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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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Pflanze und besonders des Blütenstandes bedingt. Die blühenden Sprosse bleiben oft kurz, die Blüten ver-grünen + und bilden sich vielfach 2u kürzeren oder längeren Laubsprossen um, die bei starker Ausbildungeinen dichten Knäuel von vielen kleinen Sprossen mit dichtstehenden, meist etwas stärker behaarten Blättchendarstellen (Dr. H. Ross, München).

1. Blumenkrone röhrig oder röhrig-trichterförmig, mit linealen, vor dem Aufblühen verwachsenenZipfeln; letztere später sich von unten nach oben trennend (Fig. 193h). Blüten meist zu vielblütigen, kopfigenoder ährenförmigen Blütenständen vereinigt.......................2.

1*. Blumenkrone glockig oder radförmig, mit kurzen, breiten Zipfeln........... 4.

2. Blüten in halbkugeligen oder kugeligen Köpfchen oder dichtwalzlichen Aehren..... 3.

2*. Blüten kurz gestielt, traubig-rispig angeordnet. Nur in Südsteiermark. Asyneüma DCCXXII.

3. Blüten kurz gestielt, mit gerader Kronröhre. Antheren miteinander verwachsen. Staubfädenpfriemlich. Kapsel an der Spitze mit einem Loch aufspringend. Narbe keulenförmig (Taf. 255, Fig. 3 a).Kapsel 2-fächerig.......................... Jasione DCCXXVI.

3*. Blüten sitzend, mit gekrümmter Kronröhre. Antheren frei. Staubfäden am Grunde breit-drei-eckig (Fig. 194c). Kapsel mit seitlichen Löchern aufspringend. Narben 2 bis 3, fadenförmig, zurückgekrümmt(Taf. 257, Fig. 7d).........................Phyteuma DCCXXIII.

4. Blumenkrone radförmig, mit flachem Saum. Fruchtknoten lineal-länglich, prismatisch, fast stiel-förmig, kantig (Taf. 255, Fig. 1 a).................... Legouzia DCCXXI.

4*. Blumenkrone glockig oder trichterförmig. Fruchtknoten kreisel- oder eiförmig...... 5.

5. Kapsel innerhalb des Kelches unregelmässig zerreissend. Ausdauernde Pflanze mit grasartigen,linealen Laubblättern. Blüten in einem von Hüllblättern umgebenen Köpfchen stehend. Einzig auf demKrainer Schneeberge.......................Edraianthus DCCXXV.

5*. Kapsel mit Löchern oder Spalten sich öffnend.................. 6.

6. Kapsel zwischen den bleibenden Kelchblättern fachspaltig aufspringend. Zarte Pflanze mit nieder-liegendem, fädlichem Stengel, rundlichen, eckig-gelappten Laubblättern und einzeln stehenden, nickenden, lang-gestielten Blüten. Staubfäden am Grunde nicht oder wenig verbreitert. Nur in Westdeutschland.

Wahlenbergia DCCXXIV.

6*. Kapsel mit seitlichen Klappen oder Löchern sich öffnend. Stengel aufrecht oder aufsteigend.

Staubfäden am Grunde deutlich verbreitert (Taf. 256, Fig. 5 a)................. 7.

7. Griffel am Grunde von einem röhrig-becherförmigen Diskusring (Fig. 191 d) umgeben, meist weitaus der Blumenkrone herausragend...................Adenophora DCCXX.

7*. Griffel am Grunde ohne Diskusring, nicht oder nur wenig aus der Krone herausragend.

Campanula DCCXIX.

DCCXIX. Campanula 1 ) L. Glockenblume. Franz.: Campanule, clochette;engl.: Harebell, blue-bell; ital.: Campanelle.

Ein-, zwei- oder mehrjährige Kräuter, selten Halbsträucher mit wechselständigen,ungeteilten Laubblättern. Nebenblätter fehlend. Blüten in sehr verschiedenartigen (rispigen,traubigen oder kopfigen), stets endständigen Blütenständen oder einzeln endständig, zwitterig.Kelch oberständig, mit 5 freien, dreieckigen bis linealen Zipfeln, zuweilen mit Anhängseln.Blumenkrone glockig, blau oder violett, seltener blassgelb, ausnahmsweise weiss (auch beimTrocknen leicht weiss werdend), trichterförmig oder fast röhrig, mit 5-lappigem bis 5-spaltigemSaum und dreieckigen bis lanzettlichen Zipfeln. Staubblätter 5 (Fig. 176 e), dem Blüten-boden eingefügt, frei, mit am Grunde meist verbreiterten (Taf. 256, Fig. 5 a), behaarten Staub-fäden und freien Antheren. Fruchtknoten unterständig, 3- oder 5-fächerig (Taf. 256, Fig. 3 aund 5b), mit zahlreichen, zentralwinkelständigen, auf dicken, zuweilen gestielten Samenleistenstehenden Samenanlagen (Taf. 257, Fig. 1 c). Griffel einfach, meist behaart (Fig. 180 c, d), mit3 bis 5 Narben. FYucht eine mit 3 bis 5 seitlichen Löchern sich öffnende, rundliche Kapsel(Taf. 256, Fig. 4a). Samen zahlreich, ellipsoidisch, mit häutiger oder lederiger Schale(Taf. 257, Fig. 2 c und 2d), zuweilen mit häutigem Rand.

Die Gattung umfasst gegen 250 Arten, die in den gemässigten und subtropischen Gebieten dernördlichen Halbkugel, vornehmlich der alten Welt heimisch sind. Die Mehrzahl der Arten ist in den Gebirgen

') Verkleinerungsform vom lat. campäna = Glocke, also Glöckchen.