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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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Tafel 257.

Erklärung der Figuren.

Fig. 1 u. 1 a. Campanula rapunculoidcs (pag. 342).Blütenspross und untere Teile der Pflanze.1 b. Hängende, geöffnete Kapsel.

1 c. Fruchtknoten im Querschnitt.Id. Same.

2. Campanula glomerata (pag. 340). Blütenspr.

2 a. Kelch mit Fruchtknoten.2 b. Dieselben im Längsschnitt.

2 c. Same (stark vergrössert).2d. Same im Längsschnitt.

3. Campanula rhomboidalis (pag. 359). Blüten-spross.

3 a. Fruchtknoten mit Kelch.3 b. Staubblatt.

Fig. 4. Phytcuma orbiculare (nr.369). Blütenspross.

4 a. Blüte.

4 b. Staubblatt.

,, 5. Phyteuma hemisphaericum(m.'SlA). Habitus.

5a. Fruchtknoten mit Kelch.

5 b. Fruchtknoten im Querschnitt.

6 und 6 a. Phyteiuna nigrum (nr. 363). Habitus.

6b. Blüte im Längsschnitt.

,, 7. Phyteuma spicatum (nr. 361). Blütenspross.

7a. Blüte mit freien Kronblättern.

7b. Same

7c. Same im Längsschnitt (stärker vergrössert).

,, 7d. Oberer Teil des Griffels mit Narben.

7f. Staubblatt.

Campanula rapunculoides zeigt nur unbedeutende Verschiedenheiten bezüglich der Behaarung und derBezahnung der Laubblätter. Solche Formen sind: f. crenäta (Link). Laubblätter gekerbt. f. gläbraPeterm. (= C. neglecta Bess.). Stengel und Kelchziptel kahl. Laubblätter fast kahl. f. Ucränica Spreng,(als Art). Stengel kahl oder fast kahl. Laubblätter fast kahl. Kelchzähne gewimpert. f. tracheliofdesBieb. als Art (= f. typica Robert Keller). Stengel und Laubblätter ziemlich reichlich behaart. f. secündaSchmidt (als Art). Blüten nur halb so gross als beim Typus.

333. Campanula Trachellum 1 ) L. Nessel-Glockenblume. Franz.: Herbe aux tran-chees, gantelee, gant de Notre-Dame; engl.: Throatwort; ital.: Imbatini. Taf. 256, Fig. 5.

Die Pflanze heisst im Herzogtum Gotha nach ihrer Blütenform Drachenmund, Löwenmaul,im Schweizer Jura nach den nesselähnlichen Blättern Nesselgloggeblueme.

Ausdauernd, 30 bis 100 cm hoch. Grundachse dick, + rübenförmig, keine Aus-läufer treibend. Stengel aufrecht, einfach, durch scharfe Leisten (von denen je zwei vomGrunde eines Laubblattes herablaufen) scharfkantig, steif haarig. Laubblätter steif behaart,grob doppelt gesägt; die unteren gestielt (Blattstiel der grundständigen Laubblätter etwazweimal so lang als die Spreite), herzförmig-dreieckig oder herzförmig, die oberen eilan-zettlich bis lanzettlich, mit abgerundeter oder verschmälerter Basis sitzend. Blüten kurzgestielt, (20) 30 bis 50 mm lang, einzeln oder zu dreien in den Achseln der oberen Stengel-blätter, eine einfache (selten ästige), bis zur Spitze durchblätterte, allseitswendige Traubebildend. Blütenstiele mit 2 Vorblättern. Hochblätter ± laubblattartig. Jede Kelchbuchtmit einer vorspringenden Falte. Kelchröhre deutlich über den Fruchtknotenscheitel hinausverlängert. Kelchzipfel eilänglich, zugespitzt, wimperig-zottig, zurückgeschlagen. Blumen-krone 3 bis 4 cm lang, trichterig-glockig, mit eiförmigen, gewimperten Zipfeln, blauviolettoder hellblau (nicht allzuselten auch weiss oder gefüllt). Kapsel nahe dem Grunde mit3 Löchern sich öffnend. Samen kantig umrandet, 1,5 bis 2 mm lang. VII bis IX.

In Gebüschen, lichten Wäldern, Holzschlägen, Auen, am Rande von Weingärten,an buschigen, steinigen Stellen; von der Ebene bis in die Voralpen (im Wallis bis 1500 m,in Tirol bis 1500 m, in Bayern bis 1700 m) verbreitet und meist häufig.

Allgemeine Verbreitung: Fast ganz Europa (nördlich bis 60° 30'nördl. Breite);Syrien, Sibirien; Nordafrika.

Aendert nur wenig ab: f. robust a Aschers, et Graebner. Pflanze höher, oft ästig. Untere Laub-blätter weniger deutlich herzförmig. _ f. leiocarpa Sonder. Kelch kahl (Norddeutsches Flachland, Bayern).f. micräntha Erdner. Krone klein, kaum 2 cm lang. var. urticifölia (Schmidt) Gremli. Stengelblätterschmäler. Stengel schärfer kantig, ästig.

') Vom griech. tgaz^-OS [trächelos] = Hals; wurde wie C. Cervicaria (pag. 339) gegen Halsleiden verwendet.