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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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Europas und Vorderasiens, sowie im Mittelmeergebiete zu Hause. Eine Art findet sich auf den KapverdischenInseln, 2 in Abessinien, eine in Nubien und Oberägypten, eine auf Sokotra. Nur wenige Arten reichen bisins arktische Gebiet; auch in Amerika sind nur relativ wenige Arten zu Hause.

Wegen ihrer grossen, blauen, violetten oderweissen Blüten werden zahlreiche Campanula-Artenals Zierpflanzen kultiviert, so von heimischen Arteninsbesondere C. pyramidalis L. (pag.345), C. latifolia L.(pag. 344), C. Trachelium L. (pag. 343), C. glome-rata L. (pag. 340), C. persicifolia (pag. 360) etc.Von ausländischen Arten kommen in Betracht:Campanula Medium L. (= Medium grandi-flörum Spach, = Mariänthemum grandiflorum hört.).Marien-Glockenblume (im Kanton AargauEierschÄleli"); franz.: Carillon, violette de Marie; engl.:Coventry bell; ital.: Giuliette, fioricampani, erbamedia.Fig. 176. Pflanze zweijährig, steifhaarig, verästelt mittraubig oder rispig angeordneten Blüten. Kelch in denBuchten zwischen den Zähnen mit einem Anhängsel.Blumenkrone sehr gross, am Grunde bauchig erweitert,bläulich-violett (bei Kulturformen auch rosarot, weissoder gestreift). Kapsel 5-fächerig. Sehr beliebteGartenpflanze aus dem westlichen Mittelmeergebiet,häufig auch mit verdoppelter Krone, mit kronartig ge-färbtem, halskrausenartigen, anhängsellosem (Fig. 176 c)Kelch (f. calycänthem a)oder mit gef üllten(flore pleno)Blüten gezogen. Adventiv als Gartenfiüchtling in Nürn-berg, Mannheim, Riva und Wien beobachtet. C.betonicifölia Sibth. et Sm. Stengel aufrecht.Laubblätter eilänglich, kerbsägig. Blüten zu wenigenin den Blattwinkeln sitzend. Kelch in den Buchtenzwischen den Zähnen mit einem Anhängsel. Blütenhell-lila. Narben fünf. C. n 6 b i 1 i s Lindl. aus China,mit bis 6 cm langen Blüten. Kelchzipfel schmal, mit

kurzen Anhängseln in den Buchten. C. f r ägilis Cyr. vom Apennin, mit lang-walzlichem Wurzelstock, herz-förmigen, tief gezähnten Laubblättern, schlaffen Stengeln und tief gespaltener Blumenkrone. C. Garg'änicaTen. vom Monte Gargano (Italien) und aus Dalmatien. Eignet sich besonders als Ampelpflanze und zur Bekleidungvon Felspartien. C. Carpätica Jacq. aus den Karpaten. Niedrige Pflanze mit sehr weitglockigen, grossenBlüten,. C. isophylla Moretti aus Italien. Blüten zartblau. Bürgert sich bei uns als Ampel- und Balkonpflanzemmer mehr ein. C. alliariifdlia Willd. (= C. lamiifölia Bieb.) aus dem Kaukasus und Kleinasien.Bis 60 cm hohe Staude mit weissen oder rahmweissen Blüten. C. macröstyla Boiss. et Heldr. aus Griechenland.Einjährig, 3- bis 9-blütig. Krone gross, rosarot, aufrecht. C. lactiflöra Bieb. aus dem Kaukasus und ausGriechenland. 50 bis 100 cm hohe Staude mit weisslichen bis hellvioletten Blüten. C. Vidälii Wats. von denAzoren, von eigenartiger, an ein strauchiges Sempervivum erinnernder Tracht. Eignet sich mehr für die Topf-kultur und für Kalthäuser.

Adventiv wurden ausser verschiedenen unten angeführten einheimischen Arten vereinzelt beobachtet:C strigösa Russell aus Vorderasien (Rüdersdorf bei Berlin). C. Carpätica Jacq. seit langer Zeit (an-scheinend dauernd) eingebürgert bei Potsdam nächst Berlin (Sanssouci, an der nördlichen Grundmauer derKolonnade), ferner bei Bötzow und Schwiebus sowie in der Westschweiz (St. Aubin-Concise und Vaumarcus).C. alpestris All. (= C. Alliönii Vill.) aus den Westalpen, der C. barbata ähnlich, aber nur eine grosse Blütetragend. Bei Zermatt im Wallis kürzlich beobachtet (wahrscheinlich aus dem dortigen alpinen Garten stammend).C. alliariifölia Willd. aus dem Kaukasus und aus Kleinasien (Am Saleve [Grand-Sarrot] nahe der SchweizerGrenze beobachtet). C. abie tina Griseb. aus Ungarn, Siebenbürgen, Balkan. Im Hafen von Mannheim (1907).C. Erinus L. aus dem Mittelmeergebiet. Hafen von Mannheim (1895, 1903) und bei Arco (Hotel Viktoria).

Fast bei allen Campanula-Arten sind die Blüten glockig oder trichterförmig und so auch für grössereInsekten leicht zugänglich. Der Honig wird von einem den Griffel an der Basis umgebenden fleischigen Diskusring( I af. 256, Fig. 3 a) abgesondert und ist von den kegelig-zusammenneigenden, verbreiterten Basalpartien der Staub-faden, die noch dazu gewimpert sind (Fig. 180b), geschützt. Die 3 Giiffeläste stehen anfangs aufrecht (Fig. 180)

Fig. 176. Campanula Medium L, a Blütenspross der Normal-form, b Gefüllte Blüte, c Blüte mit vergrössertem Kelch, d Knospe.e Diagramm. f t g Keimpflanze.