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Männliche Blüten in langgestielten Trauben, 10 bis 12 mm breit, grünlich-weiss, leichtabfallend; die weiblichen in kurz gestielten, doldenförmigen Büscheln, 9 bis 10 mm lang,grünlich, ihre Kelchzähne so lang als die Blumenkrone. Narben kahl. Beeren 7 bis 8 mmdick, kugelig, schwarz. — VI bis VII.
Zerstreut an Hecken (besonders an etwas feuchten Stellen), Zäunen, in Gebüschen,am Rande von Weingärten, an Holzknechthäusern; nicht selten auch zur Bekleidung vonLauben und Zäunen kultiviert (besonders häufig in den schlesischen und böhmischen Ge-birgsdörfern). Ursprünglich in Deutschland nicht einheimisch, sondern als Zier- oderArzneipflanze gebaut und seit Jahrhunderten eingebürgert.
In Deutschland im Nurdosten ziemlich verbreitet, nach Südwesten zu an Häufigkeit abnehmendund in der Rheinprovinz, im Elsass, in Baden und Württemberg ganz fehlend, in Bayern zerstreut. In O ester-reich ziemlich verbreitet, in den Alpenländern jedoch selten und aus Oberösterreich bisher nicht nach-gewiesen. In der Schweiz sehr selten; wild im Wallis (von Martigny bis Visp), früher in Graubünden (beiChur und bei Schleuss im Oberland) eingebürgert, sonst gelegentlich verwildert.
Allgemeine Verbreitung: Dänemark, Südschweden, Deutschland, Schweiz,Oesterreich-Ungarn, Mittel- und Südrussland, Balkanhalbinsel, Nordpersien.
317. Bryonia dio'eca Jacq. Rote Zaunrübe. Taf. 255, Fig. 5; Fig. 169b, c und Fig. 1/0.
Ausdauernd. Wurzel dick, rübenförmig, ästig (Fig. 169b, c). Stengel mit Hilfe voneinfachen Ranken kletternd, 20 bis 40 dm lang, ästig, von spitzen Knötchen und kurzenBorsten rauh. Laubblätter kurz gestielt, im Umriss breit-herzförmig, fünfeckig bis hand-
förmig-fünflappig, mit eiförmigen bis drei-eckigen, spitzen, ungleich-eckig gezähnten oderausgeschweiften Lappen, beiderseits kurzborstig-rauh. Blüten vollständig zweihäusig.Männliche Blüten in langgestielten Trauben.Krone ca. 10 mm breit, grünlich-weiss, leichtabfallend. Weibliche Blüten in kurzgestielten,doldenähnlichen Büscheln. Krone nur ca. 6 mmlang, grünlich, ihre Kelchzähne nur halb solang als die Blumenkrone; letztere gelblich-weiss, die der weiblichen Pflanzen doppelt sogross als bei B. alba. Narben rauhhaarig(Taf. 255, Fig. 5b). Beeren kugelig, 6 bis 7 mmdick, erst grün, dann rotfleckig, zuletztscharlachrot. — VI bis IX.
Zerstreut an Zäunen, Hecken, Ge-büschen, "in Auenwäldern, an Weingarten-rändern.
Im Gegensatz zu Bryonia alba ist diese Art inDeutschland mehr im Westen verbreitet, nimmt nachOsten zu an Häufigkeit ab und fehlt in Ost- und West-preussen gänzlich. In Norddeutschland nirgends ur-sprünglich. In Oesterreich ziemlich verbreitet, aberin die Alpen kaum irgendwo tiefer eindringend und inSalzburg ganz fehlend, ebenso aus Böhmen und Schlesienbisher nicht bekannt. In der Schweiz verbreiteter alsvorige Art, aber in den Kantonen Luzern, Appenzell,Fig-. 170. Bryonia dioeca L. Phot. B. Hald y, Mainz. Uri, Schwyz und Unterwaiden fehlend.