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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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An Waldrändern, buschigen Abhängen, an Zäunen, in Hecken; durch das nördlicheund mittlere Gebiet zerstreut. Fehlt in Oesterreich vollständig. Wird auch häufig zur

Bekleidung von Lauben sowieals Schlingpflanze über Garten-eingänge kultiviert.

In Deutschland durch fast ganzNorddeutschland häufig, nach Osten je-doch seltener werdend und in Ostpreussenund Posen ganz fehlend; in Westpreussenerst kürzlich entdeckt bei Ostrau aufHeia, bei Pasewark, Bohnsack, Wordelund bei Pröbbernau auf der FrischenNehrung, ebenso zerstreut durch ganzMitteldeutschland, in Oberschlesien aberfehlend. In Süddeutschland ziemlichverbreitet im Elsass und in Baden (be-sonders im Rhein- und Neckargebiet),in Württemberg zerstreut (fehlt auf derAlb und in Oberschwaben gänzlich), inBayern im nördlichen und mittlerenTeile zerstreut bis auf die untere Hoch-ebene, auf der oberen Hochebene nurbei Kaufbeuren und im Alpengebieteganz fehlend. In der Schweiz zerstreut,besonders im Gebiet der Hochebene unddesJura, seltener im Alpengebiet, im Wallisnur bei Fully, Saillon, Conthey (Gundis);in Graubünden ganz fehlend. Fehlt inOesterreich ursprünglich gänzlich,könnte aber vielleicht in Oberösterreichnoch aufgefunden werden, da die Pflanzeschon im benachbarten Bayern beiPassauwächst. Ausserdem gelegentlich ver-wildert in Tirol (Meran, Castel, Peneda

bei Nago) und früher bei Bregenz imFig. 141. Lonicera P er ic ly mcnum L., als Liane auf Besenginster. Heide .. ,, , , m-or

am Dahlcmer-See in Hannover. Phot. O. F eucht, Forstamtmann in Krailsheim. VorarlDerg DeoDacntet.

Allgemeine Ver-breitung: Irland, Grossbritannien (bis 61° nördl. Breite), mittleres und südliches Skandi-navien, Dänemark, Niederlande, Belgien, Frankreich, Deutschland, Schweiz, Portugal,Spanien, Italien, Zypern; angeblich auch im Kaukasus und in Kleinasien.

In der Kultur finden sich verschiedene Formen, z.B.: f. fruticösa Zabel. Pflanze strauchig, kaumschlingend. f. quercina Weston (= var. sinuäta Loiseleur-Deslongchamps). Laubblätter buchtig-gezähntund oft unregelmässig weisslich berandet (Auch wild wachsend). f. serdtina Aiton (= L. semperflorensGoldring). Blüht später, vom Juli bis September. Krone aussen dunkelrot, hellrot verblühend. f. hirsütaRouy (= L. Etrüsca Lejeune nee Santi). Laubblätter unten stärker behaart.

Lonicera Periclymenum und die beiden folgenden Arten sind Beispiele des in Mitteleuropa seltenenTypus derSchwärmerblumen'', denen eine eigentliche Anflugstelle fehlt. Der am Grunde der Blumenkroneabgesonderte Honig kann nur von Insekten ausgebeutet werden, deren Rüssel so lang ist, dass sie durch die3 bis 4,5 cm lange Kronröhre bis zum Honig gelangen können. Andere Insekten mit etwas kürzerem Rüssel,wie einige Eulen, vermögen höchstens einen kleinen Teil des in der Kronröhre angesammelten Nektars zu er-reichen. Die Blüten von L. Periclymenum und L. Caprifolium öffnen sich erst in den Abendstunden; sie sinddurch ihre helle Farbe auch im Dämmerlicht noch sichtbar und strömen nachts einen starken, bei Tage abereinen kaum wahrnehmbaren Duft aus. Staubblätter und Griffel strecken sich weit aus der Blütenröhre hervor;doch überragt dieser selbst die Antheren der längsten Staubfäden noch um mehrere Millimeter, so dass spontane(d. h. ohne fremdes Zutun erfolgte) Selbstbestäubung ausgeschlossen ist. Bei Tage stellen sich in der geöffneten

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