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ihrer Länge in breit dreieckige Zipfel gespalten, blauviolett. Kapsel nickend, nahe demGrunde mit 3 Löchern aufspringend. — VI bis VIII.
Auf Weiden, gedüngten Wiesen (Düngerzeiger!) der Alpen (bis ca. 2200 m) undVoralpen. Nur in der Schweiz; in den Alpen nach Osten zu seltener werdend und imUnterengadin bereits fehlend. Ausserdem vereinzelt im Badischen (einzig bei Messkirch imDonautal) und häufiger im westlichen Schweizer Jura (östlich bis Biel, Hint. Weissenstein[ob verschleppt?], Ariesheim). Fehlt in Oesterreich gänzlich; im übrigen Deutschland(Reutebacher Tal bei Freiburg i. Br. und bei Merzig in der Rheinprovinz) wohl nur adventiv.
Allgemeine Verbreitung: Westalpen, östliches Frankreich, Jura; Pyrenäen?
Aendert wenig ab : f. Mellygäna Vaccari. Laubblätter kürzer und breiter als beim Typus (GrosserSt. Bernhard im Wallis).
352. Campanula persicifölla 1 ) L. Pfirsichblätterige Glockenblume. Franz.:Campanule ä feuilles de pecher; ital.: Campanelle. Taf. 256, Fig. 4 und Fig. 187.
Nach den (grossen) Blüten heisst die Art grosse Gluck'n (Nordböhmen). Waldglo ck'n (Nieder-österreich), Henna-Oga (St. Gallen), Schelle (Westpreussen). Vgl. ferner C. rotundifolia pag. 352.
Pflanze ausdauernd, 50 cm bis über 1 m hoch. Grundachse kriechend, walzlich,schief, reichfaserig. Stengel kräftig, aufrecht, meist kahl, einfach, selten ästig, meist 3- bis8-blütig. Laubblätter fast stets kahl, glänzend; die unteren mitunter am Rande kurz
gewimpert, die untersten länglich verkehrt-eiförmig bis verkehrt-lanzettlich, spitz, in denStiel herablaufend; die mittleren und oberen lineal -lanzettlich bis lineal, sitzend, spitz, ganzrandigoder klein gesägt. Blüten sehr gross, kurz ge-stielt, in einer einfachen, selten zusammen-gesetzten Traube. Blütenstiele am Grunde mitzwei Hochblättern. Kelchzipfel meist kürzer alsdie halbe Blumenkrone, länglich bis lineal, 2 bis4 mm breit, spitz, erst abstehend, später auf-recht. Kelchröhre kahl oder steiflich behaart.Blumenkrone weitglockig, (1) 2,5 bis 4 cm lang, mitbreiten, spitzen, ca. 8 mm langen Zipfeln, lebhaftblauviolett, selten weiss. Kapsel kreiseiförmig,10 bis 15 mm lang, meist kahl, zwischen denRippen erhaben netznervig, nahe der Spitzeunter den Kelchblättern mit 3 Löchern sichöffnend (Taf. 256, Fig. 4 a). Samen länglich,glänzend braun, 0,6 mm lang. — VI bis VIII.In Wäldern, Holzschlägen, auf Rodungen,auf buschigen Heidenrasen, an Abhängen, Wald-rändern; von der Ebene bis in die Voralpen (imWallis bis ca. 2000 m hinaufsteigend) verbreitet,wenn auch streckenweise fehlend; in Nordwest-deutschland selten, fehlt nordwestlich der LinieWittenbergen a. Elbe—Lübeck—Neustadt. Gernauf sandigem Boden.
Fig. 187. Campanula persicifolia L.Phot. V. Zünd, München.
') Von Persica = Pfirsich und fdlium = Blatt; nach der Gestalt der Laubblätter.