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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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Moehringia glaucovirens (Bd. III, pag. 415), Gentiana LFroelichii, Androsace Hausmanni, Campanula Zoisii,Asplenium Seelosii (Bd. I, pag. 29), Veronica lutea und Bonarota etc. zu^ den altendemischen Typen der südlichenKalkalpen von der Adamellogruppe bis zu den Karawanken. In den Dolomiten, wo sich die grossblütigePflanze mit Vorliebe unter herabtropfenden Felsen ansiedelt, ist sie zuweilen in die Felsen so fest einge-wachsen, dass man sie mit dem Meissel herausholen muss. Im Schiernmassiv ist sie an leicht zugänglichenOrten fast ausgerottet. In den Dolomiten des Avisiogebietes wurde sie kurz nacheinander in den Jahren 1818von Cristofori (als C. pulla), 1823/24 von Eschenlohr (als C. Cenisia), 1824 von Marchese Petrucci ausPesaro, 1824/25 von Eissmann, vor 1825 von Parolini (als C. pulla) und 1825 von Moretti gesammelt.In der Behaarung ändert die Pflanze von ganz graugrün bis fast ganz grau ab (Dr. Hegi).

338. Campanula pülla 1 ) L. Dunkle Glockenblume. Fig. 183k bis m.

Ausdauernd, (2) 5 bis 15 (24) cm hoch. Wurzelstock dünn, walzenförmig, kriechend,mehrköpfig, kriechende, unterirdische Ausläufer treibend. Stengel aufsteigend ^oder auf-recht, oft hin- und hergebogen, stets einfach, kahl, beblättert, einblütig. Laubblätter kahl,etwas glänzend; die grundständigen rundlich-spatelig, stumpf, in den kurzen Stiel zusammen-gezogen, vorn seicht stumpf-gesägt, die Stengelblätter mit verschmälertem Grunde sitzendoder die unteren kurz gestielt, Jdie unteren breit - elliptisch, die oberen lanzettlich, alleschmal stumpf gesägt. Blüten einzeln, endständig, lang gestielt, nickend. Kelch in denBuchten ohne Anhängsel, mit linealen, spitzen, kahlen, aufrechten Zipfeln; diese etwa halbso lang als die Blumenkrone. Blumenkrone weitglockig, 17 bis 22 mm lang, mit breit-eiförmigen, zugespitzten, kahlen Zipfeln, dunkelviolett] (etwas dunkler und mehr rötlichals bei C. Scheuchzeri), sehr selten auch weiss. Griffel ca. 12 mm lang. Kapsel nahe demGrunde mit drei Löchern sich öffnend, nickend, mit vorgestreckten Kelchzipfeln. Samenellipsoidisch, 0,7 mm lang. VII, VIII.

An steinigen, grasigen oder moorigen Stellen, auf Alpenmatten, an Schneefeldern,Rinnsalen, im Felsschutt der alpinen Stufe (von 1500 bis 2200 m); einzig in Oesterreich,hier zuweilen bis in die Täler hinabsteigend. Fehlt in Deutschland und in derSchweiz gänzlich. Auf Kalk oder seltener auf Schiefer.

In den nördlichen Kalkalpen, vom Tennengebirge in Salzburg durch Obersteiermark, Ober- undNiederösterreich bis zum Sonnwendstein verbreitet und häufig; mitunter auch in tieferen Lagen wie auf dem Kasten-riegel bei Weichselboden, bei Schwarzau i. G. (600 m) und im Mürztal oder herabgeschwemmt wie an der Ennsbei Steyr. Im Gebiete der Zentralalpen nur in den Radstädter Tauern, auf dem Gumpeneck bei Oeblarn, demHoch-Reichart und auf dem Hoch-Lantsch, sowie in Kärnten angeblich im Reichenauer Garten und im oberenMölltale. Im Gebiete der südlichen Kalkalpen fehlend. Fehlt auch in Tirol sowie in den bayerischen Alpenganzlich, da das Salzachtal die Westgrenze der Art bildet.

Allgemeine Verbreitung: Ostalpen (fehlt aber in den südlichen Kalkalpen).

Diese zierliche Glockenblume ist namentlich in den nordöstlichen Kalkalpen östlich vom Salzachtalverbreitet, wo sie auf den steinigen Matten neben Androsace lactea und chamaejasme, Primula minima undn cula, Anemone alpina und narcissiflora, Dianthus alpinus, Ranünculus alpestris und montanus, Saxifragaesia, androsacea und stellaris, Draba stellata und aizoides, Carex firma und rupestris etc. auftritt.

-339. Campanula excfsa Schleicher. Ausgeschnittene Glockenblume. Fig. 184a bis e.

Ausdauernd, 5 bis 12 cm hoch, kurzkriechende, lockerrasige Stämmchen treibend.

engel zahlreich, bogig-aufsteigend oder aufrecht, kantig, unten zerstreut abstehend-kurz-

iteifhaang, selten ganz kahl, einfach, 1-blutig, seltener traubig, 2- bis 5-blütig. Laubblätter

er mit vereinzelten abstehenden, steifen Härchen besetzt; die grundständigen gestielt,

eisrund, am Grunde herzförmig, die unteren Stengelblätter lineallanzettlich (Fig. 184 e),

mi eim g e n scharfen Zähnen und mit nach rückwärts gerichteten, kurzen Wimpern

besetzt, die oberen lineal, spitz. Blüten lang gestielt, ^einzeln, endständig oder in einer

lockeren, w enigblütigen Traube, nickend. Blütenknospen nickend. Kelch glatt, kahl, ohne

') Lat. püllus = schwarzblau; nach der Farbe der Krone.