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Auf Sumpfwiesen, auf Wiesenmooren, an Gräben, in feuchten Gebüschen. InDeutschland wild nur in Schlesien. In Oesterreich in den Alpenländern, besondersim Osten nicht selten. In der Schweiz ganz fehlend.
In Deutschland nur bei München nächst der Fasanerie Hart-mannshofen und bei Bamberg (Hauptsmoorwald) [an beiden Orten wohlursprünglich eingeschleppt, jetzt aber eingebürgert]; ausserdem bei Pfaffendorfnächst Liegnitz in Schlesien. In Oesterreich sehr zerstreut in Nieder-österreich (nur im südlichen Wiener Becken zwischen Grammat-Neusiedl,Moosbrunn und Ebergassing), in Oberösterreich (zwischen Ischl und Ebenseeund bei Obertraun), Steiermark (in Mittel- und Südsteiermark ziemlichverbreitet), Kärnten (Klagenfurt, Loreto, Wörthersee), Krain (ziemlich ver-breitet) und im Küstenland; aber nicht in Tirol.
Allgemeine Verbreitung: Schlesien, Oesterreich-Ungarn, Oberitalien, Polen, Wolhynien, Serbien.
DCCXIII. KnaÜtlV) L. Witwenblume.
Ein- bis mehrjährige, krautige, behaarte oder ± kahlePflanzen mit dichasial-verzweigtem Stengel und gegen-ständigen Laubblättern. Blüten in meist flachen, langgestieltenKöpfchen; letztere von zahlreichen, anliegenden, lanzettlichen,krautigen Hüllblättern (Fig. 162 b, e) umgeben. Blütenboden ge-wölbt, ohne Spreublätter (Fig. 155f), dicht behaart. Blumenkronemit kurzer Röhre und ungleich 4-spaltigem Saum (Fig. 155g).Aussenkelch an der Frucht zweischneidig-zusammengedrückt(Fig. 162 c), nach oben nicht verschmälert, 4-kantig (aus 2 Hoch-blättern hervorgegangen), glatt, die Flächen oben mit 2 Grübchenversehen. Innenkelch becherförmig mit 8 bis 16 zusammen-neigenden Zähnen oder napfförmig und mit abstehenden Zähnen(Fig. 163f). Narbe ausgerandet.
Die Gattung umfasst über 40 Arten, die in Europa und Vorder-asien, z.T. auch in Nordafrika beheimatet sind (Vgl. namentlich Briquetin Annuaire de Conservatoire et jardin botanique de Geneve VI. 1902),Borbäs in Delectus seminum horti bot. Kolozsvär 1904 und Zoltän Szabö in Mathem. es termesz,Közlemenyek XXXI Kötet, Budapest 1911). Die Systematik dieser äusserst polymorphen Gattung hat seit Linneeine grosse Zahl von Botanikern beschäftigt. Die 1737 von Linne aufgestellte Gattung Knautia, die sichsonderbarer Weise allein auf die äussere Form der Hülle gründete, umfasste nur eine einzige Art. Schradertrennte später (1814) die spreublattlosen Scabiosen, die Linne später zu Knautia stellte, als selbständige GattungTrichera ab, während Coulter 1824 das Genus Trichera wieder mit Knautia vereinigte. Später schufen ein-zelne Autoren (Neilreich, Godron, Schultz, Doli, Duby, Rouy) Kollektivspezies von recht verschiedenemUmfange, während auf der andern Seite (von Schur, Jordan, Borbas) die vielen Rassen und Varietätenals gute Arten beschrieben wurden. Für die Bestimmung sind vollständige Exemplare mit Rhizom, grund-ständigen Blattrosetten und Adventivsprossen unerlässlich. Wichtige Merkmale liefert auch das Haarkleid (In-dument) von Stengel und Blatt. Es gibt Arten, die im ausgewachsenen Zustande kahl oder nahezu kahl sind(K. Sixtina, Godeti, longifolia). Die behaarten Formen sind durch zweierlei Trichome ausgestattet; kurze klein-zellige, dünnwandige und borstige, dickwandige, auf einem mehrzelligen Polster sitzende Haare lassen sichunterscheiden. Je nachdem nur ein Typus oder beiderlei Trichome auf derselben Pflanze auftreten, unter-scheidet man homotriche und heterotriche Knautien.
Die relativ kleinen Einzelblüten der Knautien sind zu halbkugeligen Köpfchen vereinigt, die durchdie zumeist vorhandenen strahlenden Randblüten noch augenfälliger werden. Der Honig ist auch kurzrüsseligenInsekten zugänglich. Die Blüten sind ausgesprochen proterandrisch. Zuerst entwickeln sich (und zwar in jeder
Fig-. 160. Succisella inflexa (Kluk)
Beck, a, ai, ai, Habitus, b Blüte mit
Spreublatt, c Frucht.
*) Von Linne benannt nach Christoph Knaut,Leibarzt des Herzogs zu Anhalt-Köthen.
1654 in Halle, gest. daselbst 1716 als