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Allgemeine Verbreitung: Alpen zwischen dem Luganer- und Gardasee (be-sonders häufig auf der Grigna; hier von 1450 m an, hie und da auch tiefer).
In der Grignagruppe am Comersee erscheint Campanula Raineri an steilen Kalkfelsen bei 2400 mHöhe nach Geilinger in Gesellschaft von Sesleria caerulea, Carex firma und sempervirens, Festuca pumila,alpina und nitida, Petrocallis Pyrenaica, Draba aizoides. Arabis pumila, Alsine verna und sedoides, Saxifragasedoides, Sedum atratum, Helianthemum alpestre, Viola biflora, Campanula cochleariifolia, Cerastium Carinthiacum(Bd. III, pag. 372), Potentilla nitida, Veronica aphylla, Thymus Serpyllum, Achillea Clavenae, Crepis Jacquini etc.
337. Campanula Morettiäna 1 ) Rchb. (= C. Tridentina Poll., = C. filiformis Morettinee Ruiz et Pav., = C. pülla Pollini). Dolomit en- Glockenblume. Fig. 183d bis i.
Ausdauernd, 3 bis 6 (10) cm hoch. Wurzelstock walzenförmig, kurze, ästige, vonBlattresten bedeckte Stämmchen treibend. Stengel meist zahlreich, aufsteigend oder auf-recht, abstehend-steifhaarig, 1-blütig. Laubblätter dicht abstehend steifhaarig, graugrün; die
unteren lang gestielt, rund-lich, klein, eckig-gezähnt,in den Stiel zugeschweift,die folgenden allmählichkürzer gestielt, die oberstensitzend, rundlich oder ei-förmig, spitzlich, jederseitsmit 2 bis 3 Sägezähnen.Blüte einzeln, endständig,aufrecht. Kelch in denBuchten ohne Anhängsel,borstig-behaart. Kelchzipfellanzettlich, spitz, ganzrandig(Fig. 183h), etwa 1 /i so langwie die Blumenkrone. Blu-menkrone trichterig-glockig,2 bis 3 cm lang, bis zu x /s indreieckige Zipfel gespalten,purpurrot mit blauem An-flug (getrocknet blau).Kapsel nahe dem Grundemit 3 Löchern aufspringend.— VIII, IX.
In Ritzen, in Spaltenkahler Felswände, seltenerim Gerolle der südlichen Kalkalpen (von 1500 bis 2300 m). Nur in Oesterreich im Ge-biete der Südtiroler Dolomiten. Fehlt in Deutschland und in der Schweiz gänzlich.Im Gebiete der Dolomiten an der Tofana im Ampezzotal, an der Croda di Lago und Rocchetta, aufdem Schiern, in der Rosengartengruppe (besonders im Tschaminatal und Grasleiten), auf dem Pordoijoch, demMonte Pellegrino im Fleimsertal, Monte Castelazzo, bei Paneveggio und im Gebiet der Primördolomiten.
Allgemeine Verbreitung: Dolomitalpen von Südtirol und dem angrenzendenVenetien.
Campanula Morettiäna gehört wie Kernera alpina, Capsella pauciflora, Sempervivum Dolomiticum,Saxifraga depressa und Facchinii, Primula Tiroliensis und speetabilis, Daphne petraea, Cerastium subtrifiorum,
Fig. 183. Campanula Raineri Perpenti. a Habitus ( 2 /s natürl. Grösse). & Längsschnittdurch die Blüte, c Kelchblatt, ci Staubblatt. — Campanula Morettiäna Rchb. d Habitus.e f t g Grandständige Laubblätter, h Blüte (Krone geöffnet), i Staubblatt. — Cam-panula pullaL. k Habitus. I Längsschnitt durch die Blüte, m Staubblatt.
') Benannt nach Giuseppe Moretti, Professor der Botanik an der Universität Pavia, geb. 1782, gest. 1853.