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trichterförmig-glockig, gegen den Grund zu rasch trichterig verengt, hell blauviolett, biszu Vs ihrer Länge in eiförmig-dreieckige Zipfel gespalten. Antheren lang, mit sehr kurzenStaubfäden. Blütenknospen aufrecht. Kapsel aufrecht, gefurcht, nahe dem Grunde sichmit 3 Löchern öffnend. — VII, VIII.
In Felsspalten, auf Kiesboden der südöstlichen Kalkalpen, zwischen 70 und 2000 m.Auf Kalk und Porphyr. Nur in Oesterreich und angeblich in der Schweiz. Fehlt inDeutschland gänzlich.
In Tirol verbreitet in der Brentagruppe und im Gebiete der Dolomiten, ferner im Nonsberg, auf demKlobenstein am Ritten, um Bozen, bei Deutschmetz, Vezzano, Trient, auf dem Monte Tombea, im Toscolano-tale, im Val di Ledro und am Gardasee (hier bis fast zum Seespiegel [ca. 100 m] herabsteigend). In Kärntenbei Raibl, auf dem Wischberge und auf der Plecken, in Krain im Gebiete der Julischen und der Steiner Alpen, inden Schluchten des Karstes und auf dem Krainer Schneeberge, in Steiermark im Gebiete der Steiner (SanntalerAlpen). In der Schweiz angeblich auf der Fürstenalp und bei Cierfs in der Ofenpassgruppe.
Allgemeine Verbreitung: Alpen der Provence, südöstliche Kalkalpen, Karst,Montenegro, Sardinien, Apennin.
Aendert ab: var. hirta Gelmi. Pflanze besonders im unteren Teile kurz abstehend behaart (Sehrselten unter der Normalform).
Campanula linifolia wächst hauptsächlich in Felsspalten, seltener auf Geröll, mit Vorliebe auf Kalkboden;doch wurde sie auch schon auf Porphyr beobachtet. In ihrer Gesellschaft findet man zumeist Festucaalpestris, Carex mucronata, Potentilla caulescens, Saxifraga incrustata, Veronica Bonarota, Phyteuma Scheuchzeri,Hieracium porrifolium, am Gardasee auch Scabiosa graminifolia und selbst Adiantum Capillus Veneris, sowieMoehringia Bavarica (vgl. Bd. III, pag. 415).
Im Habitus, besonders wegen der grossen einzeln oder zu wenigen stehenden Blüten siehtC. linifolia der C Scheuchzeri nicht unähnlich, ist aber von ihr durch die aufrechten Blütenknospen, diegegen die Basis verengte, hellblau-violette Blumenkrone, die schmal-linealen, zurückgeschlagenen Kelchzipfel,sowie die meist kurz gestielten (ausser bei der var. hirta), ganz kahlen, auch an der Basis nicht gewimpertenStengelblätter scharf geschieden und auch nicht durch Uebergänge mit ihr verbunden. Hingegen bestehenZwischenformen zwischen C. linifolia und C. rotundifolia, so C. Justiniana, C. Marchesettii, C. rotundifoliasubsp. racemosa und C. rotundifolia subsp. praesignis. Von allen diesen aber ist C. linifolia durch die einzelnoder zu wenigen stehenden grossen Blüten und die langen Kelchzipfel verschieden. Wollte man alle mit Cam-panula rotundifolia näher verwandten und nicht ganz scharf von ihr getrennten Formen, also C. Kladniana,C. Marchesettii, C. Justiniana, C. linifolia, C. inconcessa, C. Scheuchzeri, C. Beckiana, C. Baumgartenii, sowienoch einige weitere nordamerikanische, nord- und südeuropäische Formen mit jener zu einer Gesamtart ver-einigen, so würde sich ein sehr unübersichtliches Formengewirre ergeben. Es ist deshalb vorzuziehen, allegut charakterisierten und auf bestimmte Verbreitungsbezirke beschränkten Formen herauszuheben und alseigene Arten zu behandeln.
347. Campanula inconcessa 1 ) Schott, Nyman et Kotschy. Sonderbare Glockenblume.
Pflanze ausdauernd, 10 bis 30 cm hoch. Wurzelstock kriechend. Stengel aufrecht,selten am Grunde aufsteigend, kantig, an den Kanten meist von nach rückwärtsgerichtetenkurzen Härchen flaumig. Grundblätter zur Blütezeit bereits verdorrt. Stengelblätter zahlreich;die untersten eilanzettlich bis lanzettlich, in den kurzen Stiel verschmälert, etwas gezähnt,die übrigen lineal-lanzettlich bis lineal, sitzend, ganz kahl, an der Basis nicht oder undeutlichgewimpert. Blüten in einer kurzen, wenigblütigen, schmalen Traube, seltener einzeln, end-ständig. Fruchtknoten meist mit einzelnen weisslichen Papillen besetzt. Kelchzipfel lineal-borstlich, so lang oder etwas kürzer als die halbe Blumenkrone, aufrecht. Blumenkronetrichterförmig oder trichterförmig-glockig, etwa 2 cm lang, bis etwa 1 /3 ihrer Länge inspitze Zipfel gespalten, dunkel blauviolett. Antheren sehr klein, kaum über 3 mm langund nur wenig länger als die Staubfäden. Blütenknospen aufrecht. Blüten zuletzt nickend.— VII, VIII.
') Lat. = unstatthaft; wohl wegen der für eine Campanula-Art ungewöhnlich kurzen Antheren.