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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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dies noch in der verschiedenartigsten Weise gekrümmt (Taf. 255, Fig. 5 c, d) oder gewunden(Fig. 169f, g). Konnektiv dick, zuweilen noch blattartige Auswüchse bildend. Fruchtknotenunterständig (Fig. 171b, 175 b), lang-spindelförmig bis kugelig, abgeplattet, stielrund, scharf-kantig, glatt bis behaart oder stachelig, fast stets 3-fächerig (Fig. 169 i) mit 6 zentralwinkel-ständigen Plazenten. Griffel säulenförmig, mit 3 meist gegabelten (Taf. 255, Fig. 5b) Narben.Samenknospen zahlreich (Fig. 171 e), umgewendet, meist horizontal, seltener aufrecht oderhängend. Frucht aufspringend oder nicht aufspringend, meist eine (mitunter sehr grosse) Beere(Kürbisfrucht"), mit saftiger Innen- und Mittelschicht und mit härterer, oft derber Aussen-schicht, einfächerig, seltener eine Kapsel (Zanönia), oft sehr lang (bis 1 m) und sehr gross.Samen flach (Fig. 171 h, i), ohne Nährgewebe, meist zahlreich (1 bis über 200). Keimlinggerade, mit grossen, breiten Kotyledonen (Fig. 1721 bis i) und kurzem Würzelchen.

Die Familie umfasst ca. 700 Arten, die sich auf ca. 90 Gattungen verteilen. Die Mehrzahl derselben gehörtden Tropen an; in Europa sind ursprünglich nur Bryonia, Ecballium und im äussersten Süden Citrullus heimisch.

Die systematische Stellung der Familie ist keineswegs definitiv geklärt. Wenn auch vieles für- ihrenahe Verwandtschaft mit den Campanulaceae spricht, so sind die Cucurbitaceen von denselben doch durch dasfehlende Milchsaftgewebe, die anders gebauten eigenartigen Staubblätter, die nährgewebelosen Samen und durcheinen ganz anderen vegetativen Aufbau scharf geschieden. Es hat daher auch die ältere Ansicht, die dieFamilie in die Nähe der Passifloraceae, Caricaceae und Begoniaceae stellte, mit denen sie insbesondere imBau des Fruchtknotens sehr übereinstimmt, eine gewisse Berechtigung, wenn auch die Passifloraceae undCaricaceae durch einen oberständigen Fruchtknoten, die Begoniaceae und Passifloraceae durch die freiblätterigeKorolle abweichen. Bemerkenswert ist auch, dass bei den Cucurbitaceen der Pollenschlauch nicht durch dieMikropyle zur Eizelle gelangt, sondern das Integument durchwächst, alsoendotrophisch" verläuft; doch ist diesesVerhalten gewiss nicht mit der Chalazogamie (Bd. III, pag. 6), wie sie bei Casuarina und verschiedenen Kätzchen-blütlern vorkommt, zu homologisieren, sondern stellt jedenfalls ein neuerworbenes Merkmal dar, wie z. B.auch bei Alchimilla und Sibbaldia.

Die mannigfachste Deutung, eine crux interpretum, haben schon die Ranken der Cucurbitaceae er-fahren, welche zumeist stark haptotrop reizbare, einfache oder verzweigte, den Laubblättern gegenüber stehende,fadenförmige Gebilde darstellen. Sie wurden schon als Stengel- oder Blattorgane, als Nebenblätter, umge-wandelte Blütenstiele, sogar als Wurzelorgane oder als Organe sui generis angesehen; heute jedoch scheint eszweifellos, dass sie analog den Ranken von Vitis Sprossnatur besitzen. Nach Goebel repräsentieren dieeinfachen Ranken die Vorblätter der Achselsprosse (wobei normal nur ein Vorblatt ausgebildet ist, das anderefehlschlägt), dieverzweigten" Ranken aber Sprosse, die zu Ranken umgebildete Blätter tragen. Speziell beimKürbis findet man Rankenformen, die nur aus einem Fädchen bestehen, und alle Uebergangsformen bis zumehrere Meter langen Rankensprossen zeigen. Jede Ranke besteht aus einem nicht reizbaren und nichtwindenden Basalteil und einem einfachen oder ästigen windenden Teil. Dieser entspricht einem Blatt bezw.einem Blattstiel, wie zahlreiche Uebergangsformen zu ausgebildeten Blättern erweisen. So findet man Blättermit rankendem Stiel, oder Blätter die an der Spitze in Ranken ausgehen, Ranken die in der Mitte ein Stückweit blattartig verbreitert sind u. s.w. In den meisten Fällen scheinen die Cucurbitaceen-Sprossesympodial*aufgebaut zu sein. Gewöhnlich stehen die Ranken in fertigem Zustande neben einem Laubblatt. Vonanatomischen Eigentümlichkeiten sind die bikollateralen Leitbündel (vgl. Einleitung, Fig. 38), das Vorkommenvon Siebröhren ausserhalb des Fibrovasalsystems sowie das Vorhandensein von Cystolithen (von Penzig beiMomordica entdeckt) sowie die verkieselten Membranen hervorzuheben. Inulin dagegen fehlt.

Fast sämtliche Cucurbitaceen sind durch ein auffallend rasches Wachstum und durch eine grosseSaftfülle der Vegetationsorgane ausgezeichnet; auf das letztere ist das leichte Erfrieren der Gurken etc. zurück-zuführen. Auch die Wurzeln wachsen anfänglich sehr schnell, erreichen aber nur bei den Wüstenpflanzen(Acanthosicyos) eine beträchtliche Länge. Nicht selten bilden die Wurzeln starke, perennierende Knollenvon spindelförmiger Gestalt aus. Der Stengel bleibt meist krautig; er ist niederliegend oder klettert vermittelstRanken. Eine der wenigen baumartigen Formen ist Dendrosicyos auf der Insel Sokotra. Die Blütenhülleder Cucurbitaceen zeigt alle Uebergänge von choripetaler zur sympetaler Ausbildung; die letztere über-wiegt allerdings. Die männlichen Blütenstände sind durchgängig reichlicher verzweigt als die weiblichen. Ob-gleich viele Arten kleine, grünliche und unscheinbare Blüten besitzen, findet doch wohl bei allen Cucurbitaceendie Bestäubung durch Insekten statt (Näheres siehe bei den einzelnen Arten und Gattungen). Die Früchtegehören zu den grössten des ganzen Pflanzenreiches, die bei Cucurbita bis über einen Zentner wiegen können.Die Fruchtschale ist fast immer saftig und fleischig; Trockenfrüchte sind seltener. Die kleineren mit zartemEpikarp werden als Beeren, die grösseren mit hartem Epikarp alsKürbisfrüchte" bezeichnet. Bei der sog.