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Fig. 139. Seriale Knospen vonLonicera caerulea L.
Röhre und 5-lappigem Saum; Oberlippe aus 4, Unterlippe aus einem Zipfel gebildet. Staub-blätter 5, gleich lang. Fruchtknoten unterständig, 2- bis 3-fächerig, die beiden zweier benach-barter Blüten (Fig. 140c) oft paarweise mit einander verwachsen. In jedem Fruchtknoten-fache mehrere hängende, epitrope Samenknospen. Griffel ver-längert, mit kopfiger Narbe. Frucht eine meist wenigsamige,saftige Beere, die bei manchen Arten aus der völligen Ver-schmelzung zweier benachbarter Fruchtknoten hervorgeht.
Von den einheimischen Arten besitzt einzig L. Xylosteum mit eur-asiatischer Verbreitung ein grösseres Areal. L. nigra ist als eurasiatisch-montan,L. alpigena als alpin-praealpin und L. caerulea als subarktisch-alpin zu bezeichnen.L. Periclymenum gehört dem atlantischen Element an, scheint sich aber, wie dieneuern Beobachtungen in,Westpreussen andeuten, nach Osten hin weiter auszu-breiten. L. Caprifolium ist als südeuropaeisch-pontisch zu betrachten und dürftebereits in Böhmen die absolute Nordgrenze erreichen. Die Standorte in Thüringen etc.sind kaum als ursprünglich anzusehen. L. Etrusca ist ein echter mediterranerTypus ähnlich wie die immergrüne L. implexa Aiton, welche allerdings nichtin die Alpentäler vordringt (Dr. Hegi).
Die Gattung umfasst ca. 120 Arten, die durch die gemässigte Zone beiderErdhälften verbreitet sind (vgl. Rheder. Synopsis of the genus Lonicera inMissouri bot. Garden, XIV. Annual report, 1903). Mehrere werden als Zier-sträucher oder zur Bekleidung von Lauben etc. in unseren Gärten kultiviert.Von den einheimischen Arten kommen in dieser Hinsicht vor allem L. Capri-folium und L. Periclymenum in Betracht, weniger L. Xylosteum undL. alpigena. Ferner werden häufig kultiviert: Lonicera sempervirensL. Windender Strauch. Laub-blätter ganzrandig, glänzend dunkelgrün, zuletzt lederig; die oberen an der Basis paarweise mit einander ver-wachsen, die obersten Paare je zu einem kreisrunden oder ovalen, vom Stengel durchwachsenen Blatte ver-eint. Blüten mit sehr langer Röhre, glänzend scharlachrot, geruchlos, in den Achseln der obersten Laubblätterzu Scheinquirlen oder zu einem endständigen Köpfchen vereint. Beliebter Schlingstrauch aus Nordamerika. —Lonicera Tatärica L. Fig. 140a bis c. Aufrechter Strauch. Laubblätter alle frei, kurz gestielt, eiförmigbis eirund, etwas stumpf, ganzrandig, kahl,oberseits dunkelgrün, unterseits bläulich-grün. Blüten zu zweien auf gemein-samem, ziemlich langem Stiel in denBlattachseln. Fruchtknoten eines jedenPaares nur am Grunde ein wenig miteinander verwachsen (Fig. 140 c). Blütenmit kurzer Röhre, weiss, gelblich oderrosenrot. Beeren scharlachrot. Aus Asienstammender, seit langer Zeit bei uns be-liebter und verbreiteter Zierstrauch (häufigbei Bahnhöfen), der in verlassenen Park-anlagen und deren Nähe auch gelegentlichverwildert vorkommt; völlig eingebürgertist er bei Schwerin. — Lonicera Py re-nal ca L., aus den Pyrenäen. AufrechterStrauch. Laubblätter frei, verkehrt-eilanzett-lich, kurz zugespitzt, kahl, unterseits bläu-lichgrün, netzaderig. Blüten zu zweienauf ziemlich kurzem, gemeinsamen Stielin den Blattachseln, nur am Grunde desFruchtknotens paarweise mit einander ver-wachsen. Blumenkrone fast regelmässigtrichterförmig, gelblich. Beeren rundlich,rot. Wurde bei Kulm in Westpreussen
. Fig. 140 Lonicera Tatärica L. a Blühender Zweig-. * Narbe. <: Frucht-
auch verwildert getroffen. — Lonicera knoten# _ Lonil:erl Caprifolium L. d Blütenzweig. «FruchtenderCaucäsica Pall. aus dem Kaukasus. Zweig. /Samen, g Querschnitt durch denselben.