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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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Allgemeine Verbreitung: England, Dänemark, ganz Mittel- und Südeuropa.

Gelegentlich sind an einem Knoten 2 Ranken rechts und links von der Einzelblüte entwickelt.Ebenso können die Ranken in Laubblätter umgewandelt sein. In den männlichen Blütenständen sind die fürnormal ganz fehlenden Tragblätter gelegentlich ausgebildet. Die Blüten selbst sind nicht selten 6- oder 7-zählig:es finden sich dann in den männlichen Blüten ausser den beiden Doppelstamina je 2 bezw. 3 Einzelstamina;zuweilen sind die weiblichen Einzelblüten verkümmert und durch ein kurzes Stielchen ersetzt. Auch monoezischeund polygame Exemplare treten hie und da auf. Modilews ky hat bei dieser Art Chalazogamie nach-gewiesen. Die Behauptung, dass sich männliche und weibliche Exemplare an den Laubblättern unterscheidenlassen, lässt sich nicht aufrecht erhalten. Zuweilen gibt es Formen mit tief geteilten Laubblättern (wie solchean der männlichen Pflanze ab und zu auftreten), die sich dann der mediterranen var. acuta Cogniaux mitgelben Früchten nähern.

Die rübenförmigen, oft verzweigten Wurzeln (Radix Bryöniae) von Bryonia alba und B. dioeca warenfrüher unter der Bezeichnung Faselrübe, Faselwurzel, Faul- oder Gichtrübe, Gichtwurzel, Hecken- oder Hundsrübe,Ross-, Hundskürbis- und Sauwurzel, Schmerrübe, Stickwurzel, Tollrübe etc. offizineil. Sowohl die frische wie diegetrocknete Wurzel, ebenso der aus der frischen Wurzel gepresste Saft, wurden als drastisches Purgativum,Diureticum, Catharticum und Emeticum, bei Gicht, Epilepsie, Wassersucht, Haemorrhagien etc. verwendet.Heute ist die Wurzel nur noch als Volksmittel bei Gicht und Wassersucht im Gebrauch. Die Wurzeln ent-halten das in Wasser unlösliche Bryresin, das in Wasser lösliche, sehr bittere aber wirkungslose GlykosidBryonin (Ce2 H93 O31), ferner den giftigen Bitterstoff Bryonidin, geringe Mengen eines ätherischen Oeles, Harz,einen kristallinischen Körper von der Formel C20 Hso O5, ein amorphes Alkaloi'd, Zucker, einen AlkoholBryonal etc. Die Wurzeln selbst erzeugen auf der Haut Blasen, schmecken scharf bitter und riechen nachfrisch gebackenem Brot. Sie wirken stark abführend und scharf reizend auf den Darmkanal; in grösserenDosen erzeugen sie starkes Erbrechen und Krämpfe, die mit dem Tode enden können. Auch die Beeren vonBrvonia sind giftig oder zum mindesten giftverdächtig. Die Zaunrübe ist die Ampelos melaina und die Ampelosleuke des Dioskorides, die Ampelos agria (vielleicht auch die A. hemera) des Hippokrates, die Vitis alba desCato und die Bryanias des Columella. Im Mittelalter nennt sie die hl. HildegardStichwurtz", AlbertusMagnusVaricella" ; andere deutsche Namen aus früherer Zeit sindhelgeberen" undhilgebern".

DCCXVI. Cucumis 1 ) L. Gurke.

Meist einjährige, niederliegende oder mittels einfacher Wickelranken kletterndeKräuter mit ungeteilten oder handförmig-gelappten bis zerschlitzten, wechselständigenLaubblättern. Blüten in den Blattwinkeln einzeln oder gebüschelt, meist einhäusig. Kelchund Krone am Grunde zu einem glockenförmigen Napf verbunden, von dessen Rand dieschmalen Kelchzähne abgehen. Männliche Blüten mit 5-spaltigem, kreiseiförmigem oderglockigem Kelch und 5-spaltiger, glockenförmiger Blumenkrone. Staubblätter 5, davonje zwei paarweise mit einander verwachsen (Fig. 171f), das fünfte frei (demnach scheinbar nur3 Staubblätter, von denen zwei je zwei, das dritte aber nur ein geschlängeltes Antherenfachtragen). Weibliche Blüten mit unterständigem, eiförmigem bis länglichem, 3- bis 5-fächerigemFruchtknoten (Fig. 1/1 e) und mit 3 haar- oder zungenförmigen Staminodien. Kelch undBlumenkrone wie bei der männlichen Blüte gestaltet. Griffel 1, kurz, mit 3 bis 5 hufeisen-förmigen Narben. Fruchtknoten mit 3 bis 5 Plazenten (Fig. 171 e) und zahlreichen Samen-anlagen. Frucht sehr gross, verschieden gestaltet (Fig. 171c, d, e, g und Fig. 172 a), vielsamig,aussen fest, innen weich. Samen flachgedrückt, eiförmig (Fig. 171h, i) mit scharfem, nichtverdicktem Rande.

Die Gattung umfasst 26 Arten, die in den wärmeren Gebieten der Erde, die Mehrzahl in Afrikazu Hause sind. Neben den beiden auch in Mitteleuropa gebauten Arten sind als Kulturgewächse erwähnens-wert: Cucumis flexuosus L., die Schlangen-Gurke, aus Ostindien, mit grossen, grünen, gekrümmten, amvorderen Ende dünnen, am hinteren verdickten Früchten, die auch bei uns ab und zu in Delikatessenlädenverkauft werden und wie die gewöhnlichen Gurken benutzt werden können. Cucumis Angüria L., inZentralamerika und Brasilien verbreitet, aber wahrscheinlich wie die übrigen Cucumis-Arten ursprünglich inAfrika heimisch und in Amerika durch Neger eingeführt und dort als Gemüsepflanze kultiviert. C. metuli-ferus E. Mey. ist in ganz Afrika wild und wird auch angebaut. Die 12 bis 15 cm lange, gestreckte, bitteroder säuerliche Frucht ist mit 12 bis 15 cm langen, kegelförmigen Auswüchsen versehen.

*) Schon beiVarro (36 v. Chr.) Name der Gurke.