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In den übrigen Kronländern nur verwildert. In der Schweiz ursprünglich fehlend; hie und da aber ver-wildert (z. ß. bei Zürich, Feuerthalen, Buchberg, mehrfach am Untersee).
Allgemeine Verbreitung: Portugal, Italien, Oesterreich-Ungarn, Krim, Balkan-halbinsel, Kaukasus; verwildert auch in England, Frankreich, Belgien, Deutschland und inder Schweiz.
Von Bastarden wird einzig erwähnt Lonicera nigra L. X L. Xylosteum L. (= L. HelveticaBrügger, = L. mi'sera Zabel). In Vorarlberg (Amerlügener Gegend) und in der Schweiz (Chrüsirainwald beiSempach) beobachtet.
124. Fam.
Moschuskrautgewächse.
Adoxäceae
Krautige Pflanzen mit gegenständigen, zusammengesetzten Laubblättern. Blütenstrahlig, zwitterig (Fig. 143 e, f). Vorblätter vorhanden, klein. Kelch oberständig oder halboberständig, aus 2 bis 5, am Grunde miteinander verwachsenen Blättern gebildet. Blumen-krone radförmig bis kurzglockig, mit 4 bis 6 gleichen Zipfeln. Staubblätter doppelt so vieleals Kronblätter (Taf. 252, Fig. 3 a). Fruchtknoten unterständig, 3- bis 5-fächerig (Fig. 143d).Griffel so viele als Fruchtknotenfächer, kurz. Frucht eine 1- bis 3-kernige Steinfrucht,öamen mit einem im Nährgewebe eingeschlossenen Keimling.
Die Familie weist nur die eine Gattung Adoxa mit der einzigen Art A. Moschatellina auf, über derenStellung im System in den letzten Jahren eine reiche Literatur erschienen ist, ohne dass die Frage eine endgültigeLösung gefunden hätte (Vgl. hierüber namentlich Drude in Botan. Zeitung 18/9 und in Engler's Bot. Jahrb. V.,I 1 r itsch in Engler und Prantl, Natürliche Pflanzenfamilien, Novak in Oesterr. Botan. Zeitschrift 1904,p etrak in Allgem. Botan. Zeitschrift 1907, Eichinger in Mitteilungen der Bayer. Botan. GesellschaftBd.il, 1907,Lagerberg in K. Svensk. Ac. Handl. XLIV Nr. 4 ; Sturm in Vierteljahrsschrift der Naturforschend. GesellschaftZürich LIV, 1910, pag. 391). Schon in den älteren Systemen (De Candolle) wurde Adoxa zu den Caprifoliaceen ge-stellt, welche Stellung der Pflanze auch von Eichler beibehalten wurde. Später wurde jedoch von mehreren Seitendarauf hingewiesen, dass die Stellung dieser Gattung bei den Caprifoliaceen doch recht unnatürlich scheineund dass sie bei den Saxifragaceen (Jussieu, Drude, Petrak, Eichler) neben Chrysosplenium, eventuell auch bei°en Araliaceen (Endlicher, De Candolle) einen viel natürlicheren Platz einnähme. Die neuesten Untersuchungenv °n Lagerberg und Sturm haben jedoch auf Grund genauerStudien des Blütenbaues, der Frucht- und Samenentwicklung gezeigt,dass Adoxa eine echte Sympetale ist, die mit den Caprifoliaceae undspeziell mit Sambucus Ebulus zunächst verwandt ist.
Die Blütenhülle von Adoxa ist auch schon in anderer Weisegedeutet wordeil als oben dargestellt ist. Nach dieser Ansicht, dieu -a. von Eichler, Fritsch, Giltay und Novak vertreten wird,Ware die Blütenhülle einfach und der scheinbare Kelch (involucrum)Ware durch Verwachsung des Tragblattes und der beiden Vor-
latter entstanden. Diese Deutung würde insbesondere für eine
er wandtschaft mit dem habituell eine gewisse Aehnlichkeit auf-v eisenden Chrysosplenium sprechen. Die Aehnlichkeit bezüglich der
e getationsorgane von Chrysosplenium und Adoxa ist aber eine reina usserliche; sie wird dadurch bedingt, dass beide Arten Frühjahrs-Pnanzen sind, oft am gleichen Standorte vorkommen und durch die
artheit der Blätter und Stengel ausgezeichnet sind. Doch haben
esonders die Untersuchungen über die Entwicklung der Frucht und
es Lmbryo gezeigt, dass eine solche Verwandtschaft nicht besteht.ox a ist eine echte Sympetale; denn sie besitzt eine verwachsene
r °ne und anatrop-apotrope Samenanlagen, die für viele Sympetalen
arakteristisch sind. Bezeichnend ist ferner das .eine" dicke Inte-gument, sowie die Feststellung der allerdings sehr kleinen, rudimentären(Lettbündel fehlen darin), »/a bis 2 mm langen Vorblätter, wodurchdie Theorie von Eichler hinfällig wird. — Das biologische Eiweiss-
ifferenzierungsverfahren, das von Sturm angewendet wurde, lieferteur die Verwandtschaft von Sambucus Ebulus mit Adoxa keine befriedi-genden Resultate. Die erhofften Niederschläge (Präzipitine) blieben aus.
Fig. 143. a Valerianella olitoria Poll. mitvergällten Blüten. — Adoxa Moschatel-lina L. b Keimpflanze. cCotyledon. ^Quer-schnitt durch die reife Frucht, e Diagrammvon einer Seitenblüte, / von einer Terminal-blüte (Fig. c und d nach Sturm, Fig. e und fnach Eichler).
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