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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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354. Campanula Rapünctllus 1 ) L. Rapunzel-Glockenblume. Franz.: Campanule

raiponce, raiponce, rampon; engl.: Rampion, ramps; ital.: Raponzolo, raperonzolo, im

Tessin rumpojor, rampongior. Fig. 190a, b und Fig. 188.

Zu Rapünzele (Elsass), Rapünzli (Schweiz), vgl.Valerianella olitoria Bd. VI, pag. 266.

Pflanze zweijährig, 30 bis 100 cm hoch. Wurzeldickspindelig, oft rübenförmig, fleischig. Stengel auf-recht, einfach, kantig, kahl oder wenigstens unterwärtsbehaart. Laubblätter kahl oder behaart; die unterenverkehrt-lanzettlich, gegen die Basis zu keilig-ver-schmälert, die oberen lanzettlich oder länglich, mitschwach verschmälertem Grunde sitzend, am Randeschmal gezähnelt oder wellig. Blüten lang gestielt,in einer schlanken Rispe oder Traube, stets steif auf-recht. Seitliche Blütenstiele nahe dem Grunde mit2 Hochblättern. Kelchzipfel lineal-pfriemlich, etwaslänger als die halbe Blumenkrone, die jungen Blüten-knospen weit überragend, aufrecht oder etwas ab-stehend. Blumenkrone trichterförmig, 1,5 bis 2,5 cmlang, hell blauviolett, bis etwa 1 J3 in eilängliche, zu-gespitzte Zipfel gespalten. Kapsel aufrecht, naheder Spitze mit 3 Löchern aufspringend. Samen ellip-soidisch, 0,5 mm lang. V bis VIII.

Auf Wiesen, an buschigen Stellen, Waldrändern,Rainen, in lichten Wäldern, Weinbergen; in Süd- undWestdeutschland, im südlichen Oesterreich undstellenweise in der Schweiz. Kaum über 1000 m Höhe.

In D eutschland sehr häufig im Elsass, in Baden, inder Rheinprovinz und in Westfalen, ferner noch verbreitet inWürttemberg, in der Pfalz und im nördlichen Bayern. Sonst sehr zerstreut (und oft nur eingeschleppt) inBayern, Thüringen, Sachsen, Brandenburg, Schlesien, Posen, sehr selten an der Ostseeküste und in Ost- undWestpreussen ganz fehlend. In Oesterreich in Vorarlberg (bei Bregenz), in Südtirol (östlich bis ins Etschtal),dann wieder im Krainer Karstgebiet, ferner in Mähren im Gebiete der Karpaten. In der Schweiz ziemlichverbreitet, am häufigsten im insubrischen Seengebiet; im Unterengadin ganz fehlend.

Allgemeine Verbreitung: Ganz Europa (mit Ausnahme des arktischen Ge-bietes und des Nordostens); Nordafrika; Südwestasien, Sibirien.

Aendert bezüglich der Behaarung ab: f. hirta Peterm. Stengel und Laubblätter steif- oder rauh-haarig. f. nitida Beck (= f. nitfdula Beck). Stengel und Laubblätter kahl oder fast kahl. f. verru-culösa Freyn. Kelch mit weissen Papillen besetzt.

Die rübenförmige Wurzel von Campanula Rapunculus kann als Salat genossen werden, weshalb diePflanze ab und zu gebaut wird. Wahrscheinlich wurde sie im Mittelalter von den Mönchen häufig ange-baut. In Westdeutschland scheint diese Art stellenweise die C. patula zu vertreten.

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Fig% 183. Campanula Rapunculus L.Phot. B. Haldy, Mainz.

355. Campanula Cenfsia L. Mont-Cenis Glockenblume. Fig. 189 und 190c bis f.

Pflanze ausdauernd, rasig, 1 bis 5 cm hoch. Grundachse dünn, sehr ästig, weithinkriechende, Rosetten tragende Stämmchen treibend. Stengel aus den Blattrosetten seitlich(d. h. aus den Achseln der unteren Laubblätter derselben) entspringend, aufsteigend, fastkahl. Laubblätter bläulichgrün, etwas fleischig, langhaarig gewimpert, sonst kahl, die der

') Vielleicht eine Deminutivform vom lat. rapa = Rübe; wegen der rübenförmig verdickten Wurzel.Schon bei Hieronymus Bock als Pflanzenname verwendet.