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5*. Laubblätter länglich, kahl oder an den Nerven flaumig. Beeren schwarz. Blütenstiel kahl.
L. nigra nr. 256.6. Gemeinsamer Blütenstiel kürzer als die gelblichweissen Blüten. Beeren blauschwarz, bereift.
L. caerulea nr. 258.6*. Gemeinsamer Blütenstiel länger als die trübpurpurnen Blüten. Beeren rot, glänzend. L. alpigena nr. 257.
255. Lonicera Xylösteum') L. (= L. dumetörum Moench, = L. vulgaris Roehling,= L. cotinifölia C. A. Mey., = L. rubra Gilib., = Xylösteum dumetörum Dum., = X.vulgare Borkhausen, = X. pubescens Juss., = Caprifölium dumetörum Lam., = C. XylösteumGaertner). Rote Heckenkirsche. Franz.: Chevrefeuille, merisier des haies, chevre-feuille des buissons, camerisier, soriau; engl.: Fly - honeysuckle; ital.: Gisilosteo, madre-
selva pelosa. Taf. 251, Fig. 3.
Wegen des harten, beinähnlichen Holzes heisst der Strauch B o a n w e i d 1 (Niederösterreich), B e i w i d a ,Beiwiedli (Schweiz). Auf die Verwendung weisen folgende Namen hin: Weiss Besareis (SchwäbischeAlb), B e s e (m) - R ör li, Tubak-Rörli, Zweckholz [vgl. Euonymus !] (Aargau), Pf if f e(n)-Rörli-Holz(Glarus, Graubünden). Als Futter für Geissen nennt man den Strauch G eiss -Hasle (Schweiz), Geissebrot(Elsass), G ei s s-L e it ere (Aargau, Graubünden). Andere Benennungen sind: Strüzern (Braunschweig).Ahlboom [vgl. Rhamnus Frangula, Ribes rubrum, Prunus Padus] (Mecklenburg), Mausholz (Kärnten),Durchröhrle (Schwäbische Alb), Fidelrum (Mecklenburg), Kehlgerten (Zürcher Oberland), Teufels-rädle, -wägele [die Beeren bilden gleichsam zwei Rädchen] CBaden), Chr Ott a wägali (St. Gallen), Hunds-böme-Holz (Schwäbische Alb). Die giftigen Beeren heissen Hundsbeer (bayerisch-österreichisch,Schwäbische Alb), Hunds-Beri (Zürcher Oberland), Geiss-Beri (Graubünden), Chrotte(n)-Beri (Schweiz),Ka t s ch enpearlain [= Schlangenbeere] (Krain: Gottschee), Teufelskirsche (Eifel), Teufelsbeer(Schwäbische Alb), Gif t-Beri (Zürich), Spreng-Beri (Graubünden), Judenkirsche (Hessen, Schmalkalden),Hag-Beri, Doppel-Beri (Schweiz). — Im romanischen Graubünden heisst der Strauch barscholer.
1 bis 2 m hoher, aufrechter, ästiger Strauch, mit dunkelgraubraunen, infolgebaldigen Schwindens des Markes hohlen Aesten und kurz weichhaarigen diesjährigen Zweigen.Laubblätter kurz gestielt, breit-elliptisch bis eirund, am Grunde abgerundet oder kurz ver-schmälert, zugespitzt, ganzrandig, unterseits graugrün, 3 bis 6 cm lang und 2 bis 4 cm breit,beiderseits + dicht angedrückt kurzhaarig. Blüten zu zweien auf kurzem, gemeinsamem,flaumhaarigem, 15 bis 20 mm langem Stiel in den Blattachseln. Blütenstand kürzer als dieLaubblätter. Vorblätter kurz, rundlich. Die Fruchtknoten jedes Blütenpaares ganz freioder nur am Grunde etwas verwachsen. Kelch hinfällig. Blumenkrone 10 bis 15 mm lang,2-lippig, anfangs weiss, später blassgelb, aussen und innen behaart; Kronröhre 3 bis 4 mmlang, kürzer als der Saum, am Grunde buckelig. Beeren zu zweien (Taf. 251, Fig. 3a),kaum erbsengross, kugelig, glasartig glänzend, hell kirschrot, sehr selten weiss oder gelb,vom Kelchsaum nicht gekrönt, nicht giftig. Samen meist 3 mm lang. — V, VI.
In Gebüschen, Hecken, an Zäunen, Waldrändern, in Wäldern (als Unterholz), gernauf trockenem Boden; von der Ebene bis in die Voralpen (in Bayern bis 1070 m, in Tirolbis 1700 m, im Wallis bis 1800 m, im Unterengadin bis 2000 m) häufig, nur im nordwest-deutschen Flachlande seltener. Ausserdem nicht selten in Hecken und Parkanlagen kultiviert.
Allgemeine Verbreitung: Fast ganz Europa (mit Ausnahme des arktischenGebietes; nördlich bis zur Birkengrenze); Kaukasus, Sibirien, Amurgebiet.
Aendert ab: f. m Ollis Regel (= var. syringifölia Beck). Laubblätter beiderseits dicht weich-haarig. — f. elh'ptica Beck. Laubblätter schmäler, beiderseits zugespitzt, weichhaarig. — f. calvescensVollmann (= f. glabrescens Zabel). Blütenstiele kahl. Laubblätter, namentlich oberseits fast unbehaart (Hieund da). — f. Thuringiaca Zabel. Behaarung wie bei voriger. Laubblätter etwas kleiner, unten hellerbläulich-grün. Blütenstiele oft fast doppelt so lang wie die kleinere, meist + rötliche Krone. •— f. luteaLoiseleur-Deslongcbamps (= var. xanthocaipa DC., = var. crococärpa Murr). Laubblätter beiderseits behaart.Beeren gelb (Selten).
*) Zusammengesetzt aus dem griechischen Sfikov [xylon] = Holz und öoziov [osteon] = Bein, Knochen;also Beinholz.