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„Spritzgurke", franz.: Momordique. giclef; ital.: Cocomero asinino, schizetti, Ecbällium Elaterium (L.)A. Rieh, aus dem Mittelmeergebiet, werden die ziemlich kleinen Samen, sobald die reife Frucht vom Stielefällt, aus der Bruchstelle mit grosser Gewalt und Geräusch herausgespritzt (Fig. 168a bis d). Bei Cy clantheraexplödens Naud. aus dem tropisch-andinen Südamerika rollt sich die eineHälfte der zygomorphen Frucht plötzlichnach rückwärts ein und schleudert dieSamen ziemlich weit fort. Bei Sechiumedule (Fig. 168e und f) keimt der einzigesehr grosse Same bereits in der reifenFrucht. Hölstermann hat bei einigenhochgezüchteten Kürbissorten die Aus-bildung parthenokarpischer, sogen.„Jungfern-Früchte", festgestellt. DieBestäubung wurde dadurch verhindert,dass entweder die Narben mit gefärbtemWasserglas überzogen oder aber ganzabgeschnitten wurden. Die Ausbildungder Jungfern-Früchte wurde gegen denHerbst hin durch vermehrte Düngungunterstützt. Die zuerst entstandenenFrüchte waren klein und fielen baldab, die späteren erreichten grössereMasse; bevor sie abfielen und gegenEnde der Vegetationszeit wurden voll-ständig ausgereifte Kürbisse geerntet, dieentweder gar keine Samen oder nur em-bryolose Samenkörner enthielten. Par-thenocarpische Melonenfrüchte konntendagegen bisher noch nicht erzielt werden.Die Samen, die oft in grosser Zahl aus-gebildet werden, entbehren des Nähr-gewebes. Die platten, ölreichen Kotyle-donen erreichen bei einzelnen Arten (be-sonders bei Sechium) bedeutende Grösse(Fig. 168f).
Zahlreiche Arten liefern ess-bare Früchte und ölreiche Samen,währendandere wegen ihres raschen Wachstumsoder wegen der eigenartig gefärbten
und vielgestaltigen Früchte als Zierpflanzen Verwendung finden. Viele wirken auch als drastische Abführmittel.Ausser den unten angeführten Arten der Gattungen Cucumis (pag. 319) und Cucurbita (pag. 323) sind zu nennen:
Citrullus vulgaris Schrader (= Cucurbita Citrullus L.). Wasser-Melone, Angurie, Arbuse, Pasteke.Zitrullengurke. Franz.: Melon d'eau, pasteque; ital.: Erba da porci, erba grassa, porcellana salvatica, anguria,cocomero domestico. Als die eigentliche Heimat sind die Steppengebiete des tropischen Afrika diesseits undjenseits des Aequators anzusehen. Livingstone berichtet von Ländereien, die buchstäblich von der Pflanzebedeckt waren. Von den Eingeborenen wie von mehreren Tieren werden die wildwachsenden Früchte gernals Speise benutzt. Bereits in vorchristlicher Zeit wurde Citrullus vulgaris von den alten Aegyptern, von denIsraeliten als „Abbatitchim", von den Arabern als „Battich" oder „Batteca", von den Berbern als „Taddel-laät" kultiviert. Die spanischen Namen „Zandria" und „Cindria", jener der Insel Sardinien „Sindria", derSanskritname „Chaya-pula" sowie die chinesische Bezeichnung „Sikua" lassen gleichfalls auf eine alte Kulturschliessen. Heute wird die Wasser-Melone in ganz Südeuropa (nördlich bis Ungarn und Tessin) und in Aegyptenwegen der sehr saftreichen, erfrischenden Früchte angebaut. Da die Früchte am Boden leicht faulen, werden siehäufig an Holzgestellen gezogen. Die Neugriechen nennen sie „Carpusea", die Türken „Karpus" oder „Chimonico".Durch die Europaer wurde die Wasser-Melone auch nach Amerika gebracht, wo sie heute von Chile bis zuden Vereinigten Staaten gepflanzt wird. In Mitteleuropa gelangen die Früchte nicht zur Reife; sie verlangentrockene Luft und grosse Hitze. Pflanze einjährig. Laubblätter eingeschnitten 5-lappig. Blüten monoezisch,
Fig. 168. Ecbällium Elaterium (L.) A. Rieh, a Habitus (>/3 natürl. Grösse).& Blüte (geöffnet), c Reife Frucht. (/Schnitt durch dieselbe.— Sechium edule jacq.e Reife Frucht ( J /3 natürl. Grösse). / Schnitt durch dieselbe mit keimendem Samen.