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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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1. Laubblätter fünfeckig, mit spitzen Ecken. Frucht walzlich.......C. sativus nr. 319.

1*. Laubblätter fünfeckig, mit abgerundeten Ecken. Frucht eiförmig bis kugelig.. C. Melo nr. 318.

318. Cucumis Melo 1 ) L. Melone, Zucker-Melone. Franz.: Melon; ital.: Popone.

Fig. 172 a bis d.Einjähriges Kraut mit bis über 1 m langem, liegendem oder mittels einfachenWinkelranken kletterndem, stechend-steifhaarigem Stengel. Laubblätter gestielt, aus herz-förmigem Grunde kurz fünflappig, mit abgerundeten, gezähnelten seitlichen Lappen undviel breiterem, stumpfem, gezähneltem Mittellappen, steifhaarig. Männliche Blüten in blatt-winkelständigen Büscheln; ihre Blumenkrone 2 bis 2,5 cm breit, goldgelb. Weibliche Blüteneinzeln, kurz gestielt, mit stachelborstigem Fruchtknoten und etwas mehr glockiger, ungefährebenso grosser Blumenkrone wie an den männlichen Blüten. Frucht sehr gross, wohl-riechend, ellipsoidisch bis kugelig, ohne Kanten, mit fester, aussen glatter, netzig geäderteroder tief längsrippiger, grüner, brauner oder gelber Schale und meist gelbrotem oder röt-lichem, seltener grünlichem, im Innern zuletzt flüssig werdendem Fruchtfleisch. VI bis IX.

C. Melo stammt aus dem tropischen Asien und Afrika und wird der wohlschmeckenden Früchtewegen in Mistbeeten, in einzelnen Sorten auch an Spalieren, auf freiem Felde jedoch fast nur in denwärmsten Lagen von Oesterreich sowie in Bayern bei Nürnberg und Cadolzburg gebaut.

Die zahlreichen Kultursorten der Melone lassen sich in 3 Gruppen zusammenfassen: Kantaluppen(C. Melo L. var. Can t alüp o Ser.). Fruchtschale dick, mit 8 bis 12 breiten Längsrippen, oft netzig, mitunterauch warzig oder runzelig. Fruchtfleisch meist orangerot, seltener grün, schmelzend, sehr zuckerreich. Hieherz. B. die Sorten: Algier, frühe spanische Kantaluppe, Konsul Schiller-Kantaluppe, Preskott, Orangen-Kantaluppe,Silber-Kantaluppe, Waldemar Gratscheff-Kantaluppe etc. Netz-Melonen (C. Melo L. var. reticulätus Ser.).Fruchtschale nicht gerippt, dünn, netzförmig (Fig. 172a). Hieher u.a. Amerikanische Muskat-Melone, Berliner-Netz, Blenheimer-Orange, Ananas, Zucker von Tours, Cavaillon-, Skellmanns runde Melone. MalteserMelonen (C. Melo L. var. Melitensis Ser.). Fruchtschale dünn, glatt oder schwach gerippt. Fruchtfleischsehr saftig, weiss oder grünlich. Hieher z. B. Aprikosen-Tafelmelone, Nektar, Melone von Trevouc. Eineweitere Form ist die Schlangen-Melone (C. flexuösus L. ; = C. Melo L. var. flexuosus Naud.). Frucht sehrlang, gebogen, gefurcht, meist dunkelgrün, zuweilen mit Längsstreifen, zur Reifezeit gelblich.

Die Kultur der Melone weicht im allgemeinen von jener der Gurken wenig ab ; nur verlangen die Melonennoch mehr Wärme und Sonnenschein. Gegen Nässe sind sie sehr empfindlich. Im Februar werden die Samenins warme Mistbeet eingelegt. Die jungen Pflanzen müssen später versetzt und mehrfach beschnitten werden.Die weiblichen Blüten werden künstlich mit dem Pinsel befruchtet; der Erfolg zeigt sich nach 2 bis 3 Tagen,und nach 7 bis 8 Wochen erscheinen die ersten reifen Früchte. Wenn sich die Früchte entwickeln, beschneidetman die Zweige, so dass jeder nur 3 bis 4 Früchte trägt, und legt die jungen Früchte auf ein Brettchen odereinen Dachziegel. Der Same der Melone bleibt 7 bis 8 Jahre lang keimfähig. Am wenigsten empfindlich ist dieamerikanische Land-Melone, die an geschützten Lagen im Freien gezogen wird, die übrigen Arten werdenmeistens unter Glas kultiviert.

In Deutschland wird die Melone wegen ihres saftigen, kühlenden Fruchtfleisches ganz allgemein alsDessertfrucht mit Zucker genossen; ebenso verwendet man die in Zucker eingekochten inneren Partien derSchale. In Frankreich aber wird die Melone häufig als Vorspeise mit Salz, Pfeffer oder Paprika gegessen.Ein übermässiger Genuss bewirkt jedoch leicht Magendrücken, Kolik und Durchfall. Die Früchte enthalten90,38°/o Wasser, 1,0°/o Stickstoffsubstanz, 2,13% Zucker, 0,32% Fett, 4,4°/o stickstofffreie Extraktivstoffe,1,09 °/o Holzfaser und 0,68% Mineralstoffe. Die Früchte sind so saftig, dass die neapolitanischen Melonenesserihnen nachsagen : Man kann sie essen, trinken und sich damit das Gesicht waschen. In Afrika (von Abessinienbis zum Niger Benue) gibt es kleinfrüchtige, bittere Sorten, die ein Feldunkraut bilden. Als Oelsaat haben dieSamen fast jede Bedeutung verloren. In Gambia (Westafrika), wo die Samen ,sarroh" heissen, dienen sie denEingebornen als Nahrung. Ebenso gewinnt die ärmere Bevölkerung in Indien aus den Samen der var. utilis-simus (kankur") Mehl und Oel. In Südafrika ist vorgeschlagen worden, die Fasern der daselbst wildwachsen-den Melonen, vor allem von der sogen.Marsch-Melone", für industrielle Zwecke nutzbar zu machen.

Ob das Wort nencov (pepon) bei den vorchristlichen griechischen Schriftstellern sich bereits aufunsere Melone, bezieht, lässt sich nach Fischer-Benz on nicht mit vollständiger Sicherheit entscheiden. Esdarf nicht vergessen werden, dass noch im Mittelalter Gurke, Kürbis und Melone miteinander verwechseltwurden. Von den bei Plinius genannten Cucurbitaceen wird die Cucurbita als Flaschenkürbis, cucumis als

l ) Schon bei Palladius (4. Jahrh. n. Chr.) Name der Melone.