumenkrone;

z ere kleiner. Eine grossblütige Form f. serratis ep äla Murr mit gezähnten Kelchzipfeln wird aus

eswi g-Holstein (Ahrensburg) und aus Ungarn erwähnt. Diese fast überall häufige Glockenblume kommt

sonders auf den Wiesen der Alpentäler stellenweise so massenhaft vor, dass weite Strecken von ihr und

em mei st ebenso zahlreichen Chrysanthemum Leucanthemum blau und weiss gefärbt erscheinen.

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