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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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Gurke, pepo als Wassermelone und melopepo als Melone gedeutet. Das pepo des Capitulare Karls des Grossen dürfteunsere Melone sein. Ebenso wurde die Melone nach dem Speiseverzeichnis 1000 n. Chr. in dem Klostergartenzu St. Gallen (Schweiz) kultiviert. In den Pfahlbauten wurden nirgends Reste von Cucurbitaceen gefunden.

Ausser Stengelfasciationen und Doppel-Ranken ist Verlaubung oder Umwandlung der Kelchblätter inRanken hervorzuheben. In den männlichen Blüten können gelegentlich Rudimente des Fruchtknotens, in denweiblichen einzelne fruchtbare Staubblätter vorkommen, wodurch dann unvollkommene Zwitterblüten zurAusbildung gelangen. Eine Durchwachsung der Frucht ist bei der Melone nicht allzuselten zu beobachten und istbei einercul de singe" genannten Form fast konstant geworden. Mehrfach ist auch das Auskeimen derSamen innerhalb der Frucht beobachtet worden.

319. Cucumis satfvus L. Gurke. Franz.: concombre, cornichon (Essiggurken); engl,cucumber; ital.: Cocomero, cetriolo; cocümer (Tessin).

Fig. 171. Cucumis sativus L. a Spross mit Blüten und jungen Früchten, b Längsschnitt durch die weibliche Blüte.c, d Frucht, e Querschnitt durch dieselbe, f Diagramm der männlichen Blüte (nach Eichler), g Essig-Gurken, h Same.

i Same im Längsschnitt.

Das Wort Gurke Iässt sich erst in neuhochdeutscher Zeit nachweisen. Es gehört wie das nieder-ländische agurkje, dänisch agurke, böhmisch ogurka zu dem spätgriech. dyyotigwv [angürion] = Wassermelone.Vgl. dazu Augurke (Ostfriesland, Bremen). Zu latein. cucumis gehören: Kukumer (Lübeck), Kum-kumer (Ostfriesland), Kummern (Frankfurt), Kommer, Kummer (Nassau), Gegumm er (Nahegebiet),Gakkgommer (Schwalm), Gukummer (alemannisch), Gommern (Schwaben), Ku mm er lieh (fränkisch),Kümmerlinge (Oberösterreich). Oesterreichisch sind: Umurkn (Ober- und Niederösterreich), Murken,Mürkalan (Kärnten).

Einjähriges Kraut mit 1 bis 4 m langem, niederliegendem oder mittels einfacherWickelranken kletterndem, borstig-steifhaarigem Stengel. Laubblätter gestielt, aus herz-förmigem Grunde handförmig-fünflappig oder fünfeckig mit fast gleichgrossen, spitzen,spitz-gezähnten Lappen, borstig-behaart. Männliche Blüten in Büscheln, mit 2 bis 3 cmbreiter, goldgelber Blumenkrone. Weibliche Blüten einzeln in den Blattwinkeln. Blumenkronebreit, goldgelb. Fruchtknoten mit auf Knötchen sitzenden Stachelborsten dicht besetzt.Frucht länglich bis lang walzlich, gerade oder gekrümmt, 3- bis 6-kantig, höckerig-warzig,gelb, mit 3 zweiteiligen, vielsamigen Fächern (Fig. 171 e). Fruchtfleisch grün oder weisslich. VI bis VIII.

Hegi, Flora Bd. VI.

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