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334. Campänula latitölia L.
Fig. 181 c und d
ästig,
Ausdauernd, 50 biskeine Ausläufer treibend
Breitblätterige Glockenblume,und Fig. 182.
150 cm hoch. Grundachse dick, ± rübenförmig, spindelförmig,
Stengel aufrecht,
Fig. 182. Campänula latifolia L., im Biindner Oberland.
ohne herablaufende Leisten, stielrundoder stumpf, gerillt, fastkahl. Laubblätter beider-seits zerstreut weich kurz-haarig, ungleich stumpf-kerbsägig, spitz; die un-teren gestielt, eilänglich,am Grunde abgerundet bisseicht herzförmig, dieoberen kurz gestielt odermit rasch verschmälertemGrunde sitzend, elliptischbis länglich - lanzettlich.Blattstiel stets kürzer oderkaum so lang wie dieSpreite. Blüten einzelnoder zu 2 bis 3 in denAchseln der oberenStengel-blätter, eine einfache biszur Spitze durchblättertePhot. e. Ganz, Zürich. Traube bildend. Blüten-stiele unter der Mitte mitzwei Hochblättern. Kelch kahl, in den Buchten zwischen den Zipfeln ohne Anhängsel.Kelchzipfel in der Knospe gedreht, lanzettlich, spitz, aufrecht, kürzer als die halbe Blumen-krone, kahl, zur Fruchtzeit ± sternförmig-spreizend, mit eingeschlagenen Rändern (Fig. 181d).Blumenkrone gross, 3 bis 5,7 cm lang, weitglockig, bis fast zur Hälfte in länglich-dreieckige,zugespitzte, schwach gewimperte Zipfel geteilt, blauviolett. Kapsel nahe dem Grunde mit3 Löchern sich öffnend, meist nickend. — VI bis VIII.
Sehr zerstreut in Wäldern und in feuchten Gebüschen bis in die höhere Bergregion.
In Deutschland in Bayern im Gebiete der Alpen (bis 1250 m) und der oberen Hochebene ziemlichverbreitet, ferner im Rhöngebirge und um Gochsheim bei Schweinfurt, in Württemberg einzig im Jura bei Mühlheimnächst Tuttlingen, Mahlstetten, auf der Hardt, bei Bitz, Gönningen, Seeburg, Hengen, Donnstetten und Wiesen-steig, im Schwarzwald (nur auf dem Feldberg) und in den Vogesen. Ferner in der Rheinprovinz (Ehingen), in derEifel (Hohe Acht), im Westerwald (Daaden) und bei Westerburg, in Westfalen bei Winterberg, Siegen, Brilon,in Geba bei Meiningen, bei Quedlinburg am Harz, in den Sudeten und im Erzgebirge. Im norddeutschenFlachlande in Schleswig und in Ostholstein, bei Hamburg, in der Nähe der Ostseeküste bis Ostpreussen, bei Bär-walde, Arnswalde, Prenzlau, Luckau, zerstreut in Posen (Glinno, Radojewo, Goray, Grocholin, Kralikowo) und inSchlesien. InOesterreich in allen Kronländern, doch sehr zerstreut und meist selten; in Niederösterreichnur auf dem Hohenstein bei Schrambach, in Steiermark mit Sicherheit nur bei Alt-Aussee und Mürzsteg, inSalzburg bei Eschenau und auf dem Radhausberge bei Gastein, in Kärnten auf dem kleinen Zelon, in Ober-österreich bei St. Wolfgang und am Wege von Hopting zur Feichtau, in Böhmen, Mähren und Schlesien, sowiein Tirol verbreiteter. In der Schweiz ebenfalls verbreitet, aber ziemlich selten.
Allgemeine Verbreitung: England, Skandinavien (bis Hammerö 67° 35'nördl. Breite), Niederlande, Belgien, westliches Frankreich, Pyrenäen, Schweiz, Deutschland,Oesterreich-Ungarn, Oberitalien, nördliche Balkanhalbinsel, Mittel- und Südrussland; Kau-kasien, Pontus, Armenien, Persien, Sibirien.